Neues Zentrum für Neckarsulm-Amorbach geplant – was auf dem Gelände entstehen soll
Die Stadt Neckarsulm startet einen Wettbewerb für das brach liegende Areal hinter dem bestehenden Balkan-Laden. Das Potenzial dieser rund 5700 Quadratmeter großen Fläche soll bestmöglich genutzt werden, heißt es.

Die Versorgungslage im größten Neckarsulmer Stadtteil Amorbach ist für die 6000 Einwohner nicht gut. In einem Leserbrief an die Heilbronner Stimme wurde moniert, dass Händler in der Innenstadt gefördert werden, während es im Stadtteil "nicht einmal einen richtigen Laden" gebe. Der bestehende Balkan-Markt bietet wohl kein ausreichendes Sortiment für den täglichen Bedarf, zumindest ist dies aus den Bewertungen im Internet zu entnehmen.
Weil auch die ärztliche Versorgung verbesserungswürdig ist und ohnehin in der ganzen Region ein Mangel an Wohnungen besteht, hat die Stadt Neckarsulm nun mit dem Gemeinderat einen Investorenwettbewerb auf den Weg gebracht. Ein modernes Versorgungs- und Wohnareal „Amorbach Zentrum“ soll auf der Brachfläche hinter der Verwaltungsstelle entstehen.
Was passiert auf der großen Brachfläche im Herzen Amorbachs?
Das Potenzial dieser rund 5700 Quadratmeter großen Fläche "im Herzen Amorbachs" soll bestmöglich genutzt werden, heißt es im Ausschreibungstext. Mit dem Wettbewerb will die Stadt "einen leistungsfähigen und geeigneten Investor und Betreiber finden, der die städtischen Entwicklungsziele umsetzt".
Ein Lebensmittelmarkt in Kombination mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder einem modernen Dienstleistungszentrum ist der Wunsch. Zusätzlich sollen auf dem Gelände neue Wohnungen entstehen. Ziel des Wettbewerbs ist ein "modernes Versorgungs- und Wohnareal, welches die Nahversorgung im Stadtteil sichert, die Wohnfunktion im Zentrum stärkt und eine ausgewogene Sozialstruktur fördert", so Baubürgermeisterin Suzanne Mösel.
Neues Zentrum für Neckarsulm-Amorbach geplant: Wettbewerb in zwei Stufen
Der geplante Lebensmittelmarkt soll eine Verkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmetern umfassen. Für die medizinische Versorgung sind alternativ zum MVZ auch andere geeignete Betreiberformen wie zum Beispiel Gemeinschaftspraxen möglich. Um den leistungsfähigsten Investor beziehungsweise die geeignetsten Betreiber für den Lebensmittelmarkt und das medizinische Dienstleistungszentrum zu finden, sind zwei Stufen geplant: Nach der Auswahl der Teilnehmer beginnt die erste Bearbeitungsphase am 15. Februar 2025. Die endgültige Zuschlagserteilung durch den Gemeinderat ist für September 2025 geplant. Anschließend werden die Wettbewerbsarbeiten öffentlich ausgestellt.
Die Stadt Neckarsulm freut sich auf "innovative und nachhaltige Konzepte, die zur Aufwertung des Stadtteils Amorbach beitragen und die Lebensqualität der Bewohner verbessern". Die städtebaulichen und architektonischen Ziele des Projekts „Amorbach Zentrum“ sind die Verbesserung und Sicherung der Nahversorgung im Stadtteil Amorbach, die Schaffung eines hochwertigen Versorgungs- und Wohnareals, die Stärkung der Wohnfunktion mit einer ausgewogenen Sozialstruktur, die Integration der Neubebauung in die bestehende Bebauungsstruktur unter Berücksichtigung einer klimagerechten Stadtteilentwicklung, die Verbesserung und Sicherung der Freiraumstruktur mit Anbindung an die „Grüne Mitte“ Amorbach sowie die Deckung des Bedarfs an hausärztlicher und allgemeinmedizinischer Versorgung.
Entwicklung auch in Dahenfeld
Auch im mit 1345 Einwohnern kleineren Dahenfeld ist die Entwicklung geplant. Mit dem Wohnquartier Brunnengasse soll im zweiten Anlauf in Zusammenarbeit mit privaten Investoren zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. Allerdings hatte der erste Investorenwettbewerb im Jahr 2022 zu keinem "verwertbaren Ergebnis" geführt, teilt die Stadtverwaltung mit.
Auf einer abgespeckten Fläche mit rund 1000 Quadratmetern sollen nun bis zu zwölf Wohneinheiten entstehen. Ein Wunsch wäre das generationsübergreifende Wohnen. Der angrenzende Backhausplatz soll als künftige Ortsmitte "ansprechend gestaltet werden".
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare