Probleme bei der Mülltonnen-Lieferung – „Es läuft teilweise katastrophal“
Das Landratsamt Heilbronn gibt sich zufrieden, doch es mehren sich negative Stimmen zum Tausch und der Lieferung von 350.000 neuen Behältern. Manche warten noch auf Mülltonnen oder haben falsche erhalten.
Das Landratsamt ist der Meinung: Der Tausch und die Lieferung von 350.000 neuen Tonnen ist ein Erfolg: „Die Verteilung an die einzelnen Adressen hat dabei sehr gut geklappt.“ Aber es mehren sich Stimmen, dass der Tonnen-Tausch wohl doch nicht überall so gut geklappt hat: „Es läuft teilweise katastrophal“, sagt Andreas Conrad.
Der Weinsberger ist frustriert: „Unsere Hausverwaltung hat rechtzeitig alle neuen Abfallbehälter für unser Objekt mit 18 Wohnungen bestellt und hat auch eine Bestätigung erhalten. Jedoch wurden bis heute keine neuen Abfallbehälter geliefert: keine Bio-Tonne, keine Gelbe Tonne und kein Restmüllcontainer.“
Bewohner aus Landkreis Heilbronn: Für eine Reklamation niemand erreichbar
Dabei ergibt sich wie auch bei der Reklamation nicht geleerter Biotonnen im Sommer das gleiche Bild: „Weder beim Landratsamt noch bei Prezero ist jemand erreichbar – per Telefon gar nicht und per Email gibt es keine Reaktion.“ Immerhin habe man die Information erhalten, dass der Restmüllcontainer schon einen Chip habe und daher nicht getauscht werden muss.

Das könne man als Bewohner aber nicht nachprüfen, so Andreas Conrad. Fakt ist, dass der mittlerweile übervolle Restmüllcontainer wieder nicht geleert wurde, da angeblich der Chip defekt ist. „Wir sollen uns ans Landratsamt wenden – wie denn, wenn keiner erreichbar ist?“ Weil der Container immer noch übervoll ist, habe die Hausverwaltung nun den Restmüll auf eigene Kosten zur Deponie bringen lassen. „Sonst liegt der Müll halt auf der Straße rum, das wollen wir ja alle nicht.“
Tonnen-Chaos an vielen Orten: Landratsamt Heilbronn hüllt sich in Schweigen
Auch in Bad Wimpfen und Bad Rappenau gab es Tonnenchaos. Manchmal wurden zu viele Tonnen geliefert, manchmal gar keine. Oft stimmt auch nicht die Behältergröße, wie Rainer Gehring aus der Apothekergasse in Bad Wimpfen berichtet. „Das Problem ist, dass man vom Landratsamt überhaupt keine Information bekommt.“
Man werde mangels Alternative nun die falschen Tonnen benutzen. Allerdings stelle sich die Frage, wie abgerechnet wird. Der größere Behälter kostet nunmal auch mehr, gibt der Nutzer zu bedenken. Mit der Umstellung auf ein leerungsbezogenes Abrechnungssystem im Jahr 2026 ändern sich auch die Gebühren in Stadt- und Landkreis.
Falsche Tonnen im Landkreis Heilbronn geliefert: Empfänger sind ratlos
Mitunter seien auch falsche Bestellungen der Grund für die „fehlerhafte“ Lieferung. Das Landratsamt gibt auf Nachfrage zur Auskunft: „Dass falsche Tonnen geliefert wurden, kam im Landkreis Heilbronn nur vereinzelt vor. Bei einer entsprechenden Reklamation wurde in den meisten Fällen schnell durch die beauftragte Verteilfirma reagiert.“ Dennoch beschweren sich die Tonnen-Empfänger, dass es „keine Information gibt, wie man im Fall einer Reklamation umgehen soll“.
In der Stadt Heilbronn sei der Behältertausch zwischenzeitlich abgeschlossen, heißt es auf dem Rathaus. Aber auch hier gibt es Reklamationen. Zum Beispiel wurden zu viele gelieferte, so genannte „Geister-Tonnen“ in Heilbronn-Böckingen gesichtet.
Alte Tonnen werden erst später abgeholt: Viele haben Platzprobleme
Ein anderes Thema ist, dass die alten Tonnen erst im Februar oder teilweise März wie in Gundelsheim, Siegelsbach, Nordheim oder Oedheim abgeholt werden. Dies schafft vor allem in Mehrfamilienhäusern Probleme, aber auch im Reihenhäusle mit Mini-Stellfläche kann der Platz über Wochen hinweg knapp werden.
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Kommentare
Tom Müller am 12.01.2026 14:04 Uhr
Also bei mir funktioniert bisher alles! Bin auch sehr zufrieden mit der gelben tonne. Alles gut.
Thilo Klar am 12.01.2026 12:57 Uhr
Die Aussage kann ich vollumfänglich bestätigen, dass Prezero weder telefonisch, noch per Fax erreichbar ist. Auf meine Email bekam ich auch weder eine Bestätigung, noch eine Antwort!
am 12.01.2026 12:55 Uhr
Bei solch einem Vorhaben scheint es auf der Hand zu liegen dass es Probleme gibt. Mancher wird auch sagen er habe es kommen sehen. Über 300000 Tonnen zu tauschen ist eine Herkulesaufgabe und es passieren Fehler. Das ist auch normal. Das perfide ist jedoch dass die Behörde behauptet alles wäre gut. Anstelle solcher Äusserungen sollten sich die Mitarbeiter der Behörden an das Telefon und Rechner setzen und die Fragen und Probleme der Bürger zum Wohle der gemeinsamen Sache beantworten.
Ich erlebe es Entleerungszyklus um Zyklus dass die Papiermülltonne an keinem Termin welcher im Abfallkalender steht geleert wird. Kann man hier den Versorger nicht in die Pflicht nehmen?
Am Ende des Tages ist der Verbraucher der Dumme, er bezahlt dieses organisierte Versagen.