Diebstähle in Freibädern im Raum Heilbronn: Was Besucher beachten sollten
Geld, Kleidung, Handys – bei entsprechenden Gelegenheiten lassen Diebe im Freibad einiges mitgehen. Wer aufmerksam ist, bleibt von Langfingern verschont. Die Polizei Heilbronn gibt nützliche Tipps für Badegäste.
Spielende Kinder, herumtollende Jugendliche und auf der Wiese liegt ein Handtuch neben dem anderen. Bei den derzeitigen Temperaturen verzeichnen die Freibäder in der Region sehr hohe Besucherzahlen. Bei bis zu 5000 Gästen am Tag – wie im Solefreibad in Bad Friedrichshall – kann es schnell unübersichtlich werden. Und das schafft Gelegenheiten für Langfinger.
Davon berichtet beispielsweise eine Nutzerin in der Facebook-Gruppe „Du bist aus Bad Friedrichshall, wenn...“: Nach einer gemeinsamen Stunde mit dem Nachwuchs im Kinderbecken des Solefreibads seien ihre Marken-Badeschuhe verschwunden gewesen. Bei einer Meldung beim Bademeister habe dieser ihr von bereits sechs solcher Fälle am selben Tag erzählt.
Solefreibad in Bad Friedrichshall: Keine besondere Häufung von Diebstählen
In den Kommentaren auf den Post schildern weitere Facebook-Nutzer ähnliche Freibad-Diebstähle. Es ist ebenfalls von geklauten Badeschuhen und entwendeten Handtüchern mit den Logos von Fußball-Klubs die Rede. Zuletzt gab es in sozialen Netzwerken auch Kritik am Service des Kiosks im Bad Friedrichshaller Solefreibad.

„Eine besorgniserregende Zahl von Diebstählen haben wir im Freibad nicht. Aber natürlich ist jeder Diebstahl einer zu viel“, sagt Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey auf Nachfrage. Das unterstreicht auch Alexander Preuss, kaufmännischer Werkleiter der Stadtwerke Bad Friedrichshall: „Eine besondere Häufung von Diebstählen in unserem Freibad können wir in dieser Saison bislang nicht feststellen. Wenn überhaupt, verschwinden nur Dinge mit überschaubarem Wert. Allerdings lassen viele Besucher auch Habseligkeiten im Freibad zurück. Unser Fundbüro ist sehr gut gefüllt.“
Freibad in Gemmingen: 300 Schließfächer für Wertsachen sorgen für Sicherheit
Ähnliches berichtet auch Patrick Mach. Er ist Schwimmleiter im Imre-Gutyan-Freibad in Gemmingen im westlichen Landkreis Heilbronn. „Dass sich Diebstähle bei uns ungewöhnlich mehren, ist mir nicht bekannt.“ Damit man potenziellen Langfingern gar nicht erst die Klau-Möglichkeit eröffnet, empfiehlt er, Wertgegenstände nicht offen sichtbar im Gelände liegen zu lassen. „Am besten ist es, man nimmt nur das mit, was man auch wirklich braucht. Das Handy kann man zu Hause lassen, und ein paar Euro für den Kiosk sind anstelle einer großen Summe völlig ausreichend.“ Am vergangenen Wochenende sorgte zudem eine Gewalttat im Heilbronner Freibad Neckarhalde für erhitzte Gemüter.
Und falls es doch nicht ohne Wertgegenstände geht, stehen im Gemminger Freibad rund 300 Schließfächer zur Verfügung. Mach: „Die sind nie alle gleichzeitig belegt.“ Kein Verständnis hat Patrick Mach, wenn Freibadbesucher überflüssige und zudem wertvolle Dinge mit ins Freibad nehmen: „Mir sind Besucher bekannt, die 500 Euro im Geldbeutel mit ins Freibad bringen. Wenn diese Summe später fehlt, sind sie aus meiner Sicht selbst schuld.“ Darüber hinaus ist Diebstahl jedoch nur ein Aspekt, der das Sicherheitsgefühl im Freibad beeinflusst.
Polizei Heilbronn gibt Tipps gegen Diebstahl im Freibad
Wer ein bisschen aufpasst, kann sicherstellen, dass er auch mit allem, was er ins Freibad mitgebracht hat, wieder nach Hause geht. „Bedenken Sie: Weder an Ihrem Liegeplatz noch im Auto gibt es sichere Verstecke“, berichtet Petra Rutz. Die Sprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn hat noch weitere Tipps parat: „Lassen Sie Bargeld, Zahlungskarten, Wertgegenstände, Handys sowie Haus- und Autoschlüssel nicht unbeaufsichtigt liegen. Auch nicht für einen kurzen Moment.“ Sobald es ins Wasser geht, empfehlen sich für Wertsachen wasserdichte Taschen.
Und falls doch ein Liegewiesen-Dieb zugeschlagen hat? Dann sollte man entwendete Zahlungskarten umgehend über den Notruf 116116 sperren lassen. Unstimmige Abbuchungen sollten man sofort der Bank melden. Rutz: „Erstatten Sie bei Verdacht auf eine Straftat eine Strafanzeige bei der Polizei. Diese kann zusätzlich die Sperrung des elektronischen Lastschriftverfahrens per Unterschrift veranlassen.“
Mit dieser Unterstützung ist man wieder auf der sicheren Seite und kann den Sommer auch nach einem Diebstahl wieder genießen.
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