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Bad Wimpfen

Bürgerinitiative argumentiert gegen Radschnellweg

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Der Zusammenschluss legt eine Alternativroute vor und erwägt juristische Schritte gegen den RS 3.

von Julia Haaga
Der Radweg am Neckar führt durch parkähnliches Gelände. Viele Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Die jetzt abgegebene Absichtserklärung mit dem RP sieht vor, dass das Land diesen Weg vorläufig nicht antastet.
Der Radweg am Neckar führt durch parkähnliches Gelände. Viele Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Die jetzt abgegebene Absichtserklärung mit dem RP sieht vor, dass das Land diesen Weg vorläufig nicht antastet.  Foto: Plückthun, Ute

Vor der Verkehrsfreigabe eines Demo-Teilstücks des Radschnellwegs RS 3, die für 2024 geplant ist, meldet sich die Bürgerinitiative Netzwerke Neckartal (BINN) zu Wort. Für Natur und Umwelt sei die geplante Route auf der westlichen Neckarseite "eine Katastrophe", so die Bürgerinitiative. Da das Vorhaben aus ökonomischer und ökologischer Sicht seine Ziele verfehle, werden juristische Schritte gegen die Erstellung des RS 3 erwogen, wie die Initiative zudem mitteilt.

Der RS 3 führt durch ein Naturschutzgebiet. Es müssten unzählige Bäume und Büsche gefällt werden. Eine Alternative auf der östlichen Neckarseite, die bereits größtenteils versiegelt ist, könnte eine umweltfreundliche und kostengünstigere Alternative darstellen. Dort seien zudem alle Arbeitgeber und Bildungsträger angesiedelt, argumentiert die Bürgerinitiative.

 


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Bettina Scheid-Mosbacher befasst sich seit drei Jahren beim BINN mit dem Radschnellweg. Das Bündnis mehrerer Bürgerinitiativen und Einzelpersonen wurde 2018 gegründet, um die Themen Flächenverbrauch und Straßenbau gemeinsam aufzugreifen. Im Netzwerk eingegliedert ist unter anderem die Wimpfener Stadtentwicklung (WiSe), der Scheid-Mosbacher angehört.

Der RS3 sei mit seiner Breite von 6,50 Metern und einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern nicht die richtige Lösung. Beim BINN trägt man Sorge, dass mit der anvisierten Umsetzung des Demo-Teilstücks in Bad Wimpfen vom Brunnenstubenweg bis zum Yachthafen der Weg frei wäre, das gesamte Projekt umzusetzen.

 


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Scheid-Mosbacher legt einen Plan vor. Auf der linken Seite ist der Verlauf des RS 3 eingezeichnet. Daneben findet sich die Alternativroute, die der Verband ausgearbeitet hat. Mit dem geplanten RS3 hätten Radfahrer keine direkte Anbindung an Bad Friedrichshall, Neckarsulm, die Arbeitgeber, Bildungseinrichtungen und den ÖPNV östlich des Neckars. "Die Kosten der Zuwege bis zum Radschnellweg müssten von den Kommunen getragen werden." Der Verlauf führe zudem durch ein Hochwassergebiet. Es müssten außerdem Biotope und Feldhecken weichen", so Scheid-Mosbacher weiter. Der Radschnellweg führe durch ein Naturschutzgebiet."Unser Neckartal ist reich an Flora und Fauna. Lebendige Bodenfläche macht einen Großteil unseres Klimaschutzes aus", so die Aktivistin.

Der Radschnellweg hätte mit seiner On-Demand-Beleuchtung "Landstraßenniveau". Das könne Tiere irritieren. Biomasse und Feuchtigkeitsspeicher gingen zudem verloren, eine "intakte Natur mit Pflanzen, Bodenwesen, Kleingetier und Amphibien". Eine Alternativ-Route in Bad Wimpfen im Tal innerorts und ab Bad Friedrichshall auf der östlichen Neckarseite würde "ausschließlich auf bereits verdichtet und versiegeltem Boden entlangführen. Man müsste keine Neuversiegelungen vornehmen.

Man habe beim BINN beide Strecken mehrfach abgefahren, und auf 14 Kilometern eine Zeitersparnis von vier Minuten beim RS 3 errechnet. "Wir brauchen keinen Radschnellweg, sondern einen gut ausgebauten Radweg."

 


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