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Möckmühl

Mehr Bewohner zieht es in die Altstadt von Möckmühl

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Die Stadt Möckmühl hat attraktive Arbeitgeber. Das bedeutet allerdings, dass der Wohnraum knapp wird.

Das Bäckereicafé am Möckmühler Marktplatz ist geschlossen, die Stadt pachtet die Immobilie und sucht nun dafür einen Betreiber. Foto: Simon Gajer
Das Bäckereicafé am Möckmühler Marktplatz ist geschlossen, die Stadt pachtet die Immobilie und sucht nun dafür einen Betreiber. Foto: Simon Gajer  Foto: Gajer, Simon

Die Möckmühler Altstadt ist als Wohnraum stark gefragt. Dafür geht an anderer Stelle der Trubel zurück: Die Stadt sowie die Immobilienbesitzer kämpfen mit demselben Problemen wie andere Orte. Geschäfte zurückzubringen, leere Läden zu füllen wird immer schwerer. Die Stadt geht zumindest an zentraler Stelle einen besonderen Weg. Die Verwaltung hat eine Immobilie am Marktplatz angemietet, um für eine Nachnutzung des ehemaligen Bäckerei-Cafés zu sorgen.

Im Zentrum will ein Investor weitere zwölf Wohnungen bauen

Immer mehr Menschen zieht es in den historischen Stadtkern. Das weiß Möckmühls Bürgermeister Ulrich Stammer. Die Nachfrage ist riesig. "Bei uns ist alles, was zu vermieten ist, auch vermietet", sagt er. "Und das ist immer noch zu wenig." Die Nachfrage nach Wohnraum im Zentrum ist groß. Dem Rathaus liegt eine Bauvoranfrage eines Investors vor, der eine Scheune sowie ein leer stehendes Gebäude abreißen und durch einen Neubau mit zwölf Wohneinheiten ersetzen will. "Das ist sehr gut", lobt der Rathauschef das Projekt.

Den Boom bei den Einwohner führt die Stadt auf die starken örtlichen Arbeitgeber zurück. Als Kaufland seinen Betrieb eröffnet hatte, waren es 600 Vollzeitstellen, berichtet Ulrich Stammer. Jetzt seien es 2000. In Kürze beginnt ECE damit, das Logistikzentrum zu bauen. Der Rathauschef geht davon aus, dass dort weitere 500 Stellen geschaffen werden. Ulrich Stammer, der selbst in der Innenstadt wohnt genießt das zusätzliche Leben im Zentrum. "Es ist gut." Davon profitierten alle, ist er überzeugt.


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Innenstädte haben ein Problem

Unterdessen wird es schwer, leere Geschäfte im Erdgeschoss zu füllen - wie stellenweise im Bebauungsplan vorgeschrieben. Der Gemeinderat hat deshalb schon den Weg freigemacht, dass hier Wohnraum entstehen kann. Dass es in der Altstadt kaum Parkplätze gibt, ist aus Sicht des Rathauschefs kein. Problem für potenzielle Neubürger Der Gemeinderat habe sich vor längerem dagegen ausgesprochen, Anwohner-Parken zu erlauben.

Der Wandel von Innenstädten ist auch Thema für den Regionalverband Heilbronn-Franken. Unter anderem die Stadt Möckmühl hat der Verband angeschrieben, um für das sogenannte Projekt Innenstadtberatung zu werben. Die Lage sei ernst, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Auch im Jahr 2021 gehen Einnahmen zurück. "Der Einzelhandel, der die Innenstädte und örtliche Zentren prägt, muss mit sinkenden Passantenfrequenzen und rückläufigen Umsätzen kalkulieren", heißt es in dem Brief, den Verbandsdirektor Klaus Mandel unterzeichnet hat. Das Land fördere nun einen Innenstadt-Check, um die Zentren zu entwickeln und die Handelsfunktion der Innenstadt zur stärken.


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Die Stadtverwaltung pachtet ehemaliges Bäckereicafé

Möckmühl ist bereits an anderer Stelle aktiv. Die Verwaltung hat ein zentrales, ehemaliges Bäckereicafé angemietet und sucht einen Betreiber. "Zu 100 Prozent wird das etwas", ist Bürgermeister Ulrich Stammer optimistisch, einen Pächter zu finden. Möckmühl hat Potenzial, auch beim Tourismus. "Dieser Bereich hat massiv zugenommen." Er führt das auf erfolgreiche Anstrengungen der Touristikgemeinschaft Heilbronner Land zurück. "Das Team macht gute Arbeit", lobt er. Tagestouristen würden auf Möckmühl aufmerksam, nicht nur allein die Radler, die auf dem Kocher-Jagst-Radweg unterwegs sind.

Auch die Besucher hat Ulrich Stammer im Blick, wenn er über fehlende Angebote spricht. Beim Gastro-Angebot könnte sich in Möckmühl noch etwas tun. Bei Übernachtungsmöglichkeiten sieht der Rathauschef genauso Potenzial. Allerdings: Zwar wird über Möckmühl gerade ein kleines Hotel gebaut, dafür ist ein ehemaliges Hotel verkauft worden. Der Betrieb steht still, es sollen darin Wohnungen eingerichtet werden.

Im Jahr 2022 soll Logistikzentrum gebaut werden

Der Hamburger Projektentwickler ECE Group Services GmbH & Co. KG will ein Logistikzentrum an der A6 bauen. "Die Baugenehmigung für das geplante Logistikzentrum liegt vor", bestätigt Pressesprecher Lukas Nemela entsprechende Informationen unserer Zeitung. Anfang 2022 soll es losgehen. "Der genaue Termin ist noch in der Planung." Fertig sein soll die Immobilie im Frühjahr 2023. "Ein Mieter steht noch nicht fest, es laufen aber Verhandlungen mit mehreren Interessenten, die bereits weit fortgeschritten sind."

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