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Glasfaser-Probleme im nördlichen Landkreis Heilbronn – Ausbau stockt

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In vielen Regionen an Kocher und Jagst ist der Traum vom Giganetz noch in weiter Ferne. Grund sind gestiegene Kosten und Insolvenzen von Baufirmen. Nun soll es zumindest in einigen Orten wieder vorangehen.


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Schaut man sich den Breitbandatlas für den nördlichen Landkreis Heilbronn an, fällt an Kocher und Jagst die durchweg etwas hellere Farbe auf. In ländlichen Gebieten wie zum Beispiel Roigheim ist der Traum vom Giganetz noch weit entfernt. Bandbreiten von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) gelten hier schon als guter Wert. 

Dass der Breitbandausbau lahmt, hängt auch mit den Verwicklungen und Verflechtungen der vor Ort tätigen Firmen zusammen. In Gundelsheim, Neudenau, Neuenstadt, Möckmühl, Oedheim, Widdern, Roigheim, Jagsthausen, Hardthausen und Langenbrettach war die Breitbandversorgung Deutschland GmbH (BBV) am Start. 

Glasfaser-Ausbau im nördlichen Landkreis Heilbronn stockt: Neue Trassen, alte Probleme

Die BBV ist mittlerweile aber in ein anderes Unternehmen eingegliedert worden. „Unsere Grüne Glasfaser (UGG) hat im Dezember 2024 die Muttergesellschaft der Breitbandversorgung Deutschland GmbH (BBV), Infrafibre Germany GmbH (IFG), erworben“, teilt Sprecher Olaf Urban-Rühmeier mit.

In Neudenau werden derzeit in der Altstadt Glasfaser-Kabel verlegt. Damit sind Bandbreiten im Giga-Bereich von 1000 MBit/s und mehr möglich.
Foto: Frank Wittmer
In Neudenau werden derzeit in der Altstadt Glasfaser-Kabel verlegt. Damit sind Bandbreiten im Giga-Bereich von 1000 MBit/s und mehr möglich. Foto: Frank Wittmer  Foto: Wittmer, Frank

Was dann folgt, ist eine etwas verklausulierte Formulierung zur Kurskorrektur der Ausbaustrategie: „Nach einer umfassenden Bestandsanalyse wird ein Integrationsplan ausgearbeitet und sukzessive umgesetzt.“ Der Punkt ist wie bei vielen anderen Anbietern auch, dass die flächendeckende Bereitstellung von Anschlüssen nun zurückgefahren wird zugunsten des gezielten Anbietens von Hausanschlüssen für Kunden, die dafür auch einen Vertrag abschließen.

Ob das nun Toni oder Telekom heißt: Nur wer dafür zahlt, bekommt auch Glasfaser direkt ins Haus. BBV beziehungsweise UGG formuliert das so: Den Fokus lege man darauf, „in den bereits laufenden eigenwirtschaftlichen Projekten so viele Haushalte wie möglich an das Glasfasernetz anzuschließen und gigabitfähige Internetanschlüsse aktiv bereitzustellen“. Man werde „die Ressourcen für den Ausbau neuer Gebiete sehr gezielt einsetzen“, teilt der Unternehmenssprecher mit.


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Daher sei die zeitliche Perspektive für den Ausbau in Oedheim, Widdern, Roigheim, Hardthausen und Langenbrettach derzeit in Klärung. „Die Kommunen und die Öffentlichkeit werden darüber zeitnah informiert.“

In Jagsthausen mit den Ortsteilen Olnhausen und Bannholz sind die Bauarbeiten im März 2025 wieder aufgenommen worden. „Der Tiefbau der Trasse ist weitestgehend abgeschlossen. Letzte Hausanschlüsse werden derzeit gebaut.“ Es sei geplant, dass Jagsthausen Ende des zweiten Quartals „am Licht“ ist. Nach Anbindung des Tiny-Pop genannten Signalverstärkers erfolgt der Bau des „Backbone“ oder Hauptkabels nach Olnhausen. Hierfür muss die Jagst mittels einer Spülbohrung unterquert werden.

In Neudenau ist der nördliche Teil oberhalb der Jagst seit Herbst letzten Jahres angeschlossen. Der Ausbau des Altstadtbereichs wurde im März begonnen und soll laut UGG bis Anfang des dritten Quartals fertig sein. An der Versorgung des bereits ausgebauten Bereichs in Neudenau Süd werde weiter gearbeitet.

Der Tiefbau der Trasse in die Ortsteile Herbolzheim, Reichertshausen und Kressbach ist abgeschlossen. Letzte Hausanschlüsse und Nacharbeiten laufen aktuell.

Die Deutsche Giganetz (DGN) betont, dass man trotz rechtlicher Auseinandersetzung mit der Stadt Neckarsulm eng zusammenarbeite, um Mängel zu beheben und den Breitbandausbau voranzutreiben. Die Insolvenzen der beauftragten Generalunternehmer haben die Arbeiten erheblich verzögert. Man sei derzeit dabei, „unterschiedliche rechtliche Einschätzungen zu harmonisieren“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Glasfaser-Ausbau hängt hinterher: In Siglingen sind schon 90 Prozent ausgebaut

Siglingen hat einen Ausbaustand von rund 90 Prozent erreicht. Die Verbindung zwischen den Netzverteilern und den Multifunktionsgehäusen mit der aktiven Technik müsse noch hergestellt werden. Die Leitungen zu den Ortsteilen Herbolzheim, Siglingen, Reichertshausen und Kressbach sind im Bau. „Wir rechnen nach heutigem Kenntnisstand mit einer Fertigstellung bis Mitte des Jahres.“

In Neuenstadt am Kocher sind seit März 400 Haushalte versorgt. Derzeit werden noch verschiedene Nacharbeiten ausgeführt. Die Glasfaser-Internetdienste von rund weiteren 100 Haushalten werden sukzessive noch aktiviert.

Die Ortsteile von Gundelsheim sind mit Ausnahme von Böttingen bereits angeschlossen. Hier soll bis Ende des zweiten Quartals die Leitung einsatzbereit sei. Dann könne die neue Glasfaser-Infrastruktur „vollumfänglich“ genutzt werden. 

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