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Durchsuchungen wegen gefälschter Sprachzerfitikate – auch im Raum Heilbronn

  
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Wer einen Aufenthaltstitel braucht oder einen Antrag auf Einbürgerung stellt, muss Deutschkenntnisse nachweisen. Betrüger haben daraus wohl ein Geschäftsmodell gemacht. Nun gab es auch im Raum Heilbronn Durchsuchungen.

Von red/dpa

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Zwei Sprachschulen, elf Wohnungen und Geschäftsräume hat die Polizei am Dienstag im Raum Stuttgart und Heilbronn sowie in Frankfurt durchsucht. 15 Personen werden verdächtigt, Sprachzertifikate manipuliert und an nachweispflichtige Zugewanderte veräußert zu haben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaften Stuttgart und Heilbronn sowie der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung.

Durchsuchungen im Raum Heilbronn wegen gefälschter Sprachzerfitikate

Solche Zertifikate sind den Angaben zufolge nötig, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen, oder zugewanderte Ausländer müssen damit im Rahmen eines Antrags auf Einbürgerung nachweisen, dass sie über Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Nur eigens dafür zugelassene Sprachschulen dürfen diese Sprachkenntnisse testen.

Bis zu 3000 Euro pro Zertifikat sollen die Tatverdächtigen verlangt haben, den vorläufigen Ermittlungen zufolge könnte es weit über 100 Taten geben. „Vermögenswerte in Höhe von 169.100 Euro sollen den Profiteuren entzogen werden“, teilen die Behörden mit. Bei den Durchsuchungen wurde bereits 72.000 Euro an Vermögenswerten sowie 152.000 Euro Bargeld sichergestellt. Der Betrug mit manipulierten Sprachzertifikaten hat mittlerweile auch den Raum Heilbronn erreicht.

Gefälschte Sprachzertifikate für Aufenthaltstitel: Kriminelle kooperieren mit Schulen

Vermittler aus unterschiedlichen Sprachräumen mit Schwerpunkt auf den Balkan-Staaten sollen Kooperationen mit Sprachschulen eingegangen sein, so der Vorwurf der Ermittler. Die zugewanderten Menschen sollen demnach Prüfungen in den Räumen der Sprachschulen geschrieben haben.

In der Folge sollen die Testergebnisse von Tatverdächtigen korrigiert und diese manipulierten Resultate an ein Prüfungsunternehmen übermittelt worden sein, das das Sprachzertifikat ausstellte. Laut den Behörden soll „sich hieraus ein einträgliches Geschäftsmodell entwickelt haben“.

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