Faschingsumzug in Ellhofen: Riesenparty bei den Sulmtalnarren
Mehr als 150 Gruppen sind beim ersten großen Faschingsumzug der Region durch die Straßen in Ellhofen gezogen. Rund 12.000 Faschingsbesucher wurden erwartet.
Sie hüpfen, springen, tanzen. Sie winken, werfen, fangen – und vor allem: Sie sind laut. Die Sulmtalnarren haben die Straßen von Ellhofen beim Faschingsumzug in eine fast zwei Kilometer lange Partymeile verwandelt. Rund 12.000 Besucher wurden auf den Gehwegen zu beiden Seiten erwartet.
Sulmtalnarren wieder mit erstem großem Umzug im Unterland
Die Sulmtalnarren sind eigentlich immer die ersten unter den großen Umzügen in der Region. Seit 1969 gilt: In Ellhofen (Landkreis Heilbronn) wird das Unterland-Treiben eröffnet. Doch Narren sind auch flexibel: Im vergangenen Jahr mussten die Talheimer ihren Umzug wegen der Bundestagswahl vorverlegen, die Sulmtalnarren stellten sich hintenan. Jetzt hat alles seine gewohnte terminliche Ordnung. „Dieses Jahr hat sich wieder alles etwas gerade gerückt“, sagt Denis Löhsl, Präsident der Sulmtalnarren.

Wochenlange Vorbereitung: Sicherheitskonzept der Sulmtalnarren umfasst 82 Seiten
Bis sich der Narrenzug mit seinen mehr als 150 Wagen, Fuß- und Musikgruppen pünktlich um 13:31 Uhr von der Raiffeisenstraße in Richtung Ortszentrum Ellhofen in Bewegung setzen konnte, stand für Michael Baumann, Zugmarschall der Sulmtalnarren und für Organisation und Ablauf zuständig, viel Arbeit auf dem Programm. „Die vergangenen vier Wochen habe ich jeden Abend mindestens eine Stunde am Umzug gearbeitet“, sagte Baumann vorab der Stimme.
Allein das geforderte Sicherheitskonzept umfasst 82 Seiten. Die Kosten dafür lassen sich nicht beziffern. „Die Gebühren für Notdienste und das Rote Kreuz sind deutlich gestiegen, ansonsten bleibt aber alles im Rahmen, weil wir vieles ehrenamtlich stemmen“, sagt Baumann.
Bauhof, Landwirte und Firmen stellen Fahrzeuge für die Sicherheit beim Umzug in Ellhofen bereit
So sorgen der Bauhof der Gemeinde, Landwirte und private Firmen mit kostenlos bereitgestellten Fahrzeugen für die geforderten Sicherheitssperren. Etwa 160 Helfer engagieren sich als Ordner, als Begleiter der Umzugsfahrzeuge oder als Kassierer an 13 Einlassstellen. Denn um die Unkosten zu decken, wird eine Umzugspauschale von vier Euro pro Person erhoben. Kinder haben freien Zugang zum närrischen Spektakel.
Ein Hund mit Feenflügeln, kleine Einhörner und große, dicke Hummeln: An diesem Tag ist in Ellhofen so ziemlich alles erlaubt. Ab und an rennen junge Frauen und Männer über die Straße, wenn sie versuchen, nicht in den Mülltonnen oder Tannenbaumnetzen der Hexen-Gruppen zu landen. Diese sind aber geübt: Niemand hat eine Chance.
Brauchtum und Guggenmusik: Gruppe Sulmtalkracher macht Sulmtalnarren komplett
Rund 2000 Teilnehmer aus 65 Vereinen sind beim Umzug dabei, die Sulmtalnarren selbst sind mit 166 auf den Straßen unterwegs. Gibt es eine Gruppe, die Denis Löhsl besonders hervorheben möchte? „Unsere Guggenmusik, die Sulmtalkracher“, sagt er. Im vergangenen Jahr sind sie erstmals beim Umzug mitgelaufen, damals mit 8 Teilnehmern. In diesem Jahr hat sich diese Zahl fast verdoppelt. Vizepräsident Jochen Schmid sagt: „Es ist heute das erste Mal, dass sie so richtig mitlaufen.“
Die Sulmtalkracher seien bereits von anderen Vereinen angefragt worden, bei ihnen mitzulaufen. „Es etabliert sich“, sagt Präsident Denis Löhsl. Brauchtum und Guggenmusik: „Jetzt“, sagt Löhsl, „sind wir komplett.“ Das habe sich auch am Samstagabend beim Brauchtumsabend gezeigt, an dem mehr als 25 Gruppen teilgenommen hätten. Den Abend gibt es schon länger, er war aber noch nie so groß wie jetzt.
Fast drei Stunden Party in Ellhofen
Knapp drei Stunden ziehen die Gruppen durch Ellhofen, dann ist das letzte „Helau“ gerufen und die letzte „Lampe aus den 70ern“ ausgegangen. Zurück bleiben das Konfetti auf dem Boden und in den Taschen der Besucher neben Bonbons auch Handseife, Milchreis und eine Fertigteigschmischung für Pfannkuchen.
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