Gesperrte Straßen: Hochwasser steigt noch weiter an

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Die Wehrbrücke zwischen Neckarsulm und Obereisesheim ist aktuell gesperrt. Auf anderen ufernahen Straßen und Radwegen steht ebenfalls das Wasser. Ab Nachmittag sollen die Pegelstände sinken.

Von Adrian Hoffmann

Neckar, Kocher und Jagst sind nach dem Starkregen der vergangenen Tage bis zum Rand gefüllt. Gegen Mittag soll der Wasserstand des Neckars bei der Schleuse Gundelsheim den sogenannten Scheitelwert erreichen. Das teilte die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale in Karlsruhe am Morgen mit.

Der Pegelstand werde in der zweiten Tageshälfte aber wieder fallen, sagt Manfred Bremicker, Leiter der Behörde mit Sitz in Karlsruhe. Ein Neckar-Hochwasser dieser Art gebe es alle zwei bis fünf Jahre. Deutlich schlimmer sah die Lage in der Nacht im Schwarzwald aus.


Neckartalradweg gesperrt

Nach Informationen unserer Redaktion ist der Neckartalradweg an mehreren Stellen gesperrt, unter anderem zwischen Kirchheim und Lauffen. Der Weg ist derzeit bei den Kirchheimer Tufffelsen auf einer Länge von mehreren Hundert Metern von Neckarwasser überspült. Radler müssen über die B27 ausweichen.

In den Oberläufen von Kocher und Jagst seien die Pegelstände bereits wieder fallend, so Bremicker weiter. In den Unterläufen allerdings steige der Wasserstand weiter an und erreiche noch in der zweiten Tageshälfte den Scheitelwert. Auch hier sei aber noch heute zu erwarten, dass der Wasserstand sinke.

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Flussnahe Anlagen wie Radwege und Sportplätze würden bei Hochwasser dieses Ausmaßes sicherheitshalber oftmals gesperrt, erklärt Bremicker. Das sei ganz normal. Er gehe davon aus, dass keine größeren Beeinträchtigung in der Region Heilbronn-Hohenlohe zu erwarten seien.

In Niedernhall schwoll der Kocher am Mittag auf eine bedrohliche Größe an und überspülte unter anderem eine Fußgängerbrücke.

Beim Ruderverein Bad Wimpfen bleibt man in Alarmbereitschaft. Wenn der Neckar auf 6,70 Meter ansteige, reiche das Wasser bis zur Bootshalle heran. Es könne also sein, dass sehr kurzfristig die Bootshalle geräumt werden müsse, so Vereinsvorsitzender Gerhard May.

Straßensperrungen wegen des Hochwassers

An einigen Orten in der Region waren insbesondere in der Nacht Straßen teilweise gesperrt. Die B27 bei Gundelsheim war am Freitagmorgen bis 8 Uhr gesperrt. Derzeit komme es örtlich noch immer zu Überflutungen, teilt ein Sprecher der Heilbronner Polizei mit. Die Folgen des Hochwassers seien allerdings überschaubar.

Noch gesperrt sind die Straßen zwischen Haßmersheim und Neckarmühlbach sowie zwischen Ingelfingen und Criesbach. Auch die Wehrbrücke bei Audi zwischen Neckarsulm und Obereisesheim konnte am Mittag nicht passiert werden. Die Ortsdurchfahrt Kochertürn musste ebenfalls wegen Hochwasser gesperrt werden.

Entspannte Lage im Kraichgau

Im Raum Eppingen und Bad Rappenau waren die Rückhaltebecken weit von ihrer Kapazitätsgrenze  entfernt. „Hier war die Situation zum Glück entspannt“, sagt Gerold Werner vom Zweckverband Hochwasserschutz Elsenz-Schwarzbach. Zu diesem Zeitpunkt war „die Spitze durch“ und  das Wasser lief wieder aus den Becken ab. Höhere Pegelstände gab es dem Verbandschef zufolge an den Schutzeinrichtungen im Odenwald, auch dort sei es aber nicht zu Überflutungen der Dämme gekommen.

 

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