Pre Zero recycelt auch Aluminium. Das Material wird im Werk in Freiberg/Sachsen extrahiert und in Aluchips verwandelt. Daraus entstehen dann Produkte wie Bratpfannen oder Deo-Dosen. Aluminium findet sich zum Beispiel auch in den Abziehdeckeln von Joghurtbechern. Deshalb ist es wichtig, den Deckel zu entfernen. Im Vergleich zur Primärproduktion werden beim Recycling des Materials rund 95 Prozent Energie eingespart.
Verpackung in gelber Tonne: Wie der Müll aus der Region Heilbronn sortiert wird
Im Raum Heilbronn landen Leichtverpackungen seit neuestem in den gelben Tonnen. Bis Plastik und Dosen wieder recycelt sind, ist es ein langer Weg. Das zeigt der Blick in die Sortieranlage bei Bretten.
Rund 38 Kilogramm Leichtverpackungen – kurz LVP – wirft jeder Baden-Württemberger pro Jahr weg. Auf den einzelnen gerechnet nicht viel und nicht schwerer als ein ausgewachsener Labrador, bei über elf Millionen Menschen im gesamten Bundesland allerdings eine riesige Menge.
Die Konservendosen, Chipsverpackungen oder leeren Shampooflaschen, die früher entweder dauerhaft gelagert oder verbrannt wurden, gehen heute in vielen Fällen zurück in der Kreislauf und werden wiederverwertet.
Leichtverpackung in gelben Tonnen: Hier landet der Plastikmüll aus dem Raum Heilbronn
Der Weg des Mülls zur neuen, sauberen Verpackung ist allerdings weit. Und führt auch durch riesige Sortieranlagen, wie die in Ölbronn bei Bretten. Dort landet ein Viertel der LVP-Mengen aus dem Landkreis sowie rund 22 Prozent aus der Stadt Heilbronn.

„Gerade ist Hauptkampfzeit“, ruft Boris Ziegler über die lauten Geräusche der Maschinen im Inneren des 2019 eröffneten Gebäudes. Der Pressesprecher von Pre Zero spielt auf die zurückliegenden Weihnachtsfeiertage an. In dieser Zeit falle der meiste Müll an.
Siebtrommeln trennen den Müll nach Größe – erste Schritte im Recyclingprozess
Die Auswirkungen sieht man auch noch Mitte Januar: Im sogenannten Tiefbunker ist kaum noch Platz. Zwischen dem Müll fährt ein elektrisch betriebener Bagger, dessen Schaufel die Stoffe nach und nach in die Anlage wirft. Dort werden sie auf einem Band zum Vorzerkleinerer transportiert, der auch die Säcke öffnet.
Von da geht es weiter in die verschiedenen Siebtrommeln, die an Waschmaschinen erinnern. Sauber wird hier allerdings nichts gemacht, sondern die Stoffe nach Größe voneinander getrennt. Die Löcher in den Trommeln sind unterschiedlich groß, durch sie fällt der Müll hindurch, wenn er jeweils klein genug ist.

Gartenstühle, Schlauchboote und mehr: Überraschende Fundstücke im Müll
Mitunter können die Abfälle aber ungeahnte Ausmaße annehmen: „Alles, was man sich vorstellen kann, findet man hier“, erzählt Betriebsstättenleiter Steffen Schott. Fußbälle, Gartenstühle oder auch mal ein Schlauchboot – es gibt nichts, was es nicht gibt. Erlaubt ist die Entsorgung dieser Gegenstände, wenn sie in die Wertstofftonne geworfen werden.
Gefahr durch falsche Entsorgung in gelber Tonne: Batterien und Akkus können Brände auslösen
Verboten ist es allerdings, Batterien oder Akkus sowohl in diesen Behältern als auch in der Gelben oder der Restmülltonne zu entsorgen. „Viele werfen sie trotzdem haushaltsnah weg“, sagt Boris Ziegler bedauernd. Im schlimmsten Fall kann das Brände in den Sortieranlagen auslösen – bundesweit rund 30 Mal pro Tag. Nicht immer ist der Auslöser eine Batterie im Müll. Das Risiko steigt dadurch allerdings beträchtlich.
Ursache sind die mechanischen Kräfte beim Sortieren, durch die Batterien und Akkus beschädigt werden und explodieren können. „Das fängt schon bei der elektrischen Zahnbürste an“, so Boris Ziegler. Die sollte entweder ohne Akku weggeworfen oder beispielsweise beim Wertstoffhof abgegeben werden.
Abfall aus gelben Tonnen wird in Anlage optisch
Läuft allerdings alles glatt, wird der Müll nach dem Sieben in den Trommeln zu den sogenannten Windsichtern transportiert. Dort werden leichte Stoffe abgesaugt, nachdem sie ausgeblasen wurden. Dann geht es in den Leichtgutabscheider, der – wie der Name schon sagt – Leichtgut wie Folien ablenkt. Schwergut, etwa Metallteile, fällt nach unten oder läuft weiter. Elektromagnete sortieren Eisen aus.

Hochmodern läuft es beim Infrarottrenner, der den Abfall optisch sortiert. „Jedes Produkt hat eine andere Reflexion“, erklärt Steffen Schott. „Anhand der charakteristischen Reflexion erkennt der Trenner, welches Material gerade durchläuft.“ Das wird dann Dank einer Druckluftdüse herausgeschossen.
Bei der Qualitätskontrolle ist viel Konzentration nötig
Doch kein Gerät, so modern es auch sein mag, kann das menschliche Auge vollständig ersetzen. Vor allem dunkles Material wird von optischen Systemen oft nicht erkannt, weil es Licht absorbiert statt es zu reflektieren. Eine händische Qualitätskontrolle ist deshalb auch in der Sortieranlage in Ölbronn unabdingbar. Dort ist es nicht nur wesentlich leiser als in der großen Halle, es riecht dank der Luftduschen an jedem Arbeitsplatz auch eindeutig besser.
An kurzen Förderbändern stehen die Mitarbeiter und entfernen das, was nicht in die jeweilige Linie gehört. „Höchsten Respekt“ habe er vor ihrer Arbeit, sagt Steffen Schott. Denn die Konzentration muss die gesamte Zeit hochgehalten werden.
Würfel mit Plastikmüll – bis zu 950 Kilogramm schwer
Am Ende landen die voneinander getrennten Stoffe in sogenannten Bunkern. Hat einer die festgelegte Menge erreicht, wird das Material zu Ballen gepresst. 1,10 x 1,10 x 1,10 Meter sind die Würfel groß und wiegen – ja nach Material – zwischen 650 und 950 Kilogramm.
Auf großen Lkw werden sie zu den jeweiligen Verwertern transportiert, die dann beispielsweise Granulat daraus herstellen. Das wird in den unterschiedlichsten Bereichen genutzt und findet sich in Wäschekörben, Eimern oder auch Kehrblechen wieder. „Wir sammeln nicht nur“, sagt Boris Ziegler, „sondern machen sinnvolle Dinge damit.“
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