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Bundeswehr beansprucht Flächen zurück: Siegelsbach und Schwäbisch Hall betroffen

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Flächen, die lange für Wohnungsbau und Energiewende vorgesehen waren, sollen künftig wieder militärisch vorgehalten werden. 26 Standorte in Baden-Württemberg sind betroffen, darunter Siegelsbach.


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Die „Zeitenwende“ erreicht nun auch die Liegenschaftsverwaltung: Weil die Bundeswehr wachsen soll, sollen Flächen, die lange für Wohnungsbau oder Energiewende vorgesehen waren, künftig wieder militärisch vorgehalten werden. Ein bundesweiter Umwandlungsstopp betrifft auch Baden-Württemberg – mit Folgen für etliche Kommunen. Laut einer Liste sind insgesamt 26 Standorte betroffen.

Umwandlungsstopp betrifft auch Muna“-Gelände in Siegelsbach

Dazu gehört auch das ehemalige „Muna“-Gelände in Siegelsbach. 2010 räumte das Militär das Areal am Ortsrand vollständig. Seitdem sind die Gebäude verfallen, viele sind mittlerweile abgerissen. Gleichzeitig haben sich dort mehrere Unternehmen angesiedelt: Neben dem Folienhersteller Pakufol und Mann & Schröder, die Körperpflegeprodukte herstellen, ist auch die Spedition Marbach vor Ort. In einem weiteren Bereich steht seit einigen Jahren eine große Freiflächen-PV-Anlage. Diese ist laut Bundeswehr komplett aus den Umwandlungsplänen herausgenommen.

Pläne für Siegelsbach? Bundeswehr hält sich beim Thema zukünftiger Nutzung bedeckt

Für Siegelsbachs Bürgermeister Tobias Haucap kam der Stopp überraschend: „Ich habe erst Dienstagmittag von den Plänen erfahren“, sagt er. Die letzten Informationen, die er erhalten habe, bezogen sich auf einen vollständigen Rückbau der militärischen Gebäude. Was die Bundeswehr am Standort plant, wisse er bislang nicht. „Es gibt noch keine Details.“ Auf Stimme-Nachfrage will die Bundeswehr diese auch nicht verraten.

Lange verfielen die Gebäude auf dem ehemaligen Militärgelände in Siegelsbach. Jetzt steht das Areal auf einer Liste, die von der Bundeswehr wieder genutzt werden könnte.
Lange verfielen die Gebäude auf dem ehemaligen Militärgelände in Siegelsbach. Jetzt steht das Areal auf einer Liste, die von der Bundeswehr wieder genutzt werden könnte.  Foto: Hofmann, Elfi

„Wir bitten um Verständnis, dass zunächst die betroffenen Kommunen über die Entscheidungen informiert werden“, teilt ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Anfrage mit. „Details zur Umsetzung des Moratoriums werden wir zu gegebener Zeit über die bewährten Kanäle bekannt geben.“ Außerdem seien die Planungen für „die in Rede stehenden Standorte, beispielsweise Siegelsbach,“ noch nicht abgeschlossen.

Auch ehemaliges Kupfer- und Munitionslager Schwäbisch Hall steht auf der Liste

Das ehemalige Munitionslager Kupfer in Untermünkheim bei Schwäbisch Hall steht ebenfalls auf der Liste an Liegenschaften, die die Bundeswehr nun doch behält. Das angrenzende Moor soll aber als Naturschutzgebiet erhalten bleiben. Die „Muna“ ist auch nur der kleinste Teil der ehemaligen Militärgelände in und um Schwäbisch Hall: Aus der amerikanischen Kaserne Dolan Barracks wurde schon vor vielen Jahren das Gewerbegebiet Solpark, aus dem Militärflugplatz der Adolf-Würth-Airport. Auch das Lager Forst Hagenholz bei Niederstetten bleibt Bundeseigentum. Der Flugplatz der Heeresflieger gegenüber wird weiterbetrieben; er stand nie zur Diskussion.

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