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Amtsgericht Heilbronn
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Sexueller Missbrauch in Ilsfelder Kindergarten? Prozess auf unbestimmte Zeit verschoben

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Bereits 2023 soll ein Erzieher in einem Kindergarten in Ilsfeld versucht haben, einen Jungen sexuell zu missbrauchen. Jetzt hat das Amtsgericht Heilbronn den Prozess gegen den Angeklagten auf unbestimmte Zeit verschoben. 


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Die Zuschauersitze in Saal zwei des Heilbronner Amtsgerichts sind am Dienstagvormittag, 27. Mai, nur für kurze Zeit gefüllt. Schon nach rund fünf Minuten müssen die Besucher den Saal wieder verlassen.

Richterin Elke Woll setzt den Prozess gegen einen mittlerweile freigestellten Erzieher eines Kindergartens in Ilsfeld-Auenstein ab, weil eine Sachverständige sich rund anderthalb Stunden vor Verhandlungsbeginn krank gemeldet hat. 

Kindergarten in Ilsfeld: Erzieher soll Jungen sexuell missbraucht haben

Staatsanwältin Bettina Jörg wirft dem Angeklagten unter anderem versuchten sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen vor. Sein Opfer soll ein Junge gewesen sein. Der Beschuldigte scheint den Vorwurf zu bestreiten. Sonst hätten weder der Junge noch die Sachverständige vom Gericht geladen werden müssen.

Vorgesehen für den ersten von zwei Verhandlungstagen war unter anderem, dass das Kind in einem anderen Raum vernommen wird und seine Aussage per Video in den Gerichtssaal übertragen wird. Die fehlende Sachverständige sollte dessen Aussage auf Glaubwürdigkeit hin begutachten. 

Prozess wegen versuchten sexuellen Missbrauchs im Kindergarten: Junge sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen

Der Vorfall, der zur Anklage geführt hat, soll sich laut Informationen unserer Zeitung bereits im Juli 2023 zugetragen haben. Mehr als ein Jahr später, im Oktober vergangenen Jahres hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren an das Heilbronner Amtsgericht übergeben. Was genau geschehen sein soll, sollte der Junge offenbar erzählen. Tanja Haberzettl-Prach, Anwältin der Eltern, die im diesem Prozess als Nebenkläger auftreten, hätte für die Aussage des Jungen einen Antrag auf Nichtöffentlichkeit gestellt.

Die Verteidigung möchte offenbar große Teile des Prozess nichtöffentlich verhandeln. Laut Presserichter Michael Reißer wurde im Vorfeld beantragt, „dass die Hauptverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen wird, da schutzwürdige Belange der beteiligten Personen tangiert sein könnten, würde man dies öffentlich verhandeln“, so Reißer gegenüber unserer Zeitung. Einem solchen Antrag der Verteidigung hätte die Anwältin der Eltern allerdings widersprochen. „Bei so einem Vorwurf muss man da als Beschuldigter durch“, sagt Tanja Haberzettl-Prach nach dem Abbruch der Verhandlung vor dem Gerichtsgebäude.

Landgericht Heilbronn: Prozessverschiebung sehen Eltern als Belastung für ihr Kind

Wann der Prozess stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. Das Gericht kann offenbar absehbar keine weiteren Termine anbieten. Im schlimmsten Fall könnte es Herbst werden, so Tanja Haberzettl-Prach. Für den Jungen sei das natürlich eine große Belastung, sagen die Eltern des mutmaßlichen Opfer. 

So sehen das auch die Zuhörer, die nach dem Abbruch der Verhandlung vor dem Gebäude diskutieren. Fast alle von ihnen sind Eltern, deren Kinder die Einrichtung in Ilsfeld-Auenstein besuchen. 

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