Kirchheim stimmt für Hilver-App: Digitale Plattform für Nachbarschaftshilfe
Der Gemeinderat in Kirchheim stimmt in seiner jüngsten Sitzung für die Einführung der Hilver-App – eine digitale Plattform für Nachbarschaftshilfe. Auch andere Kommunen im Umkreis nutzen das Angebot bereits.

In Deutschland sind 3,5 Millionen Menschen älter als 80 Jahre, 2,5 Millionen Menschen pflegen ihre Angehörigen, und rund acht Millionen Menschen sind ehrenamtlich aktiv: Mit diesen Zahlen untermauert Eva Pranjic, wie sinnvoll eine zentrale Plattform ist, auf der sich Hilfesuchende und Helfer finden können. Die Hilver-App biete eine solche digitale Plattform. In immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg ist sie bereits im Einsatz, Talheim war im Landkreis Heilbronn Vorreiter. Nun will die Verwaltung Hilver auch in Kirchheim etablieren.
Plattform für Alltagshilfe: Worum geht es bei der Hilver-App?
„Uns geht es bei dieser Plattform darum, ein Mittel zur Verfügung zu stellen, mit dem man Menschen auf einfache Weise verbinden kann“, erklärt Eva Pranjic, die als Vertreterin von Hilver am Donnerstagabend im Gemeinderat vor Ort ist. Das Konzept ist tatsächlich simpel: Nutzer können sich als Helfer oder Hilfesuchender registrieren. Je nach Vorgabe der Kommune müssen die Ehrenamtlichen ein Führungszeugnis vorlegen. Nach der Freischaltung können Nutzer ein Hilfsangebot aufgeben und werden mit einem Helfer gepaart, der genau das anbietet.
Die Gesuche können Alltagshilfen unterschiedlicher Art sein, zum Beispiel beim Einkaufen, bei der Technik oder als Begleitung beim Spazierengehen. „Immer mehr Menschen brauchen einen Wlan-Anschluss, oder der Fernseher funktioniert nicht mehr“, nennt Pranjic weitere Beispiele. Ehrenamtliche können bei der Registrierung die Kategorien auswählen, in denen sie eingesetzt werden können.
„Natürlich haben wir viele Menschen, die nicht affin sind mit dem Smartphone“, fügt Pranjic hinzu. Deswegen ist der Dienst auch über den Computer oder einen Anruf bei der Kommune nutzbar. Zudem ist es möglich, Hilfe für andere anzufordern. „Wir haben viele Angehörige, die nicht bei ihren Eltern wohnen und Anfragen über die App stellen“, sagt Pranjic. Das Angebot werde überwiegen von älteren und hilfsbedürftigen Menschen genutzt, richte sich aber an alle Altersgruppen.
Hilver-App in Kirchheim: Kosten und mögliches Startdatum
„Ich bin überzeugt von der App“, betont Bürgermeister Uwe Seibold. Das Angebot würde in Kirchheim gut genutzt werden, vermutet er – bei allen Zielgruppen. „Ich glaube, da gibt es viel Potenzial für beide Seiten“, sagt er. Auch die Ratsmitglieder stehen der Idee mehrheitlich positiv gegenüber. Jürgen Schick von der Wählergemeinschaft Kirchheim hebt besonders hervor, dass die App den Nutzern ermögliche, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben und selbst zu entscheiden, was sie brauchen.
Ohne Gegenstimmen und mit einer Enthaltung stimmt der Gemeinderat dafür, die App in der Kommune einzuführen. Das Angebot kostet einmalig 5450 Euro für die Einrichtung der Struktur, anschließend 254 Euro im Monat. Sinnvoll angelegtes Geld, befindet Seibold. Er hofft, dass die App im März 2026 an den Start gehen kann.
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