Erneut viele Tages-Touristen in Schneegebieten - Andrang auch am Beilsteiner Stocksberg
Trotz Mahnungen aus der Politik tummeln sich am Samstag erneut viele Tages-Touristen an beliebten Winterausflugszielen. Seit dem Nachmittag sind auch die Parkplätze am Beilsteiner Stocksberg belegt.

Am Rodelgebiet am Beilsteiner Stocksberg kam es auch am Samstag wieder zu großem Andrang. Nachdem es bereits an den letzten Schneetagen zu Besucherströmen und Verkehrschaos kam, hatte die Polizei ein Verkehrskonzept entwickelt. Polizeistreifen waren auch am Samstag vor Ort, Parkverstöße wurden geahndet. Die Parkplätze waren seit 13 Uhr voll belegt, zum Verkehrschaos kam es aber nicht. Bereits kurz vor 15 Uhr waren Abwanderungstendenzen erkennbar, erläutert ein Sprecher der Polizei.
"Wir waren die letzten vier Tage mit den Kindern hier, immer schön früh, da ist weniger los und es ist coronakonform", erzählt Melanie Ruschak aus Bad Friedrichshall. Bei einer 15-Kilometer-Regel wären sie raus, das ist ihnen bewusst. "Wäre schade, aber wenn es die Situation erfordert, dann nimmt man das hin - Gesundheit geht vor Spaß."
Großer Andrang im Nordschwarzwald
Wegen des großen Andrangs auf den Nordschwarzwald wurden bereits am Morgen alle Zufahrtsstraßen zur Schwarzwaldhochstraße gesperrt, wie ein Polizeisprecher aus Offenburg sagte. Die Parkplätze rund um das Ausflugsziel waren bereits am Vormittag vollständig belegt. «Es macht keinen Sinn in die Schneegebiete im Nordschwarzwald zu fahren», sagte der Sprecher. Zuvor berichtete der SWR.
Die Menschen, die mit ihren Autos auf den gesperrten Straßen stehen, seien jedoch meist einsichtig und akzeptieren die Anweisungen der Beamten.
Schwäbische Alb: viel los, aber keine Sperrungen nötig
Auch die Schwäbische Alb war das Ziel vieler Ausflügler am Samstag. «Es ist zwar viel los, doch es ist noch nicht chaotisch», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidium Reutlingen. Die Parkplätze seien gut gefüllt. Die Notwendigkeit Straßen zu sperren, habe es jedoch noch nicht gegeben.
Da es trotz des Corona-Lockdowns immer wieder zu chaotischen Szenen an den winterlichen Ausflugszielen kam, kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag im Landtag ein konsequentes Vorgehen gegen Überfüllung in den Schneeregionen im Land an. Tourismusminister Guido Wolf (CDU) rief die Bürger erneut zum Verzicht auf. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, es komme nun auf jeden Einzelnen an und klar sei, «dass wir diesen Leichtsinn nicht tolerieren können».
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Kommentare
Bernhard Sosnik am 10.01.2021 13:00 Uhr
Wir waren am 09. Januar ab etwa 12 Uhr am Stocksberg. Es gab keine Absperrung der örtlichen Polizei. Am Rodelhang war nicht sehr viel los, auch am Nachmittag musste man feststellen, dass es keinen "Andrang" zu verzeichnen gab. Wenngleich am "ersten" Waldparkplatz nachmittags einige Wildparker zu verzeichnen waren, die die Polizei zu Recht auf den Plan rief, Knöllchen zu verteilen.
Wir hatten zudem den Eindruck, dass sämtliche Anwesenden äußerst diszipliniert vorgingen und der vorgeschriebene Mindestabstand allerorts eingehalten wurde.
Von "Andrang" kann also keine Rede sein. Warum nimmt die Politik aktuell den Leuten sämtliche Lebensfreude? Man will -so mein Eindruck-, den Menschen am liebsten alles verbieten, sogar den Spaziergang im Freien oder das Schlittenfahren an einem wirklich riesigen Rodelhang wie am Stocksberg.
Bereits jetzt wird aus Bayern von einer Verlängerung des Lockdowns über den 31. Januar hinaus gesprochen. Herrn Söder sollten die aktuellen Todeszahlen trotz aktuellen Lockdowns bekannt sein. Ich jedenfalls kann im erneuten Lockdown, der 15-Kilometer-Regel etc. keine wirklichen Heilmittel gegen die Pandemie erkennen. Die Kanzlerin und ihre Lakaien sollten stattdessen wirksame Konzepte für die schleunige Wiedereröffnung unserer Schulen und Kitas, sowie dem Wiederhochfahren der Wirtschaft vorlegen, für deren Erarbeitung man nun beinahe ein Jahr Zeit hatte. Mit dem aktuellen Lockdown-Irrsinn fahren wir dieses Land sonst endgültig an die Wand.