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Nach Bildungsgipfel: Gymnasien fordern zeitnah weitere Details zu G9

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G9 soll 2025/2026 zurück in die Schulen in Baden-Württemberg kommen und die Grundschulempfehlung zudem verbindlicher werden. Aber die Lehrer in der Region Heilbronn sehen noch offene Fragen.

Wohin steuert die Bildungslandschaft im Land? Stuttgart diskutiert unter anderem darüber, die Grundschulempfehlung wieder verbindlicher zu machen.

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Wohin steuert die Bildungslandschaft im Land? Stuttgart diskutiert unter anderem darüber, die Grundschulempfehlung wieder verbindlicher zu machen. Foto: dpa  Foto: Marijan Murat

Mit dem G9 soll im Schuljahr 2025/2026 begonnen werden, Werkreal- und Realschulen kommen unter ein Dach, und die Grundschulempfehlung wird verbindlicher: Das sind Pläne, die die grün-schwarze Landesregierung nun allein umsetzen wollen. Der Bildungsgipfel mit SPD und FDP ist gescheitert.

Viviane Kalisch begrüßt den Schritt, dass die Grundschulempfehlung wieder verbindlicher werden soll. Auch die Idee, dass es einen Test geben soll, findet sie gut. Dass nun an allgemeinbildenden Gymnasien wieder nach neun Jahren das Abitur gemacht werden soll, ist für sie "höchste Zeit", sagt die Vorsitzende des Heilbronner Gesamtelternbeirats. Wie genau das neue G9-Gymnasium aussehen soll, welche Inhalte zu welchem Zeitpunkt vermittelt werden, das ist noch unklar. Für Viviane Kalisch ist es kein Problem, sollten im Spätjahr bei den Informationsabenden für die Eltern von Viertklässlern noch manche Details offen sein. "Das bereitet mir keine Sorgen."

GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn sieht noch Fragen zu G9 offen

Harald Schröder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht das anders. "Wir haben noch keinen Ansatz von Bildungsplänen", sagt der GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn. Wann kommt die zweite Fremdsprache, wann Geschichte? Eltern, die Kinder am Gymnasium anmelden wollen, würden wissen wollen, was auf Schüler zukomme. Harald Schröder hofft, dass Mütter und Väter nachfragen.

"Es ist das, was wir erwartet hatten", sagt Antje Kerdels, Sprecherin der Direktoren der Gymnasien in der Region. Das neue G9 soll mit den Klassenstufen fünf und sechs im Herbst 2025 beginnen. Das seien ohnehin die Orientierungsstufen, sagt Antje Kerdels. Auf Kinder käme vermutlich dasselbe zu wie derzeit bei G8, "mit Abstrichen", ergänzt sie.


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Wann geht es mit zweiter Fremdsprache am G9-Gymnasium los? 

Dennoch: Zeitnah erwarten die Gymnasien weitere Informationen, um beispielsweise schulintern eigene Akzente setzen zu können - etwa im Bereich Demokratiebildung oder Technik. Auch noch unklar ist, wann es mit der zweiten Fremdsprache am G9-Gymnasium losgehen soll. Aus Kreisen der Gymnasien ist zu hören: Zwar spreche manches dafür, damit bis Klasse sieben zu warten, anstatt wie bislang damit in Klasse sechs zu beginnen. An Gemeinschaftsschulen geht es aber beispielsweise mit Französisch schon für Sechser los.

Landesbildungsrat kritisiert Ausschließen von Lehrern und Eltern

Der Landesbildungsrat bedauert, dass zur "Bildungsallianz" nicht diejenigen eingeladen worden waren, die die aktuelle Bildungsdiskussion durch ihre Unterschriftensammlung für das neunjährige Gymnasium überhaupt erst in Gang gebracht hatten, nämlich die Elterninitiative zu G9. Auch seien Lehrkräfte-Gewerkschaften oder gewählte Eltern- und Schülervertretungen ausgeschlossen gewesen. "Die Landespolitiker wollten offensichtlich unter sich abklären, welchen gemeinsamen Nenner sie bildungspolitisch finden können", sagt Michael Mattig-Gerlach, Sprecher des Landesbildungsrats.


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Das Gremium hatte vor dem Bildungsgipfel die Ergebnisse von Umfragen veröffentlicht. Befragt worden waren über 10.000 Eltern unter anderem zu Grundschulempfehlung, Leistungsbeurteilung und -Transparenz sowie zu Sprachförderung und Integration nicht-deutschsprachiger Schüler.

Verbundsschule in Neckarsulm löst Interesse in ganz Baden-Württemberg aus

Neckarsulm hat seit vier Jahren eine Verbundschule mit Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschule unter einem Dach, nach den Sommerferien findet erstmals der Unterricht im neuen Schulhaus statt. Die Lösung steht unter manchen Neckarsulmer in der Kritik, Gemeinderat und Verwaltung betonten aber stets: Unter anderem könne man damit auf Änderungen in der Bildungspolitik reagieren.

Steffen Hertwig sieht den Schritt der Stadt nun bestätigt. "Eine Verbundschule ist der richtige Ansatz." Der Neckarsulmer Weg sei auch landesweit auf Interesse gestoßen. Die Stadt investiert in die Hermann-Greiner-Realschule, das Albert-Schweitzer-Gymnasium hat über die Stadt hinaus einen guten Ruf. Auf G9 mit weiteren Schülern könne das ASG reagieren, die Schule hatte schon weit mehr Schüler als derzeit.

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