Bei steigender Inzidenz drohen Stadt und Landkreis neue Einschränkungen

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Liegt die Inzidenz über 100, müssen Geschäfte zu Click und Collect zurückkehren. Im Landkreis Heilbronn könnte das frühestens ab Dienstag der Fall sein.

Geschäfte im Landkreis müssen nächste Woche eventuell schon wieder die Terminvereinbarung beenden und auf Bestellung und Abholung setzen.
Foto: Mario Berger
Geschäfte im Landkreis müssen nächste Woche eventuell schon wieder die Terminvereinbarung beenden und auf Bestellung und Abholung setzen. Foto: Mario Berger  Foto: Berger

Wenn die Zahlen steigen, könnte die Inzidenz im Landkreis Heilbronn bereits am Freitag bei mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegen. Das war zuletzt am 20. Januar der Fall. "Es ist mit Sicherheit nur eine Frage von Tagen", sagt Dr. Thomas Schell, Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Heilbronn.

Aktuell liegt die Inzidenz noch bei 92,9, die Stadt Heilbronn meldete 65,6. Erste Lockerungen des Lockdowns waren diese Woche wieder zurückgenommen worden, als beide Werte über 50 kletterten. Beispielsweise haben die Läden in Stadt und Landkreis Heilbronn inzwischen nur noch nach Terminvereinbarung geöffnet.

Weitere Einschnitte könnten folgen

Im Landkreis könnten kommende Woche weitere Einschnitte folgen. Liegt die Inzidenz drei Tage in Folge über 100, sind am zweiten darauf folgenden Werktag weitere Einschränkungen fällig. Frühestens ab Dienstag wäre dann in Geschäften nur noch Click und Collect erlaubt, Museen und Galerien müssten schließen, körpernahe Dienstleistungen und die Nutzung von Sportanlagen wären untersagt. Friseure und Schulen allerdings bleiben geöffnet. Dasselbe gilt für Buchhandlungen, Blumengeschäfte, Bau- und Gartenmärkte, die wie der Handel für Waren des täglichen Bedarfs behandelt werden. Eine Ausgangssperre würde erst wieder in Betracht gezogen, wenn diese Maßnahmen nicht greifen, erklärt Thomas Maier, Gesundheitsdezernent im Landratsamt.


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Abkehr von Inzidenz-Orientierung

Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel hatte vergangene Woche eine Abkehr von der alleinigen Orientierung an Inzidenzen gefordert und das Land zum Handeln aufgefordert. Auch Thomas Maier hält es für möglich, dass künftig weitere Parameter berücksichtigt werden. Man sei derzeit in einer spannenden Phase, in der die Lage in der Pandemie neu bewertet werde. Thomas Schell betont: "Das muss auf Landesebene entschieden werden." Ein Flickenteppich aus Regeln sei problematisch.

Schulöffnung und Lockerungen

Er erwartet zunächst weitere steigende Fallzahlen. Schulöffnungen und Lockerungen führten automatisch zu mehr Kontakten und damit zu mehr Ansteckungen. Aus seiner Sicht spielt dabei vor allem die Virus-Mutation eine Rolle, die sich schneller verbreitet als die Urform von Covid-19. Mittlerweile seien landesweit etwa 80 Prozent aller Infektionen auf die Mutation zurückzuführen, sagt Schell.


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Außerdem habe er den Eindruck, dass Kinder stärker betroffen seien. Deshalb werde in Schulen jetzt auch mehr getestet. Pflegeheime hingegen spielen im aktuellen Ausbruchsgeschehen nur eine geringe Rolle. "Das führen wir auf die Impfungen zurück", sagt Schell. Es sei ein großer Erfolg, dass es Impfstoff gebe. Allerdings sei man im Kreisimpfzentrum "weit entfernt von Volllastbetrieb", bestätigt Maier. "Wir haben auch keine stille Reserve an Impfstoff."

14 Tage Quarantäne ist Pflicht

Wer sich infiziert, muss 14 Tage in Quarantäne, Kontaktpersonen werden nach Möglichkeit getestet. Noch funktioniere die Kontaktverfolgung gut, erklärt Maier. "Wir wappnen uns für den weiteren Anstieg", so Schell. Ressourcen könnten aufgestockt werden.


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