KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim: Gebäude soll sich in Landschaft einfügen
Der Bauherr Netze BW nennt weitere Details zu einem geplanten KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim und wie die Anlage später aussehen könnte.
Über Jahrzehnte prägte das Kernkraftwerk die Kulisse von Neckarwestheim. Die charakteristische Dampfwolke ist seit der Abschaltung im Frühling 2023 verschwunden, das Gelände befindet sich im Rückbau. Mit einem KI-Rechenzentrum könnte bis 2030 das nächste Großprojekt nahe des Energieparks im Steinbruch entstehen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gab die Netze BW neue Details bekannt, wie die Anlage einmal aussehen könnte.
Einsehbarkeit des KI-Rechenzentrum: Wald soll Gebäude weitgehend verdecken
Für das Vorhaben hat das Unternehmen ein Gebiet nordöstlich des Energieparks ins Auge gefasst. Der Bauherr Netze BW will sich mit der räumlichen Nähe zum stillgelegten Kernkraftwerk dessen technische Infrastruktur zunutze machen. Aktuell wird geprüft, wie sich das Projekt dort realisieren lässt. Vergangene Woche genehmigte der Gemeinderat den Vorentwurf des Bebauungsplans. Bislang wird die Fläche größtenteils landwirtschaftlich genutzt und umfasst 3,94 Hektar. Darauf soll ein Gebäude in modularer Bauweise entstehen.

Im Rahmen des Verfahrenswechsels, den der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung billigte, wurde die maximale Höhe des Gebäudes von 10 auf 21 Meter gesetzt. Insgesamt könnte das Bauwerk somit bis zu vier Geschosse umfassen.
Der umliegende Wald soll die Sicht von der Siedlung aus aber weitgehend verdecken, so die Idee. „Wir sind überzeugt, dass sich das Rechenzentrum harmonisch in das Landschaftsbild einprägen wird“, erklärte Fabian Wiesner von der Netze BW. Die Bäume müssen für den Bau teilweise gerodet und an anderer Stelle neu gepflanzt werden. „Das muss eins zu eins ersetzt werden“, sagte Bürgermeister Jochen Winkler.
Ehemaliges Kernkraftwerk in Neckarwestheim steht weiter unter Atomrecht
Ob das Gebäude am Ende wirklich diese Maße erfüllt, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Es geht lediglich darum, sich die Möglichkeit in der Planung offen zu halten. Die neue Höhe, warf Jochen Winkler ein, wäre auch ohne Verfahrenswechsel irgendwann gekommen. Denn in die Weite kann das Projekt in naher Zukunft nicht wachsen: Die Kraftwerksblöcke im Energiepark stünden weiterhin unter atomrechtlicher Überwachung, erklärte der Rathauschef. Das Areal komme daher erstmal für eine neue Bebauung nicht in Frage.
Da dem Unternehmen und der Gemeinde gleichermaßen an einer schnellen Umsetzung liegt, sei das Plangebiet oberhalb der Steinbruchkante ein Kompromiss. Perspektivisch könnte das Rechenzentrum in Richtung Steinbruch vergrößert werden, nachdem der Rückbau abgeschlossen ist. „Es besteht die Möglichkeit, den Standort zu entwickeln“, bestätigte Fabian Wiesner.
Das liegt aber noch weit in der Zukunft. Insgesamt wird der Rückbau rund 20 Jahre in Anspruch nehmen.
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