90 Ideen aus der Bevölkerung: Was wird aus Schloss Neudenau?
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Vier Themenfelder haben sich als bevorzugte Nutzung des Geländes von Schloss Neudenau in Zukunft herauskristallisiert. Nun folgen weitere Untersuchungen
Malerisch thront das Schloss Neudenau über der 5.500-Einwohner-Stadt. Zwar nutzen die Musikschule Möckmühl, Chöre sowie das Heimatmuseum das ehemalige Schulgebäude. Wirklich eingebettet ins gesellschaftliche Leben an der Jagst ist die Schlossanlage jedoch nicht. Da gibt es noch jede Menge Steigerungspotenzial.
Um dieses auszuschöpfen und den schlummernden Riesen fürs Allgemeinwohl zu wecken, konnten sich Interessierte im Laufe des Frühjahrs bei Besichtigungen mit den Schloss-Räumlichkeiten vertraut machen und Ideen zur künftigen Schloss-Nutzung einbringen. „Insgesamt 90 Vorschläge sind eingegangen“, sagt Bürgermeister Jochen Hoffer erfreut.
Schloss Neudenau: Klausurtagung mit vielen Ideen zur Nutzung in der Zukunft
Im Rahmen einer Klausurtagung Ende Mai im Feuerwehrhaus von Neudenau mit dem Gemeinderat, Vertretern von Vereinen und Organisationen sowie den Ideengebern aus der Bevölkerung kamen die Anregungen genauer unter die Lupe. „Die Diskussionen waren sehr konstruktiv und zielführend“, sagt Hoffer.
Besonders wichtig für die Teilnehmer der Klausurtagung sind dabei vier Themenbereiche: Das Schloss soll Treffpunkt der Bürger sein sowie Vereinen Räumlichkeiten bieten. Auch die kommunale Pflichtaufgabe, das Areal zur Kinderbetreuung zu nutzen, steht bei der bisherigen Diskussion hoch im Kurs.
Mehr Events auf Schloss Neudenau in der Zukunft?
Weitere Ideen mit Zuspruch sind, den Schlosspark als Erholungsraum zu nutzen sowie punktuelle Events auf dem Schlossgelände zu veranstalten. Darüber hinaus sehen einige der Tagungs-Teilnehmer den kulturellen Austausch in Form von musealer Nutzung und Ausstellungen voranzutreiben, als wichtig an. Ideen, das Schloss als privaten Wohnraum oder in Form einer gastronomischen Einrichtung zu beleben, fanden dagegen kaum Anklang.
Um Anregungen zu sammeln, betrachtete das Team von Drees & Sommer auch die rund 40 öffentlich zugänglichen Schlösser und Burgen im Umkreis von 30 Kilometern rund um Neudenau. Ein Ergebnis: Viele der Anlagen unterliegen einer multifunktionellen Nutzung mit mindestens drei inhaltlichen Ausrichtungen. Besonders häufig sind dabei Gastro- und Veranstaltungsangebote.
Beim Schloss Neudenau ist noch nichts fix entschieden
Yvonne Allner betont in der Gemeinderatssitzung vor allem willkommene Synergie-Effekte für mehrere Nutzungsarten, die sich aus der Modernisierung der Technik ergeben: „Wenn man beispielsweise eine Küche, eine Theke und sanitäre Einrichtungen installiert, können unterschiedliche Vereine diese nutzen. Dazu ist das eine gute Basis, um Events zu veranstalten und Gäste zu bewirten.“ Dem gegenüber stehen jedoch Fragen der Lärmbelästigung sowie mangelnde Parkplätze.
„Der nächste Schritt ist, diese Pläne im Rahmen einer Machbarkeitsstudie näher zu untersuchen“, sagt Allner. Vor allem die Bausubstanz gilt es, genau zu fokussieren. Weiterhin sollen etwa der Flächenbedarf, sinnvolle Nutzungskombinationen sowie die Wirtschaftlichkeit im Fokus stehen. Allner: „Angesichts der Gegebenheiten lassen sich vermutlich nicht alle sinnvollen Ideen auch in die Tat umsetzen.“ Sie betont aber auch: „Noch ist alles offen. Keine Ideen sind fix entschieden, es ist auch noch keine Option gänzlich ausgeschlossen.“
Ergebnisse der Studie zu Schloss Neudenau spätestens im nächsten Frühjahr?
Jochen Hoffer erklärt: „Nun gilt es, herauszufinden, welche Ideen am besten zum Gelände, zu den Anforderungen der Bevölkerung, aber auch im Paket zueinander passen.“ Angesichts der Machbarkeitsstudie hofft der Bürgermeister auf konkrete Ergebnisse im nächsten Frühjahr.
Daraufhin beschließt der Gemeinderat einstimmig, dass die Neudenauer Verwaltung nun Angebote für eine Machbarkeitsstudie beim Büro Drees & Sommer einholen kann, um die Revitalisierung des Schlosses voranzutreiben. Die Dauer dieser Untersuchung ist noch offen und wird vor allem vom Aufwand der Bausubstanz-Betrachtung abhängen. Die Stadtverwaltung verspricht sich zudem große finanzielle Unterstützung des Sanierungsprojekts aus Fördertöpfen von Bund und Ländern.
Schlossgeschichte
Der Bau des Schlosses Neudenau geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein ist es kurmainzscher Amtssitz. Von 1803 bis 1869 ist das Schloss Teil des Besitzes der Grafen von Leiningen-Neudenau. Kurzzeitig befindet sich die Anlage in Privatbesitz, bis 1871 die Stadt Neudenau das Gelände kauft. Zeitweise wird das Schloss zum Schulhaus, seit 1961 ist das Josefine-Weihrauch-Heimatmuseum dort untergebracht.
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