Genossenschaftskellerei Heilbronn stellt Weichen im Keller neu
Arne Maier, der renommierte Kellerchef der Genossenschaftskellerei Heilbronn, wird 2024 von Tobias Zeller abgelöst. Weitere Personalien sind in Deutschlands größter WG mit eigenem Wein aus Altersgründen absehbar.

Deutschlands größte Genossenschaft mit eigenem Wein, die Genossenschaftskellerei (GK) Heilbronn, feiert 2022 nicht nur ihren Fünfziger. Sie nimmt auch wichtige Weichenstellungen vor. Kellermeister Arne Maier (62) will Ende 2023 nach 26 Jahren in den Ruhestand treten. Wie Vorstandschef Justin Kircher (59) und Geschäftsführer Daniel Drautz (31) auf Stimme-Anfrage bestätigen, wird Tobias Zeller (45) ab 2024 der Gesamtbetriebsleiter für Technik und Oenologie.
Zeller war bester Küferlehrling Deutschlands
Zeller, der aus Neckarwestheim stammt, seine Weinküferlehre als Bundessieger abschloss und nach der Techniker-Ausbildung an der Weinbauschule Weinsberg in der Abstatter Weinkellerei Wangler arbeitete, kam 2001 hinter Roland Hönnige als Vize zu den Weingärtnern Flein-Talheim, wo er seit 2009 Erster Kellermeister war und seit der Fusion mit Heilbronn ab 2011 den Weinkeller leitet. Zudem ist Zeller heute schon für alle GK-Sekte und alkoholfreien Tropfen verantwortlich.
Wer in Flein 2024 Zellers Stelle übernimmt, ist noch offen. Fest steht: "Der Standort bleibt erhalten, und wir haben eine Reihe guter Leute", die auch für andere Posten in Frage kämen, so Kircher. Denn neben dem zweiten GK-Kellerchef Dieter Beil hätten weitere Mitarbeiter die 60er-Grenze überschritten. Kein Handlungsbedarf bestehe in Grantschen, wo die Verkaufsstelle zwar zu Jahresbeginn geschlossen wurde, aber Holzfass-Experte Uli Schwager (56) weiter am Ruder bleibt.
Über Lehrensteinsfeld und die Schweiz nach Heilbronn
Arne Maier, der aus Lehrensteinsfeld stammt, hatte nach der Lehre im Ilsfelder Weingut Bentzel-Sturmfeder in Geisenheim Weinbau und Oenologie studiert, war danach für ein Jahr GK-Praktikant, leitete vier Jahre den Keller des Schweizer Top-Weinhauses Mathier in Salgesch (Wallis) und ab 1989 den in Flein. 1997 wurde er in der Nachfolge von Herbert Volz GK-Kellerchef, kurz bevor dort Karl Seiter die Geschäftsleitung übernahm.
In der Ära Seiter & Maier, die von den Vorstandsvorsitzenden Martin Haag und Justin Kircher mitgeprägt wurde, wuchs die einstige GK Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg durch Fusionen von 600 Hektar (ha) auf 1480 ha. Die Tanks und Fässer fassen heute 26 Millionen Liter, das Lager drei Millionen Flaschen, wobei bei der jüngsten Großinvestition 2014 für 6,5 Millionen Euro unter anderem auch der neue Verkaufs- und Präsentationsraum plus Weingarten und Weinpavillon hinzukamen.
Was die Zukunft so bringt
Als Herausforderung nennt Zeller neben der Personalentwicklung die Verschlankung des 350 Artikel umfassenden Sortiments, dies auch vor dem Hintergrund des neuen Bezeichnungsrechts, bei dem ab dem Jahrgang 2026 Lagennamen auf Literflaschen tabu sind und sonst nur unter strengen Kriterien verwendet werden dürfen.
Gleichzeitig will Zeller das Profil der Premiumweine schärfen, mit denen Maier & Co. der Sprung in den neuen Gault Millau gelang, der noch im Juli erscheint. Vor dem Hintergrund von Wetterextremen und Umweltschutz wolle man unter anderem verstärkt robuste Sorten über die eigene Rebschule zur Marktreife bringen. Und womöglich kommt es zu weiteren Kooperationen: so wie aktuell mit der Flaschenfüllung für die Winzer vom Weinsberger Tal.
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