Bau des Schwarz-Campus in Bad Friedrichshall beginnt mit Straßenbau
Für den Bau des Schwarz-Campus in Bad Friedrichshall wird viel Erde bewegt. Der Verkehr fließt dabei nicht durch das Wohngebiet. Die Schwarz-Gruppe löst als erstes ein Versprechen ein.

Die Planungsphase für den Projekt-Campus der Schwarz-Gruppe ist abgeschlossen. Mit dem Spatenstich hat nun der Bau des Großprojekts in Bad Friedrichshall begonnen. Bevor jedoch in die Höhe gebaut wird und die fünf Gebäude des Campus nach und nach Formen annehmen, wird gegraben, gegraben, gegraben. "Es müssen Hunderttausende Kubikmeter Erde bewegt werden", erläuterte Josef Klug, Geschäftsführer im Bereich Standortentwicklung der Schwarz-Gruppe, am Rande des Spatenstichs. Damit die Belastung durch die zahlreichen Lastwagen nicht zu groß für die Anwohner des Baufeldes wird, ist der erste Schritt die Fertigstellung einer Baustraße.
Baustraße wird nicht an die Bundesstraße angeschlossen
Der gesamte Baustellenverkehr wird darüber abgewickelt, sagt Josef Klug. Damit er eben nicht in der Nähe oder durch das Wohngebiet rollt. Das sei ein Versprechen der Schwarz-Gruppe an die Stadt gewesen, das nun zu allererst eingelöst werde. Die Baustraße werde nicht an die B27 angebunden, so dass kein Fremdverkehr darauf fährt. Die Fahrbahn bildet das Fundament für die neue Kreisstraße 2117, die künftig zwischen dem Campus und dem Neubaugebiet verlaufen wird. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass die Straße später "Am Campus" heißen soll. Erst wenn sie fertig ist, starten gegen Ende des Jahres der Erdaushub und damit die Rohbauarbeiten, sagt Josef Klug.
In der "Oberen Fundel" werde weniger Material entnommen als beim Bau der Lidl-Deutschlandzentrale in Bad Wimpfen, die inzwischen fertig ist, sagt Josef Klug. Auch der Abtransport des Aushubs soll besser funktionieren. In Bad Wimpfen gab es Ärger mit Anwohnern, weil die Lastwagen teilweise durch den Ort fuhren, anstatt, wie besprochen, direkt in Richtung Autobahn. Das große Problem lag darin, erklärte Klug, dass kurz nach Baustart auch auf der Autobahn eine Baustelle eingerichtet worden war, durch die sich ständig Stau bildete. Die Laster nahmen deshalb eine Ausweichstrecke.
Auch die Stadt und private Bauherrn bauen im Gebiet "Obere Fundel"
Auch wenn das in Bad Friedrichshall anders laufen soll, wird im und um das Areal "Obere Fundel" in den nächsten vier bis fünf Jahren viel los sein. Denn nicht nur die Schwarz-Gruppe baut in dem rund 20 Hektar großen Gebiet. Auch die Stadt und private Bauherren haben dort einiges vor. Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten im 2,5 Hektar großen Baugebiet "Amorbacher Straße" sowie die weiteren Arbeiten an der Feuerwehr-Ausrückwache, die sich bereits im Rohbau befindet. Die sechs Bauplätze, die die Stadt im Baugebiet "Amorbacher Straße" in Kochendorf verkauft, werden derzeit vermarktet. Einige Bewerbungen liegen bereits vor, sagt Ordnungsamtsleiterin Sabine Herrmann auf Nachfrage. Insgesamt entstehen im Gebiet 140 Wohneinheiten, in denen rund 250 Menschen leben werden, berichtet Bürgermeister Timo Frey. Auch bezahlbarer Wohnraum soll entstehen.
Viel Abstimmungs- und Planungsbedarf besteht noch beim Umbau des B27-Knotens sowie der Einrichtung des neuen Stadtbahn-Haltepunkts Kochendorf Süd. Beides muss parallel zum Campus-Bau umgesetzt werden, damit die Infrastruktur steht, sobald die ersten 3500 Mitarbeiter 2026 ihre Büros beziehen. "Die nächsten zwei Jahre werden allerdings noch für Planungen benötigt", sagt Josef Klug. Die Bauphase sei voraussichtlich erst in den Jahren 2024/25. Was den Stadtbahn-Halt angehe, werde dieser zwar nach aktuellem Planungsstand bis 2026 fertig, allerdings noch nicht mit voller Streckenleistung. Damit der angestrebte Halbe-Stunden-Takt erreicht wird, müssten noch andere Ausbauten zum Beispiel an den Bahnhöfen Neckarsulm und Bad Friedrichshall erfolgen.
Wenn der Projekt-Campus im Jahr 2026 in Betrieb geht, sind die Pläne der Schwarz-Gruppe am Standort in Bad Friedrichshall aber noch nicht beendet. "Das Gute ist, dass es weitere Entwicklungsmöglichkeiten auf der Fläche gibt", hebt Josef Klug hervor. Möglich sind noch zwei weitere Gebäudekomplexe. Man werde den Campus aber so anpassen, wie es zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll ist.
Skepsis ist beim Thema Verkehr groß
Klar ist jedoch, dass die Baustelle weiter mit Argusaugen beobachtet wird, was auch Reaktionen auf unsere Berichterstattung zum Spatenstich zeigen. Die Skepsis ist vor allem beim Thema Verkehr groß. Kritiker bemängeln, dass die Planung mit einem großen Parkhaus nicht mehr zeitgemäß sei, andere fordern, dass die Infrastruktur vor dem Campus-Bau geschaffen werden müsste.
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