Stimme+
Landgericht Heilbronn 
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Messerangriff in Bad Friedrichshall: Prozess um mutmaßlichen Islamisten geht weiter

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Ein 25-jähriger mutmaßlicher Islamist griff Anfang Mai einen Polizisten mit Messern an und wurde durch einen Schuss gestoppt. Vor Gericht sagten jetzt mehrere Zeugen aus. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Am Vormittag des 3. Mai 2024 herrschte in einer Wohnstraße in Bad Friedrichshall Ausnahmezustand. Mehrere Polizeibeamte rückten zu einer Hausdurchsuchung eines mutmaßlichen Islamisten aus. Sie soll fast schon abgeschlossen gewesen sein, aber da eskalierte die Situation: Der 25-jährige Angeklagte griff einen Polizisten mit mehreren Messern an. Der Beamte schoss aus Notwehr und setzte den Angreifer außer Gefecht.

Was genau an jenem Tag geschah, stand am Dienstag wieder im Fokus einer Verhandlung vor der Schwurgerichtskammer des Heilbronner Landgerichts. Der Mann muss sich unter anderem wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags verantworten.

Mutmaßlicher Islamist in Heilbronn vor Gericht: Nachbarin sagt aus

Eine Nachbarin schilderte, wie sie die dramatischen Ereignisse erlebte. Zunächst habe sie einen lauten Knall gehört und gedacht, er stamme von den Bauarbeiten vor ihrer Haustür. Der Verdacht lag nahe, da Glasfaser verlegt wurden. Doch als sie aus dem Fenster schaute, sah sie Polizisten und den heute Angeklagten auf dem Boden liegen. Erst in diesem Moment habe sie realisiert: „Das waren Schüsse.“

Die Straße wurde abgesperrt. Unter ihrem Auto fand die Polizei eines der Messer, die der Angeklagte offenbar benutzt hatte. Erst später habe sie erfahren, was passiert war.

Mutmaßlicher Islamist aus Bad Friedrichshall wollte früher selbst Polizist werden 

Auch für die Einsatzkräfte war die Situation herausfordernd. Ein Assistenzarzt, der an jenem Tag gerade seine Schicht begonnen hatte, berichtete, wie ein Kollege ihn über eine angebliche Schießerei alarmierte und sie sofort losmüssten. Zunächst habe er geglaubt, man wolle ihn als Neuen im Team veräppeln. Doch am Tatort angekommen wurde schnell klar, wie ernst die Lage war: Die Straße war weiträumig abgesperrt, überall Polizei.

Ein Kriminaloberkommissar, der den Angeklagten zusammen mit einem Kollegen später auf der Intensivstation bewachen musste, berichtete, dass der 25-Jährige zwischenzeitlich viel geredet habe. So habe er erzählt, dass er früher selbst Polizist werden wollte, dies jedoch am Schwimmtest gescheitert sei. Heute habe er andere Ansichten, sagte er damals. 

Mutmaßlicher Islamist wollte scheinbar ins Jenseits befördert werden 

Außerdem habe der Angeklagte gefragt, ob Polizisten nicht darauf trainiert würden, gezielt in den Kopf zu schießen – eine Frage, die offenbar nicht zum ersten Mal von ihm gestellt wurde. In einer Aussage Mitte November hatte der mutmaßliche Islamist schließlich offen eingeräumt, dass er durch den Messerangriff einen Schusswaffeneinsatz provozieren wollte, um „ins Jenseits befördert zu werden“. Selbstmord sei im Islam verboten, erklärte er dazu. Den Tod habe er deswegen durch fremde Hände gesucht.

Ein anderer Polizeibeamter, der dem Angeklagten im Krankenhaus eine Fußfessel anlegen sollte, berichtete, der 25-Jährige habe gegenüber einer Krankenschwester gesagt, sie brauche sich keine Sorgen machen – Frauen und Kindern werde er nichts antun.

Am 7. Januar geht es weiter. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben