Stimme+
In Eigenregie
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Schnelles Internet in Möckmühl: Stadt investiert 20 Millionen Euro für Glasfaserausbau

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Stadt Möckmühl nimmt den Fortschritt in Sachen schnelles Internet selbst in die Hand und investiert dafür 20 Millionen Euro. Über ein Förderprogramm fließen 90 Prozent wieder in die Kasse zurück. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Der „Möckmühler Weg“ wurde einst belächelt – und zum Teil auch kritisiert: Statt den Breitbandausbau in die Hände eines externen Unternehmens zu legen, übernahm man den „passiven Glasfaserausbau“ – also die Verlegung der Leitungsinfrastruktur – in Eigenregie. Bereits zehn Millionen Euro hat die Stadt dafür schon investiert. Und es wird wohl nochmal die gleiche Summe kosten, bis alle Anschlüsse gelegt sind. 

20 Millionen Euro sind viel Geld, findet auch der neue Bürgermeister Simon Michler. Aber angesichts der gewaltigen Probleme anderer Kommunen mit Konkurs der Baufirmen, offenen Gräben über Wochen bis hin zum Totalausstieg sagt Michler: „Aus heutiger Sicht sind wir gut damit gefahren, den Ausbau selbst in die Hand zu nehmen.“ 

Möckmühl: Schnelles Internet immer flächendeckender verfügbar

Mittlerweile sind 530 weiße Flecken, also Haushalte ohne oder nur sehr schlechtem Internet, in Möckmühl von der Landkarte verschwunden. Fünf Schulen und 82 Gewerbeadressen wurden ans Breitband angeschlossen. „Der Ausbau lief gut und problemlos“, sagt der Bürgermeister. Die Zusammenarbeit mit den Baufirmen sei reibungslos gewesen. „Es gab wenig bis gar keine negativen Stimmen.“ 

Wenn in Möckmühl gebaut wird wie hier in der Südstraße, werden in der Regel auch gleich Breitbandkabel oder zumindest Leerrohre mit verlegt.
Wenn in Möckmühl gebaut wird wie hier in der Südstraße, werden in der Regel auch gleich Breitbandkabel oder zumindest Leerrohre mit verlegt.  Foto: Wittmer, Frank

Auch der – ebenfalls neue – Ortsvorsteher in Züttlingen, Frank Pfitzke, kann nicht klagen. Ein Großteil der Haushalte und Gewerbebetriebe im Teilort verfügen mittlerweile über Bandbreiten bis zu einem Gigabit. Ärger wegen nicht abgeschlossener Baustellen wie in Untereisesheim, Ilsfeld oder Neckarsulm hat es hier nicht gegeben. Im Gegenteil: „Wir wurden immer informiert. Es wurde sauber und zügig gearbeitet“, sagt Pfitzke zufrieden. 

Internetausbau in Möckmühl: Zunächst Eigenanteil von 800.000 Euro

Von den bisher investierten zehn Millionen Euro sei nach Abrechnung der Zuschüsse ein Eigenanteil von 800.000 Euro bei der Stadt Möckmühl verblieben, berichtet Michler. Dafür seien die Aussiedlerhöfe und der Stadtteil Bittelbronn am Netz, neben Züttlingen auch schon weite Teile der Kernstadt. „Die Frage ist, wie man es nun zu Ende bringt.“ 

Nach den weißen stehen nun die „grauen Flecken“ auf dem Programm: Hier gibt es zwar schon Internet, die Bandbreiten sind aber noch nicht gut genug. Dies betrifft die Möckmühler Stadtteile Ruchsen und Korb, aber auch die Baugebiete Lehle, Hahnenäcker, Binsach, Schlot und das Brandhölzle. „Mancher Aussiedlerhof hat besseres Internet als die Innenstadt“, erläutert Michler. 


Mehr zum Thema

Stimme+
Meinung
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Schnelles Internet: Möckmühls Sonderweg beim Breitbandausbau ist richtig


Bisher hat Netcom den aktiven Ausbau übernommen, das heißt die Infrastruktur mit Technik zur Datenübertragung ausgestattet und die Hausanschlüsse gelegt. Dazu ist aber eine Teilnahmequote von 40 Prozent in dem auszubauenden Gebiet oder den Straßen nötig. 

Besseres Internet in Möckmühl: „Geräuschlose Lösung“ mit direkter Ausschreibung und Umsetzung

Für den weiteren Ausbau sucht man im Möckmühler Rathaus nun noch einen neuen Partner oder macht mit Netcom weiter. Auch die Telekom-Tochter Glasfaser Plus habe schon Interesse angemeldet, berichtet der Bürgermeister. Wichtig sei, dass die „geräuschlose Lösung“ mit direkter Ausschreibung und Umsetzung der Baumaßnahmen auch in den nächsten Jahren funktioniere. „Mit diesem Modell wollen wir weitermachen.“ 

Neben den Investitionskosten von vermutlich nochmal zehn Millionen Euro werde auch die Planung und Ausschreibung der Maßnahmen mit gefördert. Schon in zwei Jahren, so die Hoffnung in Möckmühl, könne man die 100-prozentige Abdeckung im Stadtgebiet mit schnellem Internet erreichen. „Ob das komplett eigenwirtschaftlich abzuwickeln ist, muss sich zeigen.“ Vor allem im weiter entfernten Ortsteil Korb hat Michler da noch seine Zweifel. 

Die Kanalisation in der Südstraße wird derzeit erneuert. Auch im Amselweg und Birkenweg werden die Wasserleitungen neu verlegt. Die Stadt Möckmühl investiert dafür rund 950.000 Euro. Laut Bürgermeister Simon Michler können im Zuge der Arbeiten auch gleich zwischen 30 und 50 Haushalte an eine bessere Internetverbindung angeschlossen werden.

Gut ist jedenfalls: „Der schwierige Teil ist schon versorgt.“ Für den Bürgermeister gehört der Anschluss ins weltweite Netz zur Grundversorgung wie sauberes Trinkwasser, die Kanalisation, Straßen oder der Bus. „Nicht nur fürs Homeoffice, auch für Landwirte oder Handwerker ist es wichtig, dass sie stabiles Internet haben.“ 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben