Andrang in der Heilbronner City: "Ein fast normaler Samstag"
Sonne, eine volle Innenstadt und halbwegs zufriedene Händler: Von Krisenstimmung ist in Heilbronn am Samstag wenig zu spüren. Demonstriert wurde in der City aber auch.
Manchem wurde beim Blick in die Fleiner Straße mulmig. Zurück zum Normalbetrieb, so sah es an vielen Stellen aus, auch wenn die Alltagsmasken zum allgegenwärtigen Accessoire gehörten. "Ein fast normaler Samstag", fand Stadtinitiative-Chef Thomas Gauß. "Die Frequenz ist gut." Die Kunden hätten sich an die Hygiene- und Abstandsregeln gewöhnt. Die Umsätze zögen wieder an. "Es ist auf besserem Niveau, als ich befürchtet hatte", sagte Gauß, Geschäftsführer des Geschäfts Saeman Sportkultur.
Weil die Corona-Einschränkungen offenbar auch einen Fitness-Boom mit sich bringen, liefen Sportartikel recht gut, im Segment "Mode und Lifestyle" sei der Absatz eher schleppend. "Die Stadt ist voll", beobachtete Johannes Janßen. Der Filialleiter der Buchhandlung Osiander stellt fest: "Wir stehen relativ gut da in den vergangenen Wochen." besonders Wanderbücher und Karten aus der Region seien gefragt.
Markthändler: Geschäft verlagert sich nach vorn
Auf dem Marktplatz bauten die Händler gegen Mittag ihre Stände ab und schauten zufrieden drein. "Die Leute kommen immer früher", erzählte die Verkäuferin am Fleischstand der Firma Scharer. Kurz nach sechs Uhr am Morgen seien die ersten Kunden eingetroffen. "Da kann man kaum die Kasse aufstellen."
Kunden kaufen mit Masken, aber sie kaufen
Ein Tag "fast normal, mit Luft nach oben": So sah Oliver Spiess den Samstag. Der Eppinger Modehändler freute sich nach den Corona-Lockerungen über einen guten Start, dann gab es einen kleinen Knick. "Jetzt ist es okay", sagt Spiess. "Mit den Masken ist es aber eben nicht das Einkaufserlebnis, das man kennt."
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Kleine Demonstration auf dem Kiliansplatz
Auf dem Heilbronner Kiliansplatz war die kleine Schar an Demonstranten im Fluss der Passanten kaum auszumachen. Die wenigen Teilnehmer hatten Schilder aufgestellt, auf denen sie "Bürgerrechte" postulierten oder Bill Gates kritisierten. Die Polizei beobachtete das Treiben, das weit mehr Schaulustige als Teilnehmer anzog, griff aber nicht ein. Die Veranstaltung war angemeldet, hieß es. In gebührendem Abstand stand eine Gruppe junger Leute. "Fakten statt Verschwörung" stand auf ihrem Schild.
Polizei hat bis zum Nachmittag nichts zu beanstanden
Die Demonstration für Grundrechte, die zuletzt in Heilbronn wachsenden Zuspruch verzeichnete, fand nicht statt. Unter den strengen Vorgaben sei das nicht möglich, sagte Demo-Organisatorin Conny Haufe dieser Tage im Interview mit unserer Redaktion. Haufe und ihr Mann Thomas Reule waren am Samstag trotzdem in der Stadt, auf dem Platz am Bollwerksturm - nicht als Organisatoren einer Demo, wie sie betonte, "wir stehen einfach da." Einfach dastehen - das taten auch noch ein paar Dutzend andere auf dem Platz, viele weiß gekleidet, mit Abstand zueinander. Nach einer halben Stunde gingen sie auseinander.
Nach Auskunft der Heilbronner Polizei gab es bis zum Samstagnachmittag für die Beamten keinen Anlass, wegen irgendwelcher Corona-Verstöße in der Innenstadt einzuschreiten.
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