Neustrukturierung bei SLK: Wo medizinische Leistungen künftig angeboten werden
Wenn die Fachklinik in Löwenstein geschlossen wird, sollen Abteilungen der SLK-Kliniken nach Heilbronn und Bad Friedrichshall verlegt werden. Aber auch dort sind Verschiebungen geplant. Eine Übersicht.
An allen drei Standorten hat die Geschäftsführung der SLK-Kliniken in dieser Woche die Mitarbeiter über eine mögliche Schließung der Fachklinik Löwenstein und deren Folgen informiert. Der Heilbronner Gemeinderat und der Kreistag treffen die Entscheidung aller Voraussicht nach im Juli, schon jetzt haben sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung für die Verlagerung der Klinik ausgesprochen.
Der Status quo sei nicht tragbar, der Investitionsbedarf in Löwenstein zu hoch und Doppelstrukturen nicht mehr vorgesehen, heißt es. Demnach würden die Standorte Gesundbrunnen in Heilbronn und Plattenwald in Bad Friedrichshall die medizinische Versorgung in der Region nach 2030 sicherstellen, Leistungen und Mitarbeiter aus Löwenstein an die beiden anderen Krankenhäuser wandern.
Löwensteiner SLK-Klinik vor dem Aus: Großes Interesse an Mitarbeiterveranstaltungen zum Thema Neustrukturierung
Das Interesse war bei allen sieben Veranstaltungen groß. Schließlich sieht das Szenario auch Rochaden zwischen Gesundbrunnen und Plattenwald vor. Geschäftsführer Georg Schmidt informierte die Beschäftigten und stellte sich ihren Fragen. Gerade in Löwenstein, wo am Montag mit drei Veranstaltungen der Auftakt der Mitarbeiterinformation stattfand, sei die Diskussion sehr emotional gewesen, war zu hören, gleichzeitig berichten Teilnehmer durchaus von einem differenzierten Meinungsbild.

Mitarbeiter hatten sich am Montagmorgen gegenüber der Stimme enttäuscht gezeigt und offen über Kündigungen nachgedacht. Die SLK-Geschäftsführung betont hingegen, man wolle allen Mitarbeitern eine Perspektive bieten. Ein längerer Weg zur Arbeit wird sich jedoch für einige kaum vermeiden lassen, wenn der Beschluss des Aufsichtsrats bestätigt wird. Allerdings gilt das nicht nur für Löwensteiner.
Neustrukturierung bei SLK: Medizinische Leistungen werden neu verteilt
Bei den Veranstaltungen hat die SLK-Geschäftsführung auch ein Schaubild gezeigt, das die künftige Struktur der Kliniken ohne Löwenstein skizziert. Demnach werden die Kapazitäten in einem Gesamtbild neu verteilt, auch in Heilbronn und Bad Friedrichshall würde es Veränderungen geben, um die Versorgung in der Region sicherzustellen. Bis zu einer Umsetzung frühestens 2029 laufe der Betrieb in Löwenstein wie bisher weiter, betont ein Sprecher der SLK.
Erst dann soll die Schlafmedizin von der Fachklinik an den Plattenwald verlegt werden, dasselbe gilt für Pneumologie und Schmerzmedizin. In Bad Friedrichshall soll ein Anbau Platz für zusätzlich 40 bis 45 Betten schaffen. Gerade die Schlafmedizin sei ein wachsendes Feld, so die Verantwortlichen. Dafür werden auch Betten am Gesundbrunnen vorgehalten.
Thorakale Onkologie und Thoraxchirurgie werden aus Löwenstein an den Gesundbrunnen verlegt. Dort wird kein Neubau nötig sein, die Kapazitäten sind im Bestand berechnet. Allerdings gibt es Pläne, die IT, die derzeit innerhalb der Klinik eine relative große Fläche einnimmt, auszulagern, um Platz für medizinische Angebote zu schaffen.
Anästhesie und Radiologie werden an beiden Standorten vorgehalten.
Plattenwald soll durch SLK-Neustrukturierung gestärkt werden
Die Medizinstrategie 2030 sieht aber auch Verschiebungen zwischen Plattenwald und Gesundbrunnen vor. Auch da werden Mitarbeiter also von der Verlegung ihres Arbeitsumfeld betroffen sein, wenn der Plan umgesetzt wird. Dermatologie, Augenheilkunde und Geriatrie sollen künftig in Bad Friedrichshall praktiziert werden. Damit wird auch deutlich, dass der Standort Plattenwald als Schwerpunktversorger gestärkt werden soll und nicht, wie Gerüchte besagen, ebenfalls von einer Schließung bedroht ist.
Die Dermatologie soll eins zu eins verlegt werden, auch wenn die neue Hautklinik in Heilbronn erst 2024 eröffnet wurde. Die Verlegung sei als Teil des Gesamtkonzepts sinnvoll, ist zu hören. Strategische Entscheidungen sind auch immer eine Folge von Abwägungen aller Aspekte, heißt es. Das Gebäude wird nach dem Umzug anderweitig genutzt.
Die Geriatrie ist derzeit an beiden Standort vertreten, eine Zentralisierung entspricht den Vorgaben des Gesetzgebers, der Doppelstrukturen nicht mehr vorsieht. Gleichzeitig handelt es sich um einen wachsenden medizinischen Bereich, der in der Zukunftsausrichtung gestärkt werden soll.
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