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Nutzung des Neudenauer Schlossareals: Kommt ein Kindergarten auf die Museumsfläche?

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Das Team des zuständigen Beratungsbüros stellt im Neudenauer Gemeinderat erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung des Schlossareals vor. Weitere Untersuchungsergebnisse wird es im April geben.

Nach umfassenden Überlegungen kristallisiert sich heraus, welche Nutzungen des Schlossareals das Leben in Neudenau bereichern können.
Foto: Daniel Hagmann
Nach umfassenden Überlegungen kristallisiert sich heraus, welche Nutzungen des Schlossareals das Leben in Neudenau bereichern können. Foto: Daniel Hagmann  Foto: Hagmann, Daniel

Das Potenzial ist riesig, aber es muss eben auch zu den Gegebenheiten vor Ort passen. Jochen Hoffer bezeichnet das derzeit wenig genutzte Schlossareal im Herzen Neudenaus immer wieder als „schlafenden Riesen. Durch entsprechende Nutzung kann das Gelände das Zusammenleben in unserer Stadt klar bereichern“, sagt Neudenaus Bürgermeister.

Nach einer Klausurtagung zur Belebung des Schlossgeländes im Mai und der Beauftragung einer Machbarkeitsstudie im Juli hat das Team des zuständigen Beratungsbüros Drees & Sommer in der November-Gemeinderatssitzung die ersten Ergebnisse dieser Untersuchung präsentiert. Zur Einordnung der Situation erklärte Yvonne Allner von Drees & Sommer: „Von der derzeit genutzten Schlossfläche belegt das Museum 50 Prozent, Lager und Archiv umfassen 41 Prozent, auf das Trauzimmer und die Vereinsnutzung entfallen jeweils 4,5 Prozent.“

Nutzung des Schlosses in Neudenau: Zwei zentrale Ideen für die Zukunft

Im Zuge der Untersuchungen der vergangenen Monate haben sich zwei realistische Haupt- sowie eine Ergänzungsvariante für die zukünftige Geländenutzung herauskristallisiert. Yvonne Allner: „Die erste Variante beinhaltet einen viergruppigen Kindergarten im Palas-Gebäude. Die Raumstruktur des Schlosses ist als Ort für die Kinderbetreuung sehr gut geeignet. Das Museum würde dann bei diesem Vorschlag ins Dachgeschoss des Anbaus und in den Palas-Keller umziehen.“

Der Kindergarten befindet sich bei diesem Vorschlag im Palas sowie im Anbau und umfasst die Hälfte der nutzbaren Fläche. Die Museumsfläche verringert sich dabei auf 16 Prozent. Die Vereine können unter anderem die Wirtschaftsgebäude nutzen. Die Vereinsnutzung und das Trauzimmer kommen in Summe auf 19 Prozent der Fläche.

Zukünftig Kindergarten im Schloss Neudenau?

In einer Weiterentwicklung dieser Variante käme für die Vereine darüber hinaus die Nutzung des Ergänzungsbaus in der Turmstraße in Betracht. Die Prämisse dieser Grundidee ist, den Kindergarten flächenmäßig so groß wie möglich zu gestalten.

Ideenfindung

Ende Mai dieses Jahres fand eine Klausurtagung im Feuerwehrhaus der 5.600-Einwohner-Stadt statt, bei der der Gemeinderat, Vertreter von Vereinen und Organisationen sowie Ideengebern aus der Bevölkerung rund 90 gesammelte Vorschläge zur künftigen Nutzung des Schlossareals diskutierten. Als besonders wichtig traten dabei die Verwendung der Fläche zur Kinderbetreuung sowie als Ort der Begegnung, auch im Rahmen von Vereinsaktivitäten, sowie die weitere Nutzung eines Teils der Schlossräume als Museum hervor. 

Die zweite Kernvariante sieht im Gegensatz zum vorherigen Vorschlag vor, das Musikzimmer im Erdgeschoss des Palas zu erhalten und den Kindergarten nur dreigruppig auszugestalten. Dieser umfasst dann lediglich 44 Prozent der Fläche – und damit sechs Prozent weniger als in Variante eins. Die Verortungen des Museums und der Vereinsflächen entsprechen bei dieser Idee jenen der ersten Variante.

Zweiter Teil der Machbarkeitsstudie zum Schloss Neudenau wohl im April 2026

„Bislang liegen wir zeitlich absolut im Plan. Im zweiten Schritt der Machbarkeitsstudie geht es dann darum, in Zusammenarbeit mit Experten den Gebäudezustand auf dem Schlossgelände hinsichtlich Themen wie Bausubstanz, Brandschutz, technische Anlagen, Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektronik zu erfassen“, erläuterte Yvonne Allner. Darüber hinaus gelte es, die Kosten und die Wirtschaftlichkeit der letztendlichen Ziel-Variante zu untersuchen.

Der Gemeinderat beschloss daraufhin einstimmig, das Büro Drees & Sommer zur Fortführung der Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Deren Ergebnisse sollen bis April 2026 vorliegen. Im Anschluss daran geht es an die Ausschreibung der Planungsleistungen zur letztendlichen Umsetzung der Schloss-Revitalisierung. Darüber hinaus ist der Neubau des Feuerwehrhauses im Stadtteil Herbolzheim derzeit ein Thema in Neudenau.

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