Damit es nun schnell weiter geht, soll der Bauantrag noch dieses Jahr eingereicht werden. Sowohl die Architektin als auch der Bürgermeister hoffen „auf eine zügige Bearbeitung“ beim Landratsamt. Der Baustart soll dann 2026 sein.
Neues Gesundheitszentrum im alten Schuhhaus
Die Arztpraxis Preda und Buss zieht auf die andere Seite der Züttlinger Straße um. Mehr Personal und Patienten sind das Ziel auch bei der Physiotherapie Haffner, die das Angebot ideal ergänzt.

Razvan-Bogdan Preda bringt es auf den Punkt: „Wir arbeiten noch mit angezogener Handbremse.“ Die Gemeinschaftspraxis, die der ehemalige Oberarzt im SLK-Klinikum Plattenwald 2023 mit Andreas Buss in Möckmühl übernommen hat, könnte deutlich mehr Patienten aufnehmen. Allein: Es fehlt der Platz.
Situation mit Arztpraxis, Physio und Apotheke ist für alle eine „Win-Win-Situation“
Der Umzug ins ehemalige Schuhhaus Schmieg in der Züttlinger Straße bietet neue Möglichkeiten. „Wir müssen im Moment Patienten ablehnen, weil wir sie aus Raumgründen nicht aufnehmen können“, sagt Preda beim Rundgang im ehemaligen Schuhhaus mit Bürgermeister Simon Michler und Architektin Ute Windmüller. Die Kopplung Arztpraxis mit Physiotherapie und der Apotheke gleich nebenan findet Dr. Preda „ein hervorragendes Konzept“.
Mit dabei sind Denis und Viktoria Haffner, die sich mit ihrer Physiotherapie-Praxis ebenfalls vergrößern wollen. „Wir haben uns gleich gemeldet, als wir in der Zeitung gelesen haben, dass für den zweiten Teil hinter der Arztpraxis eine Physiotherapie gesucht wird“, freut sich Denis Haffner über die „Win-Win-Situation“.
Mehr Platz, mehr Personal: Davon profitieren die Patienten
260 Quadratmeter soll die Arztpraxis bekommen, die Physiotherapie dann nochmal rund 200 Quadratmeter mit separatem Zugang. Für beide geht es nicht nur um mehr Platz, man will auch zusätzliches Personal einstellen. Dr. Preda hat „den Schritt, eine Arztpraxis auf dem Land zu übernehmen, nicht bereut“. Dass er Rumänisch spricht, ist für viele in den Habichtshöfen beschäftigte Lager- und Speditionsmitarbeiter ein Grund, die Arztpraxis aufzusuchen. Nach dem Umzug in die neuen Räume will man mindestens einen weiteren Arzt oder eine Ärztin einstellen. Auch nichtärztliches Personal wird sowohl in der Praxis als auch im Physiobereich zusätzlich benötigt.
Mit mehr Platz könnte man „richtig durchstarten“, sind sich Preda und die Haffners einig. Für Behandlungen und Untersuchungen mit EKG, Sonographie und Labor bräuchte man jeweils eigene Räume, die derzeit weder in der Arztpraxis auf der anderen Seite der Züttlinger Straße noch bei der Physiotherapie im Großen Binsach vorhanden sind. „Wir hätten gerne sechs Behandlungsräume und einen Geräteraum“, gibt Denis Haffner der Architektin mit.
Stadt Möckmühl nimmt für den Roh-Innenausbau viel Geld in die Hand
Sehr entgegen kommt den beiden daher die Tatsache, dass die Stadt Möckmühl für den Roh-Innenausbau des zweiten Gesundheitszentrums in der Stadt einen „hohen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen will“, wie Bürgermeister Simon Michler betont. Das Gebäude werde grundsätzlich von Elektrik bis Sanitär in Stand gesetzt, die Einrichtung der Praxisräume sei dann Sache der jeweiligen Mieter.
Die Arztpraxis will vorne zur Züttlinger Straße einen großzügigen Warte- und Empfangsbereich gestalten. „Das ist in der bisherigen Praxis nicht optimal, die Leute müssen zum Teil draußen warten.“ Weil es auch in Jagsthausen und Schefflenz keine Hausarztpraxis mehr gibt, rechne man mit weiterem Patientenzuwachs. „Und es gibt in der Umgebung noch einige, die demnächst zumachen und keinen Nachfolger finden.“
Neues Gesundheitszentrum in der Züttlinger Straße bietet genügend Parkplätze und einen barrierefreien Zugang
Genügend Parkplätze und ein barrierefreier Zugang ist auch für die Physiotherapie ein wichtiges Argument für den Umzug. „Das hier ist genau das, was wir gesucht haben“, ist Denis Haffner begeistert. Nicht nur für zusätzliche Behandlungen seien weitere Räume von Vorteil. „Der Ablauf insgesamt wird reibungsloser“, stimmt Dr. Preda zu.
Planung Für die Architektin Ute Windmüller gibt es nun noch einiges zu tun. Aus dem verwinkelten, größtenteils fensterlosen Gebäude sollen moderne und ansprechende Praxisräume werden, die nach dem Motto „quadratisch, praktisch, gut“ ausfallen sollen. Die Pläne stehen größtenteils schon, nun geht es noch an die Feinplanung und Ausschreibung der einzelnen Gewerke.

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