Bei Junglehrern steht die Region Heilbronn nicht an erster Stelle

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Warum nur bleiben junge Lehrer nicht gern in Heilbronn oder im Landkreis? Die Digitalisierung der städtischen Schulen im großen Stil könnte das allerdings ändern.

Eine Lehrerin schreibt eine Mathematikaufgabe auf eine digitale Schultafel im Klassenraum einer 4. Klasse einer Grundschule.
Eine Lehrerin schreibt eine Mathematikaufgabe auf eine digitale Schultafel im Klassenraum einer 4. Klasse einer Grundschule.  Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Als Lehrer nach dem Studium gleich an eine Schule im Raum Heilbronn? Seit Jahren steht die Region bei der Wunschliste nicht an oberster Stelle.Neue Lehrer wollen lieber dort bleiben, wo sie studiert haben. Diese Haltung führt dazu, dass mancher Pädagoge aus dem Raum Heilbronn neidisch auf die Erzieherakademie blickt, mit der auf dem Bildungscampus Mitarbeiter für Kitas ausgebildet werden. So etwas benötige man in Heilbronn für Lehrer, denn auch die würden händeringend gesucht.

Die Region Heilbronn sei aus Sicht der angehenden Lehrer "leider nicht attraktiver geworden", sagt Harald Schröder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Lehrer stünden nicht Schlange, so der GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn. Manche Bildungsstätte sei froh, wenn sie überhaupt jemanden bekomme. Auch andere Städte im Land fallen bei angehenden Lehrern durch. Laut Harald Schröder betrifft dies sogar Stuttgart. Dort seien die Wohnkosten hoch. Die Haltung vieler nach dem Studium: In klassischen Hochschulstädten werde die Lebensqualität als höher eingeschätzt. Das bedauert der Sprecher. Er weiß: "Wenn sie mal hier sind, dann gefällt es vielen."

Als junger Lehrer nach dem Studium in die Region Heilbronn? Manchem fällt das schwer

Harald Schröder erzählt vom Ausbildungsseminar in Ludwigsburg, wo nach dem Studium viele angehenden Lehrer für Werkreal-, Haupt- und Realschule auf den Schuldienst vorbereitet werden. Diese Stelle versorge Schulen im Raum Heilbronn mit Personen im Vorbereitungsdienst. Wenn jemand aus Ludwigsburg in den Landkreis Heilbronn wolle, dann meistens nur in einer der südlichen Gemeinden, sagt er. Wer als Lehrer an ein Gymnasium oder eine Grundschule will, der hat unter anderem die Ausbildungsseminare in Heilbronn. Dann kann sein, dass man dorthin muss.


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Um mehr Lehrer gewinnen zu können, müsse man an Schulen in der Region attraktivere Rahmenbedingungen schaffen, sagt Harald Schröder. Dazu gehörten beispielsweise ausreichend Parkplätze, "die nichts kosten". Außerdem sollten die Schulen gut ausgestattet sein. In der Stadt Heilbronn können alle Schüler und Lehrer bald Tablets bekommen, bezahlt von Stadt und Dieter-Schwarz-Stiftung. Harald Schröder: "Das könnte so ein Pluspunkt sein."

Markus Wenz relativiert dies: Schulen in der Region profitierten von der Nähe zu den bei Lehrkräften "beliebten Regionen Karlsruhe und Heidelberg", sagt der Leiter des Staatlichen Schulamts in Heilbronn. Bewerber, die dort wohnen und keine feste Anstellung finden, nähmen gern Stellen an "verkehrstechnisch gut erreichbaren Standorten" an.


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"Diese Lehrkräfte fühlen sich in der Regel an unseren Schulen sehr wohl, sind allerdings durch die höheren Reisezeiten und Reisekosten auf Dauer nur zu halten, wenn sie ihren Lebensmittelpunkt in die Nähe unserer Schulen verlagern." Das Schulamt wirbt kooperiert mit dem Dual Career Netzwerk Heilbronn, damit auch die Partner im Raum Heilbronn eine Anstellung finden.

 

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