Die besten drei Trollinger kommen vom Stromberg
Der etablierte Wettbewerb der Vereinigung Württemberger Weingüter heißt neuerdings Trollinger Summit. Jungwinzer wollen das Image der umstrittenen Sorte aufpeppen und küren die besten.

In mancher New Yorker Bar ist er als Geheimtipp zum coolen Kult-Getränk avanciert. In der Südtiroler Top-Gastronomie legen ihn junge Sommeliers nach Jahren der Verachtung selbst gut betuchten Gästen ans Herz. Fachblätter wie Vinum und Falstaff würdigen ihn zunehmend als regionaltypische Spezialität - in Abgrenzung zu globalen Allerweltstropfen. Die Rede ist von einem Wein, der in seiner Heimat Südtirol Vernatsch heißt und in Württemberg Trollinger, weil er schon im Mittelalter aus "Tirolingen" ins Schwabenland exportiert wurde und Wurzeln fasste.
Bruder des Südtiroler Vernatsch
Dass der leichte und deshalb oft belächelte Tropfen derzeit in Kennerkreisen eine Wiederentdeckung erlebt, ist vielen heimatbewussten Winzern zu verdanken, aber auch zwei motivierenden Wettbewerben: Dem Südtiroler Vernatsch-Cup, der jüngst in Lana bei Meran zum 19. Mal über die Runden ging, und dem schon 1998 initiierten Trollinger-Wettbewerb, der inzwischen von einer munteren Jungwinzer-Truppe der Vereinigung Württemberger Weingüter als Trollinger Summit neu aufgestellt wurde und über soziale Medien witzig und spritzig ins Rampenlicht gerückt wird: so auch jetzt bei der von Michael Möhle multimedial eingefangenen und von Cathrin Bihlmayer, Julia Böcklen und Björn Heinrich moderierten Siegerehrung in Ludwigsburg.
Von 76 auf 41 auf zehn
Insgesamt 76 Trolllinger der Jahrgänge 2018 bis 2021 waren beim zweiten Summit ins Rennen gegangen, von denen sich nach einer kritischen Vorauswahl durch Studierende der Weinbauschule Weinsberg 41 für die Zwischenrunde qualifizierten. Dort wurden sie von einer elfköpfigen Jury aus Sommeliers, Medienvertretern und Händlern nochmals kritisch unter die Lupe genommen. Ins Finale kamen zehn Weine, aufs Siegertreppchen ein Trio aus dem Bereich Stromberg.
Das sind die besten Trollinger im Ländle
Den Trollinger des Jahres 2022 stellt Martin Fischer vom Weingut Sonnenhof in Vaihingen/Enz. Auf Platz zwei landeten Martin, Philipp und Julian Notz aus Sachsenheim und auf Rang drei Reinhard und Christine Baumgärtner vom Sachsenheimer Panorama-Weingut.
Das Treppchen knapp verpasst hat Familie Wiedenmann vom Sankt Annagarten in Beilstein vor Weinmanufaktur Untertürkheim, Weingärtner Cleebronn-Güglingen, Fellbacher Weingärtner, Bernhard Ellwanger (Winterbach),Weingärtner Marbach und Steillagenweingut Muck (Bietigheim-Bissingen).
Profilierung durch Weinsberger Projekt
Alexander Spöri von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (LVWO), der auch die Jury leitete, nannte den Trollinger in seiner Laudatio "identitätsstiftend und tief in der DNA der Schwaben verwurzelt". Durch andere Konsumgewohnheiten sei die Fläche in 20 Jahren zwar von 2500 Hektar auf 1950 gesunken, die Qualität aber gestiegen: durch Mengenreduzierung, schonende Vinifizierung und bei Premiumtropfen durch die Reifung im Holz. Wie Spöri durchblicken ließ, laufe in der LVWO derzeit ein Projekt an, über das das Sortenprofil weiter geschärft werden soll.
Die Sieger im Paket
Die drei siegreichen Weine kann man bestellen über www.wein-moment.de
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