Stimme+
Am früheren Kernkraftwerk
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim geplant – was hat es damit auf sich? 

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Netze BW will ein KI-Rechenzentrum neben den Kernkraftwerk Neckarwestheim bauen. Aber was hat es damit eigentlich auf sich, und wer profitiert davon? 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Anfang Mai wurde bekannt, dass Netze BW ein KI-Rechenzentrum neben dem Energiepark im Steinbruch errichten möchte. Dort wird das Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar (GKN) zurückgebaut. Noch sind die Planungen ganz am Anfang. Der Gemeinderat Neckarwestheim hat in seiner jüngsten Sitzung für den Aufstellungsbeschluss gestimmt.

Im nächsten Schritt wird ein Bebauungsplan erstellt, mit dem auch die generelle Machbarkeit des Projekts an dem Standort geprüft wird. Somit ist das KI-Rechenzentrum keine beschlossene Sache, aber das Unternehmen spricht von einem „Wunschstandort“. Und die Gemeinde Neckarwestheim nennt es ein „Pilotprojekt“, das von großer Bedeutung für die Kommune sei. 

Was macht ein KI-Rechenzentrum genau?

Rechenleistung bildet die Basis für alles Digitale. In einem KI-Rechenzentrum ist die notwendige, grundlegende Infrastruktur für den Einsatz Künstlicher Intelligenz untergebracht. „Ganz allgemein werden KI-Rechenzentren für das Training und die Anwendung von KI-Rechenoperationen eingesetzt“, erklärt ein Netze-BW-Sprecher. Beispielsweise könnten das Forschungsprojekte und Simulationen, aber auch konkrete Anwendungen in Verwaltung und Industrie sein.

Nach AKW-Aus: KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim geplant

Warum soll ausgerechnet in Neckarwestheim eins entstehen?

Das Gelände am Energiepark im Steinbruch gehört zum Großteil der EnBW und ihrer Tochterfirmen. Durch das GKN sind notwendige Voraussetzungen bereits erfüllt. „Der Standort verfügt über belastbare Stromanschlüsse, Sicherheitsstrukturen und eine etablierte technische Infrastruktur“, heißt es in den Unterlagen des Gemeinderats Neckarwestheim. Flächen mit verfügbaren Netzanschlusskapazitäten sind rar im Südwesten.

Geplantes KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim: Wer könnte profitieren?

Wie soll das KI-Rechenzentrum mit Energie versorgt werden?

Das geplante KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim soll vollständig mit Ökostrom betrieben werden, erklärt die Netze BW. Dafür gebe es bereits die Stromnetze, die durch Neckarwestheim führen und ans GKN angeschlossen sind. Der Energiepark am Steinbruch benötigt den Großteil dieser Energie nicht mehr. Es gebe auch Möglichkeiten, die Energie lokal zu erzeugen, da müsse man mit der Gemeinde gegebenenfalls ins Gespräch gehen.

Wer profitiert von dem KI-Rechenzentrum?

Öffentliche Informationen gibt es dazu noch nicht. Auch, ob ein Zusammenhang zum geplanten Ipai in Heilbronn besteht, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Gemeinde Neckarwestheim könnte zumindest indirekt von dem KI-Rechenzentrum profitieren. Es gibt Überlegungen, die Abwärme, die während des Betriebs entsteht, ins kommunale Nahwärmenetz einzuspeisen und für landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke zu nutzen.

Geplantes Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz in Neckarwestheim: Konkurrenzfähig und unabhängig bleiben

Wo in Deutschland gibt es bereits ein ähnliches Projekt?

Viel ist über das geplante KI-Rechenzentrum in Neckarwestheim noch nicht bekannt, außerdem sind auch die individuellen Rahmenbedingungen entscheidend. In den 1990er Jahren entstand an der Universität Stuttgart das erste Höchstleistungsrechenzentrum (HLRS). Es bietet Wissenschaft und Industrie Zugang zu Supercomputern. Es findet auch im Bereich Künstliche Intelligenz Anwendung, ist aber nicht ausschließlich darauf ausgelegt. In Darmstadt etwa gibt es das Hessian.AI, ein KI-Zentrum, das besonders für Forschung in dem Bereich eingesetzt wird. In Bayreuth betreibt Aleph Alpha ein Rechenzentrum für KI-Modelle und hat eine Kooperation mit dem Land Bayern zur Digitalisierung der Verwaltung.

Warum ist es wichtig, dass Baden-Württemberg eigene KI-Rechenzentren hat?

„Der Begriff KI ist aktuell in aller Munde“, hieß es von Seiten der Netze BW, als das Projektteam im Gemeinderat zu Gast war. Baden-Württemberg sei hier eine führende Entwicklungsregion, mit dem Ipai in Heilbronn, dem Cyber Valley in Tübingen und dem HLRS in Stuttgart. Künstliche Intelligenz weise das Potenzial auf, „die Wirtschaft grundlegend zu transformieren“, erklärt ein Unternehmenssprecher weiter. Der Einsatz fördere Innovation und Effizienz. Mit anderen Worten, es geht darum, konkurrenzfähig und unabhängig zu bleiben.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben