Arbeitsagenturen in Hohenlohe und Heilbronn melden saisonübliche Entwicklung
Die Erwerbslosigkeit im Raum Heilbronn und im Hohenlohekreis ist im Januar gestiegen, wie sie das in diesem Monat immer tut. Aber sie liegt auch deutlich höher als vor einem Jahr.
Vordergründig hat sich alles im üblichen Rahmen bewegt. Denn dass die Arbeitslosenzahlen im Januar steigen, ist saisonüblich: Normalerweise melden sich in jenem Monat jene Menschen arbeitslos, die nach dem Weihnachtsgeschäft ihre Aushilfsjobs auf Weihnachtsmärkten oder in den Einzelhandelsgeschäften verloren haben. In diesem Jahr, so viel ist klar, haben die Mitarbeiter in den regionalen Arbeitsagenturen jene Begründung wohl kaum gehört - schließlich haben quasi keine Märkte stattgefunden und die Geschäfte sind auch schon seit 3. Advent zu, die gastronomischen Betriebe sogar schon seit November.
Lage im Raum Heilbronn
Dennoch sagt Jürgen Czupalla, Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit: "Der Arbeitsmarkt reagiert nicht nur auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Einflüsse. Wie immer zum Jahresbeginn, ist auch in diesem Januar die Arbeitslosigkeit gestiegen." Neben den witterungsbedingten Einflüssen hätten der traditionelle Kündigungstermin zum Jahresende und die Beendigung befristeter Arbeitsverträge zum Anstieg der Arbeitslosigkeit im Stadt- und Landkreis Heilbronn beigetragen.
Die Arbeitslosenzahl stieg im Januar um 734 auf 12 723 Männer und Frauen - das waren sogar 2640 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk beträgt nun 4,6 Prozent und liegt damit leicht über dem Landesschnitt von 4,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote noch 3,7 Prozent.
Zahl der Kurzarbeiter unklar
Wie hoch inzwischen die Zahl der Kurzarbeiter ist, kann die Behörde nicht mitteilen. Seit April 2020 sind bei der Agentur für Arbeit Heilbronn 6552 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Zahl von rund 110 000 Betroffenen eingegangen, wird berichtet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 182 Anzeigen für 6100 Personen. Im Juli - aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - lag die Kurzarbeiter-Quote im Heilbronner Agenturbezirk bei 12,0 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Czupalla wirbt dafür, dass Betroffene diese Zeit nutzen. "Aufgrund der sich ändernden Erfordernisse auf dem Arbeitsmarkt ist es wichtig, dass die Beschäftigten sich weiterbilden", meint er. "Hierfür bieten sich auch die Phasen während der Kurzarbeit an. Beschäftigte und Arbeitgeber unterstützen wir dabei mit vielen Angeboten."
Lage im Hohenlohekreis
Auch für den Hohenlohekreis sieht die dort zuständige Arbeitsagentur noch keine besondere Entwicklung. "Der Anstieg zu Jahresbeginn ist in weiten Teilen jahreszeitlich bedingt und bewegt sich im normalen Rahmen", erklärt Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. Als Hauptgründe, warum sich Menschen arbeitslos gemeldet haben, nennt sie auslaufende befristete Arbeitsverhältnisse, Kündigungen zum Jahresende und saisonale Gründe. Viele hätten eine Option auf Wiedereinstellung ab Februar oder März. "Doch je nachdem, wie sich die Pandemie entwickelt, könnte sich die Wiedereinstellung in diesem Jahr auch etwas verzögern und die Arbeitslosigkeit länger dauern", sagt Elisabeth Giesen.
Je nach Branche meldeten die Unternehmen vermehrt freie Stellen - oder sind sehr zurückhaltend und abwartend. So suchen beispielsweise Firmen im Handwerk, im Baugewerbe oder im Elektrobereich, im Pflegebereich und Gesundheitswesen, aber auch im Bereich Sonder- Maschinenbau vermehrt neue Arbeitskräfte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit stiegen im Januar im Vergleich zum Vormonat wegen der neuen Einschränkungen und Geschäftsschließungen deutlich. Insgesamt sind im Hohenlohekreis seit März 1288 Anzeigen auf Kurzarbeit für 29 339 Personen eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 33 Anzeigen für 1167 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt dort nun bei 3,6 Prozent. Im Januar waren 2446 Menschen arbeitslos gemeldet, 180 oder 7,9 Prozent mehr als im Dezember und 697 oder 39,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
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