Neue Ideen für Wohnen und Einkaufen in Amorbach
Im Stadtteil sollen Mehrgenerationenhäuser und ein Einkaufsmarkt mit Etagenwohnungen gebaut werden. Dafür werden sowohl Interessenten als auch ein Investor gesucht.

Die Situation mutet wie eine verkehrte Welt an: Für die Mehrgenerationenhäuser an der Lautenbacher Straße gibt es eine Projektidee, aber noch kaum Interessenten. Für die „Neue Mitte“, die als Einkaufsmarkt mit Ärztehaus und Etagenwohnungen geplant ist, gibt es zwar Interesse, aber keinen Investor.
Das gemeinschaftliche Wohnprojekt Mehrgenerationenwohnen wird seit zwei Jahren von der Wohngenossenschaft „pro gemeinsam bauen und leben“ vorangetrieben. Man sei aber kein Bauträger, betont Prokurist Magnus Geibel. Möglicherweise habe das Konzept des genossenschaftlichen Wohnens „hier noch nicht gezündet“, meint Architekt Ulrich Schwarz. „Normalerweise haben wir eine Gruppe von Interessenten, die ein Grundstück sucht. Hier ist es umgekehrt: Wir haben zwei tolle Grundstücke, aber wir haben die Gruppe nicht.“
Gemeinsam Wohnen in Amorbach: Info-Abend am 4. Februar
Nun hofft man, bei einem Info-Abend am Mittwoch, 4. Februar um um 19 Uhr in der Franz-Binder-Verbundschule eine größere Zahl von Interessenten zu finden. Schließlich wären in den beiden Häusern Platz für 40 bis 50 Wohneinheiten. Die Größe wie auch der Zuschnitt der Wohnungen werde erst geplant, wenn die Wünsche und Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner feststehen.
Seniorengerechte Appartements seien ebenso möglich wie größere Wohnungen für Familien. Wichtig in den Mehrgenerationenhäusern sei der Ansatz, dass Gemeinschaftsräume zur Verfügung stehen, die den Bedarf an individuellem Wohnraum etwas reduzieren.
OB Hertwig zur Wohnungsnot: „Man kann sich das nicht ewig anschauen.“
Bei dem Info-Abend wird Professor Ulrich Otto, Alters- und Wohnforscher aus Tübingen, innovative Wohnkonzepte aus der Schweiz, Österreich und Deutschland vorstellen und aufzeigen, „welche vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten den Amorbacher Genossenschaftsmitgliedern in der noch zu gründenden Wohnbaugemeinschaft offenstehen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt, die das Amorbacher Projekt unterstützt.
Aber, da sind sich die Verantwortlichen einig, man werde dem Projekt jetzt noch eine Chance geben, dann aber möglicherweise die Reißleine ziehen. „Aufgrund der Wohnungsnot kann man sich das nicht ewig anschauen“, stellt Oberbürgermeister Steffen Hertwig fest.“
Für die neue Mitte in Amorbach sucht die Stadt einen Investor
An anderer Stelle in Amorbach könnte schon längst gebaut werden: Für die neue Mitte sucht die Stadt einen Investor. Das ursprüngliche Konzept mit Ärztehaus und Nahversorgung ist gescheitert. „Das wurde erstmal zurückgestellt“, sagt Manuel Heer, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Baurecht. Für den Einkaufsmarkt gebe es durchaus Interesse der Vollsortimenter, man wolle aber auf jeden Fall auch Wohnraum schaffen. Bis spätestens Mitte des Jahres könne man konkrete Beschlüsse fassen, ist Heer aber zuversichtlich.
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