Meinung: Die Politik hat gegen das Virus gewettet - und verloren
Zurück in den Unterricht mit Raumlüftern, die die Ansteckungsgefahr reduzieren - so stellt sich die Landesregierung den Start ins neue Schuljahr vor. Doch dieser Plan wird nicht aufgehen. Die Weitsicht hat der Regierung gefehlt, findet unser Redakteur.
Es war eine Wette gegen das Virus. Wäre es gelaufen wie vor Monaten erhofft, dann hätten die Impfungen dem Sars-Cov2-Virus in diesem Jahr den Garaus gemacht - zumindest in den Industrieländern. Dann hätte alles weitergehen können wie vor der großen Pandemie. Die Wette wurde verloren. Das ist nun auch schon wieder seit Monaten klar. Weitsichtig hätten sofort Entscheidungen getroffen werden müssen, die beispielsweise einen geregelten Präsenzunterricht in Schulen sicherstellen. Passiert ist nichts. Wie so oft in dieser Krise wartete die Politik in Berlin und den Landeshauptstädten ab, ob sich das Problem nicht wider Erwarten von selbst löst. Leider heißt es abermals: verspekuliert!
Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dabei Behörden wie das Umweltbundesamt, die an ihren einmal fixierten Positionen auf Gedeih und Verderb festhalten. In diesem Fall heißt das: Richtiges Lüften genügt, Raumluftfilter sind überflüssig. Wie es in der Praxis aussieht, welche Folgen das Dauerlüften für den Schulbetrieb hat, dafür sind die Partikelexperten offenbar nicht zuständig. Aber die Politik beruft sich natürlich gern auf sie, wenn dadurch Fördermillionen eingespart werden können. Dabei ist es wieder einmal eine Milchmädchenrechnung. Die Kosten geschlossener Schulen werden uns schon bald sehr viel teurer zu stehen kommen.
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