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Trasse auf dem Prüfstand

Radschnellweg Heilbronn-Bad Wimpfen: Kommt der zusätzliche Audi-Schwenk? 

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Audi oder die Schwarz-Gruppe sind abgehängt: Das ist die Hauptkritik an der Streckenführung für den geplanten Radschnellweg von Bad Wimpfen über Bad Friedrichshall und Neckarsulm nach Heilbronn. 


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Eigentlich schien alles klar: Über 9,5 Kilometer soll der Radschnellweg, üppig bemessen und kreuzungsfrei, am Neckar entlangführen. Die auserkorene Trasse folgt dabei weitgehend bestehenden Radwegen und führt gegenüber von Bad Friedrichshall und Neckarsulm auf der Neckarinsel westlich des schiffbaren Kanals entlang. 

Zwei noch zu bauende Brücken beim Yachthafen in Bad Friedrichshall und im Süden bei der Neckarsulmer Wehrbrücke sollen die Verbindungen herstellen. So weit, so umstritten.  Kritiker monierten, dass die Expressroute für Radler gerade jene Gebiete ausspart, wo viele Menschen arbeiten, etwa das Audi-Werk oder den Schwarz-Campus in Bad Friedrichshall, der Ende 2025 fertig werden soll. 

Radschnellweg zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn: Weg östlich des Kanals soll Schnelltrasse ergänzen

Nun tragen die Planer den Bedenken Rechnung: Zusätzlich zum Radschnellweg in seinem bisher vorgesehenen Verlauf „wird im Bereich zwischen der Schleuse Kochendorf und der Wehrbrücke östlich des Neckarkanals eine alternative durchgängige Radwegeverbindung in Betracht gezogen“, teilt  das zuständige Regierungspräsidium (RP) Stuttgart auf Stimme-Anfrage mit.

Dieser Audi-Schwenk auf der gegenüberliegenden Neckarseite soll demnach nicht im Radschnellwegstandard ausgebaut werden, sondern er „dient der Optimierung des kommunalen Radverkehrsnetzes“, wie das RP schreibt und soll „vorrangig die Arbeitsplätze östlich des Neckars“ direkter anbinden, also die Standorte von Audi und Schwarz. 

Trasse des Radschnellwegs bei Neckarsulm: Pläne stehen noch am Anfang 

Dabei macht der Ergänzungsweg nicht etwa einen östlichen Bogen um das Werk des Autobauers. Vielmehr soll der Radweg direkt am Kanal entlang führen, wo zwischen Ufer und Industriegelände nicht viel Platz bleibt. Das Rathaus reagiert zurückhaltend. „Grundsätzlich unterstützt die Stadt Neckarsulm die Idee, dass das Gewerbegebiet östlich des Neckarkanals direkt an die Radschnellverbindung angeschlossen wird“, teilt ein Sprecher mit. „Allerdings liegen noch keine konkreten Pläne vor, sodass wir hierauf keinen Bezug nehmen können.“ Auch Audi am Standort Neckarsulm äußert sich nicht zu einem eventuellen Zusatz-Radweg. 

Ob er kommt, wird voraussichtlich entschieden, bevor der nächste Abschnitt des Radschnellwegs in Angriff genommen wird. Er schließt unmittelbar an das Teilstück südlich von Bad Wimpfen an, das bereits fertig ist und das erahnen lässt, wie die Express-Trasse für Radler einmal aussehen wird. Das 1,7 Kilometer lange Teilstück soll Ende April von Elke Zimmer (Grüne), Staatssekretärin im Landesverkehrsministerium, eingeweiht werden.

Es wird damit gerechnet, dass sie sich zum weiteren Zeitplan äußert. Die Landesregierung hat das ehrgeizige Ziel, bis 2030 in Baden-Württemberg 20 Radschnellwege zu realisieren und hält trotz des zähen Fortschritts daran fest. Mit den Schnellwegen will die Landesregierung dazu beitragen, Berufsverkehr vom Auto aufs Rad zu verlagern. Die Ausbaustandards sind hoch. Die Wege sind in der Regel vier Meter breit, von Fußgängern getrennt, kreuzungsfrei und innerorts beleuchtet. Die Planer rechnen damit, dass bis zu 4200 Radfahrer die Strecke zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn täglich benutzen werden. 

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