80 Prozent des Wassers im Breitenauer See sind schon abgelassen
Immer mehr Land in Sicht: Das Abfischen des Breitenauer Sees könnte nach Ostern beginnen. Statt Sumpfkrebsen kommt Müll aus dem Schlamm.

"Wir liegen recht gut im Zeitplan", sagt Johannes Kübler. Nur noch 20 Prozent - rund 400.000 Kubikmeter - sind laut Betriebsleiter des Wasserverbands Sulm im Hochwasserrückhaltebecken. Das muss einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen und deshalb trocken gelegt werden. Die Wasserfläche ist seit 1. Dezember 2020 von 40 auf 15 Hektar geschrumpft, an der tiefsten Stelle sind es nur noch sechs Meter.
Tagesabfluss zum Teil erhöht
Trotz des vielen Regens floss mehr Wasser ab, als in den See gelangte. "Wir haben die Steuerungsstrategie geändert", sagt Kübler. In Absprache mit dem Fischereiverein Breitenauer See habe man den Abfluss von 17.000 Kubikmeter auf 20.000 bis 25.000 Kubikmeter an manchen Tagen erhöht. Nach Ostern könnte das Abfischen beginnen. Immer noch ist keiner der Roten Amerikanischen Sumpfkrebse an Land gekrabbelt. Kein einziger Schädling ist bislang am Amphibienschutzzaun eingesammelt worden.
Viele Flaschen kommen zum Vorschein
Nein, ein Schatz wurde noch nicht aus dem Schlamm geborgen. Natürlich Müll, aber darunter war nichts Besonderes. Das ist selbst für Kübler überraschend. Vor 25 Jahren kam zumindest ein Mofa ans Licht. Jede Menge Flaschen sammelten die Mitarbeiter des Wasserverbands und des Naherholungszweckverbands (NZV) am Ufer und dort, wo die Badeinseln sich befanden, ein. Flossen und Taucherbrillen, Paddel und einige Autoreifen, zählen Kübler und sein NZV-Kollege Dieter Sammet auf.
Auf gefährliches Terrain begeben sich diejenigen, die mit Metalldetektoren Schmuck, den Badende im Wasser verloren, aufspüren wollen. Den Dauerstau zu betreten, ist verboten. Man könnte im Schlamm einsinken.
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Kommentare
Dietmar Mordhorst am 19.03.2021 13:57 Uhr
Hinsichtlich der amerikanischen Sumpfkrebse wäre es interessant zu wissen wie diese sich aufgrund des immer weniger werdenden Wasserrstandes verhalten. Sammeln sich die Krebse im entsprechend immer weniger werdenden Lebensumfeld? Oder graben sie sich im "sumpfigen Untergrund" ein und warten auf bessere Zeiten? Ich habe hier mal einen Link zugefügt: https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Amerikanischer_Sumpfkrebs. Interssant der Satz daraus: "Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs bevorzugt stehende Gewässer, die einen Teil des Jahres regelmäßig trocken fallen... Der Austrocknung seiner Wohngewässer entgeht der Krebs durch das Graben von Erdröhren, die bei fallendem Wasserstand oberhalb des Wasserspiegels angelegt werden. Die Art vermag regelmäßige Austrocknungsperioden von sechs Monaten Dauer ohne Schaden zu überleben. Sie ist auch fähig, Gewässer aktiv über Land zu verlassen." Wenn das auf diesen Krebs zutrifft ist ja eigentlich schon alles gesagt. Trotz allem viel Erfolg!