Neuer Waldkindergarten in Neuenstadt nimmt Betrieb auf
Ein Waldkindergarten wurde in Neuenstadt in Rekordzeit fertiggestellt. Auch die neue Außenanlage der Kita "Am Helmbundkirchle" bietet Kindern viel Raum, um sich im Freien auszutoben.

Für neue Kindertageseinrichtungen hat die Stadt Neuenstadt zuletzt viel Geld in die Hand genommen. Nun fand die Schlüsselübergabe für die zwölfte Einrichtung, ein Waldkindergarten, statt. Erst im Januar hatte der Gemeinderat beschlossen, dass die Kita am Waldrand nahe des Baugebiets "Daistler" umgesetzt werden soll. 150.000 Euro hat die Stadt dafür investiert, informierte Bürgermeister Norbert Heuser. Am 1. September sind die ersten Kinder eingezogen. "Das war Rekordzeit", sagte Heuser. Auch die Kita "Am Helmbundkirchle", die seit Februar 2020 in Betrieb ist, war damals in kurzer Zeit entstanden. Ein bisschen länger haben die Arbeiten an den Außenanlagen gedauert. Jetzt sind aber auch sie fertig.
Der Bauhof hat den Kita-Garten gestaltet
Bei einer Besichtigung des Kita-Gartens in direkter Nachbarschaft zum Sportzentrum in Neuenstadt gab es allerhand zu entdecken. Die 104 Kinder, die derzeit in der Einrichtung betreut werden, haben viel Platz, um sich draußen auszutoben. Es gibt einen Wasserlauf, Sandkästen, Klettermöglichkeiten, eine Höhle, viel Grün, Bänke und Tische sowie einige Sonnenschirme, die Schatten spenden. Rund 300.000 Euro wurden für die Garten-Gestaltung ausgegeben, berichtete Norbert Heuser. Dadurch dass der Bauhof die Arbeiten übernommen hatte, sei ein sechsstelliger Betrag eingespart worden. Zudem habe man Material aus anderen städtischen Baustellen sowie ausgebaute Pflastersteine der Innenstadt wiederverwenden können.

Zeitlich sei das zusätzliche Projekt für die Bauhof-Mitarbeiter allerdings eine Herausforderung gewesen. Stadtrat Andreas Großkopf, der anfangs skeptisch war, ob der Bauhof die Gestaltung der Außenanlagen stemmen kann, lobte das Ergebnis: "Das haben sie gut gemacht."
Außerdem seien die Bauhofmitarbeiter die Helden der Kinder gewesen, die die Arbeiten durch die großen Fenster verfolgten, berichtete Heuser. Kita-Leiterin Bettina Hofmann schwärmte von der neuen Einrichtung, die nicht nur außen, sondern auch innen viel Platz biete, was den 17 Mitarbeiterinnen sowie den Kindern die Corona-Zeit extrem vereinfacht habe. Trotzdem freuen sich alle, wenn die Gruppen sich wieder mischen dürfen und im Garten die Bauzäune und Absperrbänder entfernt werden können. Diese teilen den Außenbereich derzeit in vier Sektoren, in denen die Kinder getrennt voneinander spielen.
Eine Holzhütte mit Ofen als Rückzugsmöglichkeit

Genug Freiraum haben auch die zwölf Kinder, die im neuen Waldkindergarten angemeldet sind. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages draußen. Und sollte es doch einmal zu ungemütlich sein, steht eine Holzhütte bereit, in der es ebenfalls Platz zum Spielen und einen Ofen gibt.
Mit viel Liebe zum Detail wurde die neue Einrichtung im Freien gestaltet: Eine Hängematte im Wald lädt zum Ausruhen ein, an einer langen Tafel unter Regenschutzplanen wird gemeinsam gegessen, ein großer Holz-Tisch steht für Bastelarbeiten bereit und es gibt einige überdachte Plätze für Spiele- und Vorleserunden. Der größte Spielplatz ist allerdings ohnehin der Wald selbst, in dem die Kinder bereits am ersten Tag so viel entdeckten, dass ihnen der Start ganz leicht fiel, erzählte Kita-Leiterin Janina Nierobisch.
Die Kindergartenbauer nutzten auch Käferholz
Den Wald-Kindergarten in Neuenstadt hat die Firma Gelzhäuser Forst aus dem Sauerland gebaut. Für die Hütte verwendete Timo Gelzhäuser Käferholz, also Holz, das vom Borkenkäfer befallen war. Er und seine Schwester, mit der er die Firma leitet, haben so einen Weg gefunden, das Schadholz, das sie nicht gewinnbringend verkaufen können, sinnvoll einzusetzen. Sie bauen damit auch Tiny-Häuser, Saunen oder Gartenhütten. Der Wald-Kindergarten in Neuenstadt war ihr erstes Projekt in diese Richtung. Trotz viel Regen beim Aufbau habe die Arbeit viel Spaß gemacht.



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