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Heilbronner Kohlekraftwerk soll 2026 erlöschen

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Die EnBW legt ihre Pläne für Zukunft des Kraftwerksstandorts am Neckar vor: Sie plant den Neubau einer Gas-Turbine. Und die soll nicht nur mit Erdgas betrieben werden.

Direkt vor dem Kühlturm will die EnBW eine Gas- und Dampfturbine errichten (weiße Gebäude). Sie soll 2026 das Kohlekraftwerk (links) ablösen.
Foto/Animation: EnBW
Direkt vor dem Kühlturm will die EnBW eine Gas- und Dampfturbine errichten (weiße Gebäude). Sie soll 2026 das Kohlekraftwerk (links) ablösen. Foto/Animation: EnBW  Foto: EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Visualisierung: Rakete GmbH München

Die Tage des Kohlekraftwerks Heilbronn sind gezählt: Der Betreiber EnBW will den letzten Block im Jahr 2026 abschalten. Die entsprechenden Pläne stellte der Konzern am Freitagnachmittag in nichtöffentlicher Sitzung im Gemeinderat Heilbronn vor. Parallel wurde am Freitag unsere Zeitung informiert.

500 Millionen Euro Investitionen

Die Pläne sehen auf dem Kraftwerksgelände den Bau einer emissionsarmen Gas- und Dampfturbinenanlage vor. Dafür will der Energiekonzern etwa 500 Millionen Euro investieren. Vorgesehen ist, die Anlage gleich mit einer gewissen Beimengung von sogenanntem grünen Wasserstoff zu befeuern - und sobald ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht, sie auf Betrieb ausschließlich mit diesem Energieträger umzurüsten.

 


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1,6 Millionen Tonnen CO2 werden eingespart

Nach EnBW-Angaben können alleine durch diese Umstellung etwa 1,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr und damit etwa die Hälfte der aktuellen Emissionen des Kohlekraftwerks eingespart werden. "Es gibt keine andere Technologie, die in so kurzer Zeit einen so hohen Beitrag leisten kann", sagt Andreas Pick, bei der EnBW übergreifend verantwortlich für die so genannten "Fuel Switch"-Projekte, bei denen Kohlekraftwerke auf klimaverträglichere Energieträger umgerüstet werden. Auch das Stadtklima profitiere: Der Ausstoß von Stickoxiden werde im Vergleich zu heute um etwa 80 Prozent, der von Schwefeloxiden um mehr als 90 Prozent sinken.

Schicksal der alten Anlagen muss noch geklärt werden

Auch das Gaskraftwerk soll künftig Fernwärme liefern. Die EnBW wolle dabei von Dampf auf Heißwasser umstellen, erläutert Pick. Zwischen dem Neubau und dem Kühlturm sei dazu ein Wärmespeicher vorgesehen. Der Kühlturm selbst werde weiter genutzt, auch einzelne weitere Gebäude brauche die EnBW wohl noch. Details müssen aber noch geklärt werden, erläutert Jens Rathert, Technischer Projektleiter für Heilbronn. Was mit den Teilen des Kraftwerks geschieht, die nach 2026 nicht mehr genutzt werden, ist offen. Vorstellbar seien mehrere Optionen, von einer Nachnutzung durch den Konzern über Vermietung und Verpachtung bis zum Abriss. "Wir haben auch für ein stillgelegtes Kraftwerk die Verkehrssicherungspflicht", sagt Pick.

 


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100 von 200 Beschäftigten können bleiben

Von den derzeit etwa 200 Mitarbeitern, die für die Kraftwerke Heilbronn, Marbach und Walheim zuständig sind, würden etwa 100 Beschäftigte weiter benötigt. Der Stellenabbau werde sozialverträglich ablaufen, erwartet Pick: Das Durchschnittsalter der Belegschaft sei relativ hoch. "Und die verbleibenden Mitarbeiter haben die Gewissheit, dass sie an einem Standort mit Zukunftstechnologie tätig sind."

Das Gas kommt über eine neue Leitung

Das Gas soll die neue Turbine von der neuen Süddeutschen Erdgasleitung erhalten. Die Bauarbeiten für das Projekt sind im Raum Mannheim bereits gestartet, etwa 2024 werde die Leitung in Höhe der Böllinger Höfe nach Süden in Richtung Stuttgart verlegt, sagt Rathert. Von einer Übergabestation soll dann eine Verbindungsleitung bis zum Kraftwerk verlaufen. Rohre und Technik würden so ausgelegt, dass sie später auch Wasserstoff transportieren können. "Heilbronn könnte nach dieser Umstellung eine der ersten Großstädte Deutschlands sein, die Strom und Wärme komplett klimaneutral produziert", meint Pick.


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Baubeginn Ende 2023 geplant

Die Stadt Heilbronn startet nach der Sommerpause das Verfahren zur Anpassung des Bebauungsplanes für das Kraftwerksgelände. Im Laufe nächsten Jahres will die EnBW dann das Genehmigungsverfahren vorbereiten. Der Antrag soll in der ersten Hälfte 2023 beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht werden. Genehmigung und endgültige Investitionsentscheidung vorausgesetzt, könnte der Bau im vierten Quartal 2023 beginnen.

Infoveranstaltungen

Die Pläne für das Kohlekraftwerk Heilbronn wird die EnBW in mehreren Terminen auch Bürgern, Behörden und Verbänden vorstellen. Die erste Möglichkeit, sich ein Bild zu machen, bietet sich bereits am kommenden Freitag, 30. Juli, um 18.30 Uhr im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung, die aus der Heilbronner Harmonie übertragen wird. Teilnehmer können sich über die Projektseite www.enbw.com einwählen. Die EnBW plant außerdem im Laufe des Sommers Führungen auf dem Kraftwerksgelände. Termine werden auf der Projekt-Homepage bekanntgegeben.

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