Für Schulen sind Luftreiniger ein Baustein, um Sicherheit zu erhalten
Das Land will Luftreiniger für Schulen bezuschussen. Solche Anlagen sind an einigen Schulstandorten bereits im Einsatz - die Lehrer sind damit zufrieden.

Das Land will Kommunen mit insgesamt 60 Millionen Euro dabei unterstützen, mobile Lüftungsanlagen für Schulen zu kaufen. Schulvertreter begrüßen den Schritt, manche Kommunen haben aber erst gar nicht auf Fördermittel gewartet. Jagsthausen gehört zu den Schulträgern, die auf eigene Kosten die Schulen ausgestattet haben. Vertreter der Grundschule sind froh über die Anschaffung.
Wenn es im Gang ganz leise ist, dann hört man aus dem leeren Klassenzimmer ein leises Summen. Auf Stufe vier von sechs läuft das Gerät, man kann sich problemlos unterhalten. Rektorin Anja Strauß ist froh, dass der Ort schon vor Monaten die Luftreiniger gekauft hat. Das Signal an alle sei klar, Sicher- und Gesundheit stehe ganz oben. Zu Maske, den regelmäßigen Tests und dem Lüften kommt mit den Anlagen ein weiterer Baustein hinzu. "Wir tun alles, was möglich ist", sagt Anja Strauß. "Da muss man alle Register ziehen."
An der Grundschule in Jagsthausen schaltet der Hausmeister morgens die Luftreiniger auf die höchste Stufe
Am frühen Morgen vor Unterrichtsbeginn schaltet der Hausmeister die Geräte auf die höchste Stufe, im Unterricht geht es runter, in den Pausen dann wieder hoch, beschreibt die Rektorin den Alltag. In den Klassenzimmern der Grundschule, die von 60 Mädchen und Jungen besucht wird, laufen die Anlagen während des Unterrichts, die Fenster müssen trotzdem weiterhin regelmäßig geöffnet werden. Ob die Geräte in den warmen Wochen, wenn die Fenster eh offen sind, etwas bringen, kann die Schulleiterin nicht einschätzen. Aber: "Im Herbst und Winter hatten wir ein gutes Gefühl." Anja Strauß hofft, dass sich mit solchen Anlagen in der kalten Jahreszeit die Lüftungs-Regeln ändern. Nicht mehr alle 20 Minuten sondern nur noch alle 40, das wäre eine Erleichterung, sagt sie.
Die Lehrergewerkschaft fordert solche Anlagen schon lange
Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Schritt. Luftreiniger fordere der Verband seit Beginn der Pandemie, sagt Jana Kolberg, GEW-Kreisvorsitzende Main-Tauber/Hohenlohe. "Es ist ein richtiger Schritt und hilfreich für Schulen und Kitas", betont sie und hofft, dass solche Geräte auch bei der Kinderbetreuung eingesetzt werden. Filter würden die Ansteckungsgefahr minimieren. Das sei ein Baustein, um ab Herbst den Regelunterricht zu ermöglichen. Zugleich hat sie Vorgaben an solche System: Sie sollten leise sein, damit man noch unterrichten kann.
Für Elternsprecher aus Heilbronn kommt der Zuschuss zu spät
Der Landeszuschuss sei zwar gut, sagt Christoph Eberlein. "Er kommt aber viel zu spät", ergänzt der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Heilbronn. "Die Zeit läuft davon." Christoph Eberlein befürchtet mittlerweile sogar, dass man wegen der Delta-Variante im Herbst wieder über Schulschließungen diskutieren müsse. Auch der Heilbronner Elternvertreter sieht die Geräte als einen Baustein an, mit dem man andere Maßnahmen ergänze. Er spricht sich deshalb dafür aus, das Impfen von Jugendlichen zu forcieren. Das solle man auch deshalb machen, damit ein hoher Anteil der Gesellschaft geimpft wird.
Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel betont: "Jedes Mittel, das dazu beiträgt, unsere Kinder zu schützen, den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten und die Pandemie zu brechen, ist für uns ein ernstes Thema." Wenn das Land die Stadt Heilbronn hierbei unterstütze, "sind wir dafür sehr dankbar". Allerdings scheint für den OB das angekündigte Förderprogramm dafür inhaltlich und von seiner finanziellen Ausstattung "völlig unzureichend" zu sein. Mergel sagt: "Hier muss das Land ganz klar nachlegen."
Das plant die Stadt Neckarsulm
Die Stadtverwaltung Neckarsulm will das grundsätzliche Vorgehen diese Woche mit Stadträten abstimmen. "Die Stadt geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass Raumluftfilter dort eingesetzt werden, wo es angesichts der räumlichen Situation geboten erscheint, also etwa in Räumen, die nicht oder nur schwer belüftet werden können", sagt Rathaussprecher Andreas Bracht. "In welchem Umfang Raumliftfilter in den städtischen Schulen eingesetzt werden, muss noch im Detail festgelegt werden." Fest stehe für Neckarsulm, dass Raumluftfilter nur als ergänzende Maßnahme sinnvoll sein können. "Die notwendige Frischluftzufuhr durch regelmäßiges Lüften können sie nicht ersetzen."
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