Feste gehören zur Stadt-Kultur
Die Kommunen müssen sparen – auch beim Stadtfest in Neckarsulm? Lieb gewordene Traditionen einfach zu streichen, wird nicht einfach, findet unser Autor.

Die Stadt ist kein Festles-Meier. Wer feiern will, kann das auch ohne Hilfe „von oben“. Aber einige Feste und Veranstaltungen sind ein wichtiger Bestandteil der Stadt-Kultur. Sie einfach zu streichen, kann schnell nach hinten los gehen. Das könnte nun dem Stadtfest blühen.
Speziell in Neckarsulm hat die Rathausspitze beim Bürgerentscheid über den Schlossplatz schmerzlich aufgezeigt bekommen, dass am Ganzhornfest nicht zu rütteln ist. Dass den Vereinen kein Konzept bekannt war, wie das „Fest der Feste“ nach der Neugestaltung durchgeführt werden kann, hat sicher seinen Teil zur Ablehnung beigetragen.
Feste in Neckarsulm streichen: Fliegt Verantwortlichen wieder ein Projekt um die Ohren?
Das Stadtfest hat erst zweimal stattgefunden. Wenn die Beteiligten nun der Meinung sind, dass es sich nicht lohnt, macht es Sinn, das wieder zu streichen oder sich ein neues Konzept zu überlegen. Verwunderlich ist nur, dass der Bauhof angeblich mehr als 8000 Stunden im Jahr „Festdienstleister“ ist und im Gebäudemanagement die Aufgaben unerledigt bleiben.
Hat da die Verwaltung die Personalplanung nicht im Blick? Wie kann es sein, dass solche lieb gewonnenen Gewohnheiten wie das Anliefern von Hütten und das Aufbauen der Bühne trotz fehlender Kapazitäten selbstverständlich geworden sind? Wenn das künftig beim Weindorf nicht mehr der Fall sein soll, bedeutet das für die Organisatoren einen erheblichen Mehraufwand.
Vorsichtig müssen die Verantwortlichen im Rathaus sein, dass ihnen nach dem gescheiterten Schlossplatz nicht wieder ein Projekt um die Ohren fliegt, das sie ohne Rücksicht auf die Stimmung in der Bevölkerung einfach durchpeitschen wollen. Am Donnerstag wird der Gemeinderat sicher einige Gastronomen, Winzer und Vereinsvorsitzende im Publikum im Rücken haben.
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