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Feuerwehrmänner organisieren Hilfstransport ins überschwemmte Ahrtal

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Waschmaschinen, Trockner und Co.: Die Feuerwehrmänner Michael Mühleck aus Stuttgart und Michael Specht aus Bad Friedrichshall haben einen Hilfstransport ins Ahrtal organisiert. Noch immer herrschen dort katastrophale Zustände.

Ein Hilfskonvoi aus der Region versorgt Menschen mit dem Nötigsten.
Ein Hilfskonvoi aus der Region versorgt Menschen mit dem Nötigsten.  Foto: privat

Kleider haben sie genug. Was die Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten brauchen, sind Werkzeug, Waschmaschinen und Wasserkocher. Das ist die Erkenntnis von Feuerwehrmann Michael Mühleck von der Berufsfeuerwehr Stuttgart. Gemeinsam mit Michael Specht, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Bad Friedrichshall, hat er einen Hilfstransport ins Ahrtal organisiert. Mühleck stammt aus Neckarsulm. "Ich war für die mobile Führungsunterstützung der Berufsfeuerwehren aus Baden-Württemberg vor Ort", sagt der 37-Jährige. "So etwas habe ich als Berufsfeuerwehrmann noch nicht gesehen."


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Geldspenden und zehn Waschmaschinen 

Zurück in Stuttgart lassen ihn die Eindrücke nicht mehr los. Er erhält eine Liste mit den Dingen, die die Menschen vor Ort brauchen. Er ruft bei Kameraden im Umland und in seiner alten Heimat Neckarsulm an. Dort wird er zu Michael Specht weitergeleitet. "Ursprünglich ging es um Kleidung für Feuerwehrleute und um Equipment. Ein bisschen was Ausgemustertes haben wir in Reserve", sagt der 38-Jährige, der bei der Feuerwehr in Bad Friedrichshall als hauptamtlicher Gerätewart arbeitet. Er erhält die Liste und leitet sie an Bekannte weiter. "Zehn Waschmaschinen, Trockner, Schubkarren und Großgeräte haben wir organisiert." Privatleute und Firmen seien unter den Gebern gewesen. Zudem seien Geldspenden im mittleren vierstelligen Bereich zusammengekommen.

Firmen gewähren Preisnachlässe

Specht kauft damit dringend notwendiges Material ein. Firmen hätten ihnen Preisnachlässe gewährt. "Alles, was auf der Liste stand, konnten wir innerhalb von zwei Tagen nahezu vollständig besorgen."

Am nächsten Morgen um 5.45 Uhr rollen vier Lkw ins Überschwemmungsgebiet. Der zentrale Versorgungspunkt ist die Verbandsgemeinde Altenahr im Landkreis Ahrweiler. Von dort sind die Hilfsgüter nach Kreuzberg, Dernau und Altenburg verteilt worden. Im Dörfchen Altenburg seien alle Häuser außer der Kirche von der Flutwelle betroffen, beschreibt Mühleck die Lage. Von den etwa 300 Einwohnern schliefen nur noch eine Handvoll in ihrem Dorf.


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Auch Gummistiefel sind rar und werden gebraucht

"Die Menschen vor Ort waren baff, als sie gesehen haben, was wir alles dabeihatten", sagt Mühleck. Werkzeuge oder Haushaltsgeräte können die Menschen vor Ort nicht einkaufen, erklärt er. 16 Waschmaschinen seien es insgesamt gewesen, Bohrmeißel, Säbelsägen, Akkuschrauber, Kabeltrommeln, Hochdruckreiniger, Wasser- und Staubgutsauger, Stromaggregate, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke, ein Riesenpaket an Gummistiefeln. Letztere seien dringend notwendig. "Die Menschen kamen mit Turnschuhen aus ihren mit Wasser-Heizöl-Gemisch überfluteten Kellern."

Insgesamt transportieren die freiwilligen Helfer etwa acht Tonnen Hilfsgüter in die betroffenen Ortschaften. Allein der Lkw aus Bad Friedrichshall sei mit 13 Europaletten und 4,5 Tonnen Hilfsgütern beladen gewesen. Nun überlege man, einen weiteren Konvoi zu organisieren. Nach wie vor sei Unterstützung in den betroffenen Gebieten notwendig.

 
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