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„Neckarwestheimer“ eröffnet: Neues Hotel setzt auf smarte Technik statt Rezeption

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Nach den Ferienunterkünften mit Bäckerei ist das Hotel „Neckarwestheimer“ seit September am Marktplatz geöffnet. Welche Ideen die Geschäftsführer umgesetzt haben.


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Er sei kein Fan der Farbe Orange, gibt Mario Diaz zu. Doch sie hebe die Stimmung, sagt der Unternehmer – und so ist in den modernen Zimmern des „Neckarwestheimer“ Hotels stets eine Wand in diesem Farbton gestrichen.

Hier sollen sich die Gäste gleich wie zu Hause fühlen. Manche bleiben schließlich länger als bei einem üblichen Hotelaufenthalt, mitunter mehrere Wochen oder Monate. Besonders angetan ist Diaz allerdings von den Bildern, die an Banksy-Kunstwerke erinnern. Sie sind auch in den Ferienwohnungen zu finden, die der 47-Jährige gemeinsam mit seinem langjährigen Geschäftspartner Daniel Trick seit 2022 in Neckarwestheim betreibt – nur wenige Meter gegenüber, in dem Gebäude mit Bäckerei und Veranstaltungsraum im Dachgeschoss.

Hotel „Neckarwestheimer“ öffnet früher als geplant

Noch fehlen ein paar Handgriffe an der Ausstattung des Hotels neben dem Rathaus, das nach umfangreicher Renovierung im September eröffnet hat. Eigentlich war das Frühjahr anvisiert gewesen, aber das sei nicht zu halten gewesen, sagt Diaz: „Es gab zu viel zu tun.“ Kaum seien die Zimmer fertig gewesen, habe es schon die erste Anfragen gegeben. „Das hat uns angespornt, schon früher zu öffnen“, erklärt Diaz. Trotz Restarbeiten können sich hier nun die ersten Gäste wohlfühlen, es fragen Reisegruppen, Touristen und Handwerker an.

Blick in eines der sorgsam ausgestatteten Zimmer.
Blick in eines der sorgsam ausgestatteten Zimmer.  Foto: Alternativer Fotograf

Das „Neckarwestheimer“ Hotel ist direkt an die Marktplatz-Tiefgarage angebunden und verfügt über fünf Einzel- und sieben Doppelzimmer sowie eine Wohnung mit jeweils zwei Doppelzimmern auf zwei Stockwerken, die über eine Treppe oder per Fahrstuhl erreichbar sind.

 Statt einer Rezeption gibt es ein sogenanntes E-Büro

Anfang des Jahres erwarben sie das Gebäude von der Gemeinde und begannen mit Renovierungsarbeiten: Wände wurden gezogen, neue Böden verlegt, die Elektrik wurde erneuert. Die Zimmer bieten alles, was ein klassisches Hotel ausmacht: Badezimmer, großer Fernseher, Schreibtisch, offene Kleiderschränke sowie bereitgestellte Bettwäsche, Handtücher und zusätzliche Kissen und Decken. Und dennoch: Das „Neckarwestheimer“ ist kein Hotel im klassischen Sinne.

Vieles läuft hier automatisch. Statt einer Rezeption gibt es ein sogenanntes E-Büro: Über eine Telefonnummer reagieren geschulte Fachkräfte eines Callcenters auf die Anliegen der Gäste. Bei der Buchung erhalten diese einen Code, mit dem sie den Schlüssel aus einer Box entnehmen können.

Frühstück gibt es in der gegenüberliegenden Bäckerei

Das Einchecken erfolgt eigenständig – viele schätzen gerade diese Einfachheit, meint Mario Diaz, er selbst bevorzuge den persönlichen Kontakt. Nach dem Auschecken über eine App überprüft beispielsweise das System über Sensoren, ob die Fenster geschlossen sind. Frühstück kann – wie bereits bei den Appartements – in der Partnerbäckerei dazugebucht werden. Weil das Konzept dort gut funktionierte, habe man es auf das Hotel übertragen, und auch hier bewähre es sich, sagt Diaz. Unterschiede bleiben dennoch: Anders als in den Wohneinheiten gibt es im Hotel einen Reinigungsservice.

Unternehmer bieten seit 2022 Ferienunterkünfte in Neckarwestheim an

Mario Diaz und Daniel Trick betreiben auch den Forsthof in Steinheim und die 1907 Bahnlounge in Neuenstadt. In Neckarwestheim bieten sie seit 2022 am Marktplatz vier Schlafeinheiten und voll ausgestattete Gemeinschaftsräumen im Neubau der ehemaligen Volksbank an. Im Erdgeschoss zog die Bäckerei Übele ein, an die auch die Ferienunterkünfte angeschlossen sind. Das Konzept der Wohnungen sei gut angekommen, sagt Diaz, damit habe man zunächst nicht gerechnet: „Nicht alle wollen sich Räume teilen“, so der gebürtige Mexikaner, der viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet hat.

Doch viele Gäste schätzten das Angebot. Zwar sei Neckarwestheim kein klassischer Übernachtungs- oder Touristenort. Dennoch gebe es einen klaren Bedarf, so Diaz. 

Den Gebäudekomplex mit Wohneinheiten und Gewerbeflächen in der ehemaligen Volksbank entdeckte Mario Diaz einst zufällig im Vorbeifahren und war sofort angetan. Damit wuchs auch sein Interesse an Neckarwestheim. „Wir wollen uns mit dem Ort auseinandersetzen“, sagt er. Dazu gehöre, dem Marktplatz Leben einzuhauchen. Hinter den Erwartungen zurück bleibt bisher die Vermietung des Veranstaltungsraums im Dachgeschoss oberhalb der Appartements. Dort finden höchstens ein bis zwei Mal im Monat Events statt. „Da hatten wir uns mehr erhofft“, gibt Diaz zu. Nun wolle man die Nutzung überdenken. 

Mario Diaz vor dem Hoteleingang zum „Neckarwestheimer“ am Marktplatz. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Daniel Trick hat der gebürtige Mexikaner das alte Hotel am Markt erworben und renoviert.
Fotos: privat, Möllers
Mario Diaz vor dem Hoteleingang zum „Neckarwestheimer“ am Marktplatz. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Daniel Trick hat der gebürtige Mexikaner das alte Hotel am Markt erworben und renoviert. Fotos: privat, Möllers  Foto: Möllers, Linda
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