Bau von Schwarz-Projekt-Campus in Bad Friedrichshall hat begonnen
Nach jahrelanger Planung ist nun mit einem feierlichen Spatenstich der Startschuss für den Bau des Schwarz-Campus in Bad Friedrichshall gefallen. Innenminister Thomas Strobl spricht von einer "bemerkenswerten Sache" und lobt das "Statement für Deutschland, für Baden-Württemberg und für die Region".
Im Gebiet "Obere Fundel" in Bad Friedrichshall sieht es zwar so aus, als wäre der Bau des Schwarz-Projekt-Campus seit Monaten im Gange. Gegraben und gebaut haben bisher aber vor allem andere. Am Mittwoch fiel nun der Startschuss für das Großprojekt mit einem Spatenstich - einem "ganz besonderen Spatenstich", wie Lidl-Vorstandschef Gerd Chrzanowski es formulierte. "Es geht darum, wie wir in Zukunft arbeiten wollen." Die Arbeitswelt verändere sich, vieles gehe virtuell, aber eben nicht alles.
Der Projekt-Campus stehe deshalb für eine neue Art der Zusammenarbeit zwischen dem IT- und Digitalbereich und dem Kerngeschäft der Schwarz-Gruppe. Im Campus werden ab 2026 "sehr gute Leute" arbeiten. Durch die Ansiedelung in der Region gelinge es zudem, junge Menschen hier zu halten und ihnen die Möglichkeit zu geben, international tätig zu sein. "Sie müssen nicht nach Berlin oder Hamburg."
Mehr als 100 Ingenieure arbeiten jeden Tag an den Plänen für den Projekt-Campus
Wie die Arbeitswelt der Zukunft am Projekt-Campus aussehen soll, skizzierte Architekt Mario Pirwitz vom Büro JSWD, das für die Planung verantwortlich ist. Mehr als 100 Ingenieure arbeiten täglich an den Campusplänen, sagte er. Die fünf polygonalen Gebäude, die im ersten Bauabschnitt entstehen, seien wie Seerosen um eine grüne Mitte angeordnet. Allgemein werde der Campus im Grünen stehen. Es entsteht ein Parkhaus auf fünf Etagen mit unter anderem 500 Fahrrad-Stellplätzen.
Haben die Mitarbeiter dort ihr Fahrzeug abgestellt, kommen sie direkt zu ihrem Arbeitsplatz, beschreibt Pirwitz. Dieser sei Licht durchflutet, Begegnungen und Kommunikation der Mitarbeiter stünden im Fokus - zum Beispiel in Teeküchen oder an sogenannten Marktplätzen. Aber auch Ruhebereiche werde es geben. Alles sei zur Mitte des Campus orientiert, wo es eine große Teichanlage im Freien geben soll. Ein wichtiger Bestandteil des Ensembles sei zudem der geplante Kindergarten für 280 Kinder.
"Das ist eine bemerkenswerte Sache", stellte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl in seiner Rede fest. Zum einen entstünden Tausende IT-Arbeitsplätze, zum anderen seien die Architektur und die Dimensionen des Projekts beeindruckend. Entscheidend für ihn sei jedoch: "Die Schwarz-Gruppe könnte den Spaten heute überall auf der Welt stechen. Das Schöne ist, dass sie ihn in Heimaterde sticht.“ Das sei ein Statement für Deutschland, für Baden-Württemberg und für die Region.
Timo Frey: Der Campus wird erhebliche Auswirkungen auf die Stadtentwicklung haben
Das sei auch der Stadt und dem Gemeinderat bewusst, sagte Bürgermeister Timo Frey. "Wir fühlen uns geehrt, dass der Projekt-Campus hier realisiert wird." Das werde erhebliche Auswirkungen auf die Stadtentwicklung haben. Der Spatenstich sei nun ein Meilenstein und das Ergebnis einer langen akribischen Arbeit. Frey sprach zudem die beiden Themen an, die bis heute oft für Kritik am Projekt-Campus sorgen: Umweltschutz und Verkehr. Beides habe einen großen Stellenwert in den Plänen und auch für die Verkehrsprobleme, die durch die Ansiedelung zu erwarten sind, würden "passgenaue Lösungen gefunden".
Sehr vorausschauend sei die Verkehrsplanung für das Großprojekt der Schwarz-Gruppe, lobte Verkehrsminister Winfried Hermann. Der Konzern sei bereits früh auch mit dem Land in Kontakt getreten. Für ihn sei der Mobilitätspakt Heilbronn/Neckarsulm, bei dem auch die Schwarz-Gruppe Partner ist, ein wesentlicher Bestandteil, um Probleme zu lösen. Durch die Zusammenarbeit aller Partner werde es möglich, dass die Beschäftigten den Projekt-Campus mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad und mit dem Auto erreichen können.
Er hob dabei den geplanten Stadtbahn-Halt Kochendorf Süd und die gute Fahrradinfrastruktur hervor. Er betonte, dass die Schwarz-Gruppe auch intern durch ein betriebliches Mobilitätsmanagement Anreize setze, damit die Beschäftigten vom Auto auf das Fahrrad oder den öffentlichen Nachverkehr umsteigen. Gleichwohl sei es eine Herausforderung, alles bis zur Fertigstellung des Campus zu schaffen.
Schwarz-Gruppe hat Internetseite mit Infos zur Baustelle eingerichtet
Als ersten Schritt in der Bauphase des Projekt-Campus wird ein Versprechen eingelöst, sagt Josef Klug, Geschäftsführer im Bereich Standortentwicklung der Schwarz-Gruppe. Die Baustraße, die später die neue Kreisstraße ist, wird fertig gestellt. So fahre der Baustellenverkehr nicht in unmittelbarer Nähe und nicht durch das Wohngebiet. Mit dem Rohbau starte man Ende des Jahres.
Hier gibt es weitere Infos zum Campus-Bau: www.projektcampus.schwarz
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