Neues Verfahren für KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim eingeleitet
Für das geplante KI-Rechenzentrum der Netze BW hat der Gemeinderat einen Verfahrenswechsel beschlossen. Eine zeitliche Verzögerung wird bei dem Großprojekt in Neckarwestheim nicht erwartet.

Die Netze BW schlägt bei der Planung eines KI-Rechenzentrums in Neckarwestheim einen neuen Weg ein. Das laufende Verfahren wurde formell gestoppt und durch ein neues ersetzt. Der Gemeinderat Neckarwestheim bewilligte diese Entscheidung einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Bei dem Schritt handelt es sich nach Angabe des Unternehmens um eine Formalie, die keine Auswirkungen auf den Fortschritt des Projekts habe.
KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim: Gründe für das neue Verfahren
Im Mai vergangenen Jahres gab das Tochterunternehmen der EnBW bekannt, neben dem ehemaligen Kernkraftwerk ein Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz bauen zu wollen. Damals fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, wenige Monate später folgte die Beteiligung der Öffentlichkeit. Das bislang aktive Verfahren wurde nun außer Kraft gesetzt. Stattdessen erfolgt jetzt die Aufstellung eines sogenannten qualifizierten Bebauungsplans.
Dieser Schritt hat vor allem praktische Gründe. Das neue Verfahren biete mehr Flexibilität, erklärte Simon Pampel von der Netze BW. Der Markt im Bereich der Rechenzentren entwickle sich rasant weiter. Mit der Verfahrensänderung gewinne das Unternehmen wertvolle Zeit, um technische Details festzulegen und neueste Marktentwicklungen einfließen lassen zu können. „Je mehr Zeit wir in der Planung haben, desto besser.“
Künftig ist auch nur noch von einem Rechenzentrum die Rede. „Da Künstliche Intelligenz kein rechtssicherer Begriff ist, wurde der Teil aus dem Titel gestrichen“, sagte Simon Pampel. Auch hierbei handle es sich um eine reine Formalie.
Keine Verzögerung: KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim weiterhin im Zeitplan
Ein zeitlicher Verzug entstehe durch den Wechsel nicht, ergänzte sein Kollege Fabian Wiesner. „Alle Fachgutachten können wir nahezu vollständig übernehmen.“ Darunter fallen etwa bereits abgeschlossene Untersuchungen zum Schall und Naturschutz. Als nächstes wird nun die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wiederholt. Wenn alles nach Plan läuft, möchte die Netze BW bis Ende nächsten Jahres einen Bauantrag einreichen. Das Ziel sei, das Rechenzentrum im Laufe des Jahres 2029 in Betrieb zu nehmen, gab Wiesner an, und verwies auf die kürzlich veröffentlichte Rechenzentrumsstrategie des Bundes, wonach bis 2030 die Kapazitäten in diesem Bereich verdoppelt werden sollen.
Bürgermeister Jochen Winkler unterstützte das Vorgehen und betonte, wie wichtig das Projekt für die Gemeinde sei. „Das ist ein Thema, das wir beim Schopfe packen müssen“, meinte er, „jetzt haben wir die Möglichkeit, ein Zukunftsthema zu setzen.“ Bis entschieden sei, was nach dem Rückbau mit dem Energiepark im Steinbruch passiert, könne das Rechenzentrum das „finanzielle Fundament für die nächsten zehn Jahre setzen“.
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