SLK-Kliniken: Die Zahlen sind gut, die Stimmung ist es nicht
Die kommunalen Kliniken brauchen dringend einen Neustart, was Kommunikation und Unternehmenskultur angeht, meint unsere Autorin.

Seit Anfang 2020 ist Thomas Weber Geschäftsführer der SLK-Kliniken – gemessen an seinem Auftrag ist er sehr erfolgreich. Wirtschaftlich steht der Klinikverbund gut da und kürzlich wurde am Gesundbrunnen ein neuer Klinikteil in Betrieb genommen. Das signalisiert: Die Gesundheitsversorgung in der Region ist zukunftsfähig aufgestellt.
SLK-Kliniken: Im Inneren rumort es gewaltig
Im Inneren jedoch rumort es gewaltig bei SLK. Verzweiflung, Wut, Resignation: Es sind starke Worte, mit denen Mitarbeiter ihre Gefühle beschreiben. Viele kritisieren zudem offen die Qualität der Patientenversorgung. Diese habe in den vergangenen Jahren dramatisch abgenommen, was mit dem Weggang einiger profilierter Chefärzte und mit der schlechten Stimmung im Unternehmen zusammenhänge. Die Geschäftsführung interessiere sich nicht für Befindlichkeiten, ist oft zu hören, „es zählen nur Zahlen“.
Harald Becker war 2024 angetreten, um die Stimmung zu drehen. Er kommunizierte offen, war nahbar und kündigte im einzigen Interview mit unserer Zeitung vor gut einem Jahr mehr Mitarbeiterorientierung und einen Kulturwandel im Unternehmen an. Durchgekommen ist er damit nicht. Nun wird es wieder Monate dauern, bis klar ist, wer SLK in Zukunft führen wird – und wie. Das sind keine guten Nachrichten für die so wichtige kommunale Gesundheitsversorgung.
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