Palmbräu aus Eppingen nimmt neue Flaschenfüllanlage in Betrieb
Palmbräu investiert in Eppingen drei Millionen Euro in eine neue Flaschenfüllanlage. Möglich wurde das durch steigende Absatzzahlen. Die hauseigene Immobiliengesellschaft spielt dabei auch eine Rolle.

Großer Bahnhof am Freitag bei Palmbräu in Eppingen: Zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik und Wirtschaft haben der Eröffnung der neuen Abfüllanlage beigewohnt. "Palmbräu ist wieder daheim", wiederholte Oberbürgermeister Klaus Holaschke einen Werbeslogan von 2009.
Für drei Millionen Euro hat Palmbräu die Eppinger Brauerei modernisiert. Es handelt sich um die größte Investition in den Standort seit 2010. Vier Großgeräte hat die Palmbräu Eppingen GmbH & Co. KG seit Februar installiert, eingerichtet und feinjustiert. Das größte Teil ist eine 23 Tonnen schwere Flaschenreinigungsmaschine. Auch der neue Tunnelpasteur hat mit 14 Metern Länge beeindruckende Daten.
Drei Millionen Euro investiert Palmbräu in Eppingen in neue Maschinen
Ein mit Sensoren vollgestopfter Flascheninspektor sowie ein leistungsfähiger Flaschenfüller komplettieren den neuen Maschinenpark. Die Großgeräte waren im Februar von der Flensburger Firma Krones AG mit Tiefladern angeliefert worden. Mit Hilfe eines Mobilkrans wurden die Teile in die Abfüll-Etage gehievt. Dazu musste die Adelshofer Straße gesperrt werden.
Im Zuge der Arbeiten hat Palmbräu gleich die Abfüllhalle saniert und Böden erneuert. "Wir haben viel für die Hygiene gemacht", so Lionel Berger, neben Wolfgang Scheidtweiler einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Eine besondere Palmbräu-Kompetenz ist die Befüllung bestimmter Flaschentypen, wie Bügelflaschen, und die "Euro 0,3", berichtet Berger. Die Brauerei sei in der Lage, auch kleinere Chargen zu produzieren. "Effektivität im Wechsel", so nennt das Unternehmen diese Fähigkeit. Die Abfüllung bietet Palmbräu am Standort Eppingen auch Schwesterbrauereien als Dienstleistung an.
Kuriosum der Firmengeschichte
Dass Palmbräu heute ein hochmodernes Abfüllzentrum betreibt, ist ein Kuriosum der Firmengeschichte, und alles andere als selbstverständlich. "Als wir im April 2009 die Ludwig Zorn und Söhne übernahmen, hatte die Brauerei keine Flaschenfüllung mehr", berichtet der geschäftsführender Gesellschafter. Etwa 24 000 Hektoliter betrug der Ausstoß nach der Firmenübernahme. Die Biere wurden damals bei Welde in Plankstadt abgefüllt.
2010 schaffte Palmbräu eine gebrauchte Flaschenfüllanlage an. Bisher sei das gut gegangen, schätzt Berger ein. "Aber jetzt sind die Umsätze so gut, dass wir eine größere Anlage anschaffen konnten." Den aktuellen Ausstoß beziffert er auf 40.000 Hektoliter. Die Mitarbeiterzahl hat sich von 16 auf 30 nahezu verdoppelt.
Wie Palmbräu den Absatz strategisch stärkt
Zum Umsatzplus trägt bei, dass Palmbräu seinen Absatz strategisch ausweitet. "Aktuell freut es uns, dass wir neben dem beliebten Ausflugsziel Hörnle nun auch die wunderbare Heuchelberger Warte exklusiv beliefern dürfen", schreibt die Palmbräu-Führung in ihrer Einladung zur offiziellen Vorstellung der neuen Flaschenfüllerei.
Mit Hilfe der hauseigenen Immobiliengesellschaft hat Palmbräu in den vergangenen Jahren die ein oder andere Absatzstätte hinzugewonnen. Dazu zählt die Burg Ravensburg in Sulzfeld. Die befindet sich seit 2009 in Pacht und ist als Restaurant etabliert. Zu den Engagements zählen auch das Jägerhaus in Heilbronn, Schloss Brackenheim mit der Weinzeit, das Schloss Liebenstein in Neckarwestheim und Schloss Kaltenstein in Vaihingen. "Für dieses Objekt erwarten wir täglich die Baugenehmigung", berichtet Wolfgang Scheidtweiler. Geplant sei, in dem historischen Gemäuer ein Hotel mit Tagungsräumen sowie ein Restaurant einzurichten. Zu den jüngeren Engagements zählt das Parkhotel in Heilbronn, bei dem Scheidtweiler Mitgesellschafter ist.
Was die Stärken von Palmbräu sind
Palmbräu versteht sich als Akteur des Kraichgaus. Daher legt die Geschäftsführung laut Scheidtweiler und Berger großen Wert auf regionale Wertschöpfungsketten. So bezieht das Unternehmen seine Malzlieferungen von der Firma Durst in Heidelsheim. "Die Goldgerste Spezial kommt aus Eppingen", weiß Scheidtweiler. Auch die Handwerkerleistungen und Baumaterialien bezieht Palmbräu nach Angaben der Gesellschafter möglichst regional.
Palmbräu hat sich vor allem als Spezialitätenbrauerei einen Namen gemacht. Umsatzkönig ist die Pilssorte "Das Beste" in der 0,3er-Bügelflasche. Das Zwickel Hell, erst im vorigen Jahr in der gedrungenen "Euro 0,3"-Flasche vorgestellt, erfreue sich einer rasanten Entwicklung. Das Getränk habe Potenzial, so Berger. "Wenn ,Das Beste" der Absatzkönig ist, ist das ,Zwickel" unser Kronprinz." Neben den großen Chargen entwickelt und vermarktet Palmbräu unter dem Label "Bier des Monats" auch kleine Craftbier-Auflagen. 2019 braute Palmbräu ein exklusives Bier für die Buga Heilbronn. Kreativer Kopf im Braukeller ist seit 2016 Zdenek Prokop. Der gebürtige Tscheche ist Braumeister und hat vor seiner Zeit bei Palmbräu unter anderem in der renommierten Budweiser-Brauerei gearbeitet.




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