Nach Schlägerei bei Fußballturnier: Neckarsulm kündigt strengere Sicherheitsvorgaben an
Nach einer Schlägerei beim Fußballturnier in Obereisesheim setzt die Stadt Neckarsulm auf strengere Sicherheitsvorgaben. Der Verein Türkspor habe richtig reagiert, teilt das Rathaus mit.
Der Schock sitzt noch tief nach der Massenschlägerei beim Fußballturnier am Wochenende in Obereisesheim. Die Heilbronner Stimme hat bei der Stadtverwaltung nachgefragt, ob es nun Änderungen bei Veranstaltungen dieser Art geben soll.
Ist das Sicherheitskonzept bei Turnieren und anderen Veranstaltungen allein Aufgabe des Veranstalters? Welche Auflagen gibt es im Hinblick auf Turniere?
Grundsätzlich müsse der Veranstalter dem Hallenbetreiber ein Sicherheitskonzept für die jeweils geplante Veranstaltung vorlegen, so die Info aus dem Rathaus. Zu den wesentlichen Bestandteilen des Sicherheitskonzepts gehören die Anzahl der Ordner, Vorgaben zur Gesamtzahl der Zuschauer, Angaben zum Ausschank von Getränken insbesondere Alkohol und die Gewährleistung von Flucht- und Rettungswegen. Aus dem Konzept müsse auch hervorgehen, welche Maßnahmen bei eventuellen Gefährdungen ergriffen werden und wer diese unternimmt. Darüber hinaus müssen die handelnden Akteure mit der Örtlichkeit vertraut sein beziehungsweise an einer entsprechenden Einweisung teilnehmen. Diese Vorgaben gelten auch für Turniere und sind in der Regel ausreichend – sofern sich die Beteiligten an die normalen Verhaltensregeln halten.
Ist die Zahl von acht Ordnern bei einem Turnier dieser Größenordnung ausreichend? Welche Befugnisse haben diese Ordner?
Für das Grümpelturnier in der Eberwinhalle waren laut Genehmigung vier Ordner vorgeschrieben. Insofern wurden die geforderten Vorgaben mehr als erfüllt. Bei Grümpelturnieren haben Ordner traditionell zwei Funktionen: Sie beaufsichtigen die Spiele, und sie kümmern sich um die Sicherheit. Dementsprechend sind sie auch deutlich sichtbar als Ordner gekennzeichnet.

Werden die Sicherheitskonzepte nun überarbeitet?
Die Stadt Neckarsulm unterstütze die örtlichen Vereine in vielfältiger Weise, heißt es in der Antwort. Dazu gehöre auch, dass die Stadt ihre Hallen für sportliche Veranstaltungen wie Turniere zur Verfügung stellt. „Die Stadt wird auch weiterhin Sportveranstaltungen wie Turniere in den städtischen Hallen ermöglichen und hierbei verhältnismäßig vorgehen. Sportveranstaltungen nur noch unter Polizeischutz stattfinden zu lassen ist weder wünschenswert noch realistisch.“
Die hässlichen und unerwarteten Vorkommnisse vom vergangenen Sonntag haben auch die Verantwortlichen im Rathaus „erschreckt und entsetzt“. Insofern werde die Stadtverwaltung die Veranstalter künftig noch mehr in die Pflicht nehmen. „Sollte es Zweifel an der Sicherheit von Veranstaltungen oder an der Zuverlässigkeit von Veranstaltern geben, wird das Kultur- und Sportamt die Sicherheitsanforderungen erhöhen beziehungsweise die Gestattungen restriktiver handhaben. Im Einzelfall kann es auch vorkommen, dass Veranstaltungen überhaupt nicht genehmigt werden.“
Könnte der Vorfall Auswirkungen auf die Vereinsförderung von Türkspor haben?
Hier stellt die Stadtverwaltung klar: „Den Verein Türkspor Neckarsulm in irgendeiner Weise zu sanktionieren, ist nicht geplant und wäre auch unangemessen.“ Der Verein organisiert das Grümpelturnier in der Eberwinhalle bereits seit 15 Jahren. In diesem Zeitraum sei es nie zu einem derart schwerwiegenden Zwischenfall wie am vergangenen Wochenende gekommen. „Dieser Vorfall war vollkommen unerwartet und unvorhersehbar.“ Zudem waren weder Spieler noch Mitglieder des Vereins an den Schlägereien beteiligt. Die Polizei ermittelt gegen Einzeltäter.
Der Verein habe am Spieltag auch richtig reagiert und das Turnier abgebrochen. Zudem habe der Vorstand sein Bedauern und seine Betroffenheit in einer Pressemitteilung offiziell ausgedrückt. Dies gipfelte in der Zusage, das Preisgeld des Turniers der Stiftung „Große Hilfe für kleine Helden“ zu spenden.
Gleichwohl werde das Kultur- und Sportamt direkte Gespräche mit Türkspor führen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten und sicherzustellen, dass sich so etwas nicht noch einmal ereignet.
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