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Kämpfen für die Demokratie: "Heilbronn Live" mit Gästen aus Politk, Medien und Kultur

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Beim Talk "Heilbronn Live" ging es diesmal um die Arbeit vor der Kamera, Religion und Grundrechte. Gäste waren Alev Seker, Muhterem Aras, Ulrich Schneider und Guido Rebstock.

Von Stefanie Pfäffle
Moderator Sascha Straub (Zweiter von links) empfing diesmal vier Gäste zu den Themen Kamera, Religion und Demokratie.
oto: Stefanie Pfäffle
Moderator Sascha Straub (Zweiter von links) empfing diesmal vier Gäste zu den Themen Kamera, Religion und Demokratie. oto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

Sascha Straub hat sich am Freitagabend extra schick gemacht. Man empfängt schließlich nicht jeden Tag eine Moderatorin, eine Landtagspräsidentin und die Vorsitzenden zweier Vereine. Beim Talk "Heilbronn Live" unter der Pyramide der Kreissparkasse sprach er zum Thema "Kamera, Religion und Demokratie" mit Alev Seker, Muhterem Aras, Ulrich Schneider und Guido Rebstock. Musikalisch untermalt wurde die Show von Tonacker vs. Nalan, die türkische Klassiker rockig interpretieren.


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Fragen beantworten, anstatt sie zu stellen

Alev Seker ist in Heilbronn aufgewachsen und moderiert sowohl SWR aktuell als auch das Magazin Plusminus in der ARD. Zur Abwechslung mal die Zuschauer zu sehen und außerdem Fragen zu beantworten anstatt sie zu stellen, macht sie nach eigener Aussage glatt ein bisschen nervös. "Ich hab mir lange meine Mutter vorgestellt, wie sie zu Hause von der Couch aus winkt", erzählt sie von der Arbeit in der "grünen Hölle", also dem grünen Studio, und dem schwarzen Kasten, in den sie sonst reinspricht.

Ulrich Schneider war zwar mal grüner Abgeordneter, mag es privat aber lieber schwarz. Er ist Vorsitzender der Kulturinitiative Blacksheep, die zum jährlichen Festival große Namen und bis zu 8000 Menschen nach Bonfeld lockt. "Da helfen dann 500 Ehrenamtliche mit." Dieses Jahr werden unter anderem Uriah Heep und Bosse dabei sein. Zwei Glückspilze aus dem Publikum werden das auf jeden Fall sehen, denn unter den Stühlen wurden zwei Mal zwei Tickets versteckt.


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Eine neue Welle für die Demokratie

Seit Guido Rebstock mit 15 im Geschichtsunterricht von den Gräueltaten der Nationalsozialisten hörte, hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Als Baden-Württemberg den ersten Antisemitismusbeauftragten eines Bundeslandes wählte, wollte er diesem helfen. "Michael Blume sagte, ich soll den Verein zur Abwehr von Antisemitismus wieder gründen", erzählt er. Etwas griffiger wurde daraus Anfang 2022 "Konsequent". "Wir könnten uns jetzt alle regelmäßig treffen und uns sagen, wie schlimm das ist, hilft aber nichts", erläutert Rebstock. Stattdessen gehe man in die Schulen und wirke bei verschiedenen Veranstaltungen mit. "Wieso bekommt man das nicht aus der Gesellschaft raus?" will Straub von ihm wissen. Das kann ihm Rebstock auch nicht sagen. "Wir brauchen generell eine neue Welle für die Demokratie."

Die erste Landtagspräsidentin

Das sieht Landtagspräsidentin Muhterem Aras genauso. "Je mehr ich von der Welt sehe, desto mehr liebe ich dieses Land mit seinen verankerten Grundrechten und meine inständige Bitte lautet, für diese Werte zu kämpfen." Sie selbst ist in Ostanatolien aufgewachsen, erzählt mit viel Humor von ihrer Kindheit und ihrer progressiven Mutter. "Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar für ihre Weitsicht und sehr froh, dass sie noch miterlebt haben, dass ich Landtagspräsidentin wurde." Die erste Frau in dieser Position. "Es war höchste Zeit, da sind wir schon ein bisschen Entwicklungsland."

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