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Laden oder Arztpraxis?
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Streit um Praxis-Umzug in Möckmühl: „Stadt hat sich disqualifiziert!“

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In der Züttlinger Straße in Möckmühl soll das ehemalige Schuhhaus umgebaut werden. Die Arztpraxis will aber nur in den vorderen Teil. Der Laden „Haus und Rad“ droht nun abzuwandern. 


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Die Verträge sind schon unterschrieben, stellte Bürgermeister Simon Michler in der Gemeinderatsitzung am Dienstagabend klar. Damit steht auch fest: In das ehemalige Schuhhaus in der Züttlinger Straße wird die benachbarte Gemeinschaftspraxis Preda und Buss einziehen. 

Damit kann sich die Praxis mit 3000 Patienten räumlich vergrößern und im Ort gehalten werden. Sonst habe die Abwanderung nach Jagsthausen oder Neudenau gedroht. Die Inneneinrichtung übernehmen die Ärzte in Eigenregie, den Umbau finanziert aber die Stadt. 

Streit in Möckmühl: Stadträtin spricht von „Wettbewerbsverzerrung“

Was einigen Gemeinderätinnen aus der Grünen-Fraktion aber nicht schmeckte, war die „Wettbewerbsverzerrung“, wie es Karoline Capelle-Pfahl ausdrückte. Sie habe sich wegen Befangenheit bisher zurückgehalten, so die Stadträtin. „Ich sehe das hochemotional.“ 

Hintergrund ist, dass der ebenfalls in der Züttlinger Straße beheimatete Laden „Haus und Rad“ ebenfalls gerne in die Immobilie in städtischem Besitz eingezogen wäre. Inhaber Thomas Pfahl hat sich ebenfalls beworben, hat aber auch ein Angebot, nach Neckarsulm umzusiedeln. 

Daher die Verärgerung auch von Grünen-Fraktionskollegin Regine Böhm: „Wenn wir die Arztpraxis da rein nehmen, nimmt uns das die Möglichkeit des Ladens weg.“ Die Arzt-Praxis will nämlich nur den vorderen Teil des Gebäudes mit 62 Quadratmetern, für den hinteren Teil mit 200 Quadratmetern gebe es „konkret noch keine Einigung“, so Bürgermeister Michler. 

Arztpraxis kommt zum Zug: Nun droht der Laden „Haus und Rad“ aus Möckmühl abzuwandern

Das Angebot an die Praxis war im Gemeinderat grundsätzlich nicht strittig, wenn auch die geschätzten 500.000 Euro Umbaukosten einige schwer schlucken ließ. „Wie reagieren die anderen Ärzte, dass wir einen so protegieren?“, fragte Regine Böhm. 

Die Stadt habe sich „disqualifiziert“, meinte Karoline Capelle-Pfahl. „Man muss vorher die Spielregeln definieren und nicht auf alle Forderungen eingehen“, kritisierte sie. Die Fläche im hinteren Teil, die ursprünglich der Praxis angeboten war, „droht nun leer zu stehen“. Es sei nicht die Aufgabe der Stadt, mit viel Geld „einen Arzt zu sichern“. 

Kontroverse um Praxis-Umzug in Möckmühl: „Die Stadt hat sich disqualifiziert!“

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Kauf des Gebäudes vor seinem Amtsantritt stattgefunden habe. Für die Zukunft müsse man festlegen: „Wenn die Stadt etwas erwirbt, brauchen wir auch ein Konzept für die Nutzung.“ Er wünsche sich eine „arztnahe Nutzung“ für die Restfläche, wie zum Beispiel eine Physiotherapie. Auch für den Laden hoffe er, dass dieser im Ort gehalten werden könne. Letztlich sei dies aber im Gegensatz zur Arztpraxis eine wirtschaftliche Entscheidung. 

Die geplante Parkfläche mit bis zu 50 Stellplätzen beim Württemberger Hof wird sich noch verzögern, gab der Bürgermeister bekannt. Man werde erst das Sanierungsgebiet erweitern, um Zuschüsse bekommen zu können. „Da braucht es noch etwas Geduld.“  

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