Homepage-Deal: Widderns Bürgermeister Kevin Kopf räumt Fehler ein

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Die Internetseite der Stadt Widdern kostet bis zu 130.000 Euro. Bürgermeister Kevin Kopf gibt einen Fehler zu und erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Bürgermeister Kevin Kopf äußert sich zu den Mehrkosten der Homepage der Stadt Widdern.
Bürgermeister Kevin Kopf äußert sich zu den Mehrkosten der Homepage der Stadt Widdern.  Foto: Mugler, Dennis

Die Internet-Seite der Stadt Widdern könnte bis zu 130.000 Euro kosten. 80.000 Euro hatte der Gemeinderat in einem ersten Schritt bewilligt, Bürgermeister Kevin Kopf hat weitere 50.000 Euro beauftragt und steht dafür bei mindestens einem Stadtrat in der Kritik - weil Kevin Kopf über einen solchen Finanzrahmen nicht verfügen kann. Erst nachträglich stimmte der Gemeinderat diesen zusätzlichen Kosten zu. Jetzt hat sich der Rathauschef dazu geäußert.

Die Stadt Widdern hat vergangenes Jahr die Homepage überarbeitet. Die Schlussrechnung steht noch aus, es werden gut 130.000 Euro sein.
Screenshot: privat
Die Stadt Widdern hat vergangenes Jahr die Homepage überarbeitet. Die Schlussrechnung steht noch aus, es werden gut 130.000 Euro sein. Screenshot: privat  Foto: Screenshot: privat

Kevin Kopf bezeichnet es als Fehler

"Es war ein Fehler von mir", sagt Widderns Bürgermeister Kevin Kopf. "Es tut mir leid." Der Stadt habe er keinen Schaden zufügen wollen. Im Gegenteil: Es sei ihm um das Wohl der Stadt gegangen. Kevin Kopf, der nach eigenen Angaben zuletzt in längerer Corona-Quarantäne war, hat sich fürs Gespräch mit unserer Zeitung Zeit genommen und schildert ausführlich die Homepage-Episode.

Mitte 2020, als Bürgermeister Kevin Kopf längere Zeit krank geschrieben war, hätten sich demnach Gemeinderat und Stadtverwaltung mit der neuen Homepage beschäftigt und mit einem Unternehmen gesprochen. Bei der finalen Entscheidung habe der Bürgermeister krankheitsbedingt gefehlt.


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Es gibt ein Missverständnis

Ausdrücklich nimmt er seine Verwaltung und die stellvertretenden Bürgermeister in Schutz, weist niemandem der damals Beteiligten eine Schuld zu: Es habe damals ein Missverständnis gegeben, sagt der Bürgermeister. In der Stadt Widdern sei man davon ausgegangen, eine komplette Homepage für 80.000 Euro zu erhalten. Das stehe auch so in Protokollen, erzählt Kevin Kopf. Dem war nicht so, wie man es auch in den Verträgen lese, sagt er. Letztendlich hatte die Stadt nur das Gerüst von widdern.de in Auftrag gegeben, die Inhalte wie Texte und Fotos aber nicht. "Man ist von einem falschen Sachstand ausgegangen", sagt er.


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Die Zeit drängt Mitte 2021

Das stellte sich erst Mitte 2021 raus, als die Zeit knapp wurde. Die Stadt hatte eine Sporthalle gebaut sowie die Kultur- und Festhalle saniert. Die Einweihung nahte, alles sollte beworben, Karten für einen Comedy-Abend online verkauft werden. Was tun? Homepage fertig stellen oder alles ablasen, weil die Seite nicht steht? "Man wollte die Stadt Widdern gut präsentieren", sagt Kevin Kopf. Er habe sich in der Sommerpause des Gemeinderats aufgrund der Zeitnot bis zur Eröffnung dazu entschlossen, die Seite voranzutreiben.

Kevin Kopf berichtet davon, dass er jemanden beauftragt habe, die Inhalte zu liefern. Diese Vergabesumme wäre Kopfs Verfügungsrahmen gewesen. Nur: Es seien Details hinzugekommen, Absprachen mit der ersten Homepage-Firma nötig geworden. Die Auftragssumme habe sich summiert. Kopf räumt den Fehler ein, billiger wäre die Seite aber nicht geworden. Der Gemeinderat hätte die Inhalte auch vergeben müssen, sagt der Bürgermeister.

 
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