Spatenstich für die "Vinosphäre Schropp" in Erlenbach-Binswangen
Der symbolische erste Spatenstich für die Erweiterung des Weinguts Martin Schropp in Erlenbach-Binswangen ist nicht nur gesetzt, der Boden wurde vom Bauherren sogar mit einem Schluck Wein geweiht.

Zahlreiche Gäste, darunter befreundete Weinbauern und Bürgermeister Uwe Mosthaf, feierten den baulichen Auftakt der "Vinosphäre Schropp" gemeinsam mit der Familie.
Im ersten Bauabschnitt soll bis Herbst 2023 eine Vinothek mit Weinlounge, Shop und Veranstaltungsfläche für Weinproben und weitere Events entstehen. Komplettiert wird die Vinothek in drei weiteren Bauabschnitten durch ein Hotel, ein Veranstaltungsgebäude und einen Weinkeller für Traubenannahme und Produktion. Unter dem Titel "Vinosphäre Schropp" werden sich die Gebäude später ähnlich einem Amphitheater um einen runden Platz mit Sitzstufen gruppieren.
"Heutzutage fahren die Leute keine 30 Kilometer mehr, nur um sechs Kisten Trollinger zu kaufen", weiß Florian Schropp. Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, brauche es mehr. "Mit der Vinosphäre wollen wir ein ganzheitliches Erlebnis rund um das Thema Wein kreieren." Ziel sei es zudem, sichtbarer zu werden beispielsweise für Firmen in der Region und darüberhinaus, für Geschäftsreisende, aber auch für junge Leute "die weinaffin sind und sich gern mal etwas Schönes kaufen".
Das Projekt, so Martin Schropp, soll die Zukunft des Betriebes sicherstellen. "Ohne Nachfolge hätten wir das Ganze nicht gemacht", erklärt er. Nach Fertigstellung des Projekts plant Schropp die Übergabe an seine erwachsenen Kinder. "Jeder hat dann seinen festen Aufgabenbereich, kann aber auch alle anderen vertreten", betont er. So wird Sohn Florian die Vinothek und die Bewirtung unter seiner Federführung haben, während sich Sohn Felix um die Weinbergarbeiten kümmert. Tochter Jasmin verwaltet das Organisatorische.
Wein als Mittelpunkt eines ganzen Kosmos
Seit 2018 arbeitet die Familie für das Konzept mit dem österreichischen Architekturbüro Spitzbart + partners zusammen. "Ziel des Prozesses ist ein interdisziplinäres Gesamterlebnis, welches vom Packaging bis zur Architektur des neuen Erlebnisweinguts reicht", erklärt Geschäftsführer Markus Spitzbart. Im Kern der Vinosphäre Schropp stehe die Idee vom Wein als Mittelpunkt eines ganzen Kosmos.
"Ein Gebäude muss sein wie ein guter Wein", erklärt Architekt Norbert Grabensteiner. Der erste Eindruck müsse ansprechen, die Atmosphäre schon beim Eintreten stimmen, der Aufenthalt ein Erlebnis sein. Architektonisch spiele man bei dem flachen Kubus, der auf einer Verglasung liegt und den Eindruck erweckt, gleich abzuheben, mit der Spannung aus schweren und leichten Elementen. An der Fassade spiegeln sich zwei- und dreidimensional die runden Formen des Schroppschen Markenbildes wider.

Bei der Innenraumgestaltung achte man auf Purheit der Materialien und verzichte auf Beschichtungen. "Bei den Oberflächen darf ruhig spürbar sein, um welches Material es sich handelt", so der Architekt. Später wandert der Besucher im Erdgeschoss der Vinothek durch das Sortiment des Weinguts. Über eine gläserne Treppe gelangt er in den hauseigenen Gastronomiebereich. Dieser öffnet sich auf den zentralen Platz, der das Herzstück des architektonischen Konzepts bildet. "Hier fließt alles zusammen, und es bildet sich ein vielfältig nutzbarer Raum für Veranstaltungen wie Weinverkostung, Weihnachtsmarkt, Konzert und Sommerkino."
Zeichen in der Weinregion
Dass die Familie viel Geduld habe und für seine "teilweise verrückten Ideen" offen sei, lobt Grabensteiner. Er ist sich sicher: "Dieses Projekt ist einzigartig und wird Strahlkraft weit über die Region hinaus haben." Erlenbachs Bürgermeister Uwe Mosthaf gibt zu, dass ihm die Idee zu Beginn "die Sprache verschlagen habe". Das Projekt sei in diesen Zeiten ein mutiger Schritt. "Toll, dass er gewagt wird." Der Rathauschef ist sich sicher, dass die Vinosphäre das Profil der Gemeinde als Weinort stärken und ein Zeichen in der Weinregion setzen wird.
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