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Pünktlichkeit im Raum Heilbronn – Zeugnis für Bahnlinien fällt verheerend aus

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Einmal im Halbjahr erhebt Baden-Württemberg ein Qualitätsranking für die Bahnstrecken im Land. Die wichtigsten Strecken in der Region Heilbronn erhalten ein ernüchterndes Zeugnis.


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Wer regelmäßig mit der Bahn in Baden-Württemberg unterwegs ist, braucht gute Nerven. Das belegt auch das aktuelle Qualitätsranking des Verkehrsministeriums für das erste Halbjahr 2025, dass dieser Tage vorgestellt wurde.

Die Qualität im Schienenverkehr, so das Fazit des Ministeriums, habe sich im Vergleich zu den Vorjahren erneut etwas verschlechtert, insbesondere in den Kategorien Pünktlichkeit und Sauberkeit. 

Zuverlässigkeit der Bahn in Baden-Württemberg: Raum Heilbronn mit schlechten Bewertungen

Besonders ernüchternd ist das Ergebnis für den Raum Heilbronn. Die beiden für die Region besonders relevanten Teilnetze belegen wie schon bei vorherigen Erhebungen hintere Ränge. Das Netz Franken/Enz, betrieben vom Bahnunternehmen Arverio, umfasst unter anderem den Regionalexpress zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg. Es landet auf Rang 25 von 32.

Regionalbahnen im Hauptbahnhof Heilbronn: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit lassen zu wünschen übrig.
Regionalbahnen im Hauptbahnhof Heilbronn: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit lassen zu wünschen übrig.  Foto: Seidel, Ralf

Das ist immerhin eine Verbessrung um sechs Plätze, aber bei der Pünktlichkeit ging es weiter bergab. Mit knapp 68 Prozent schafften es nur zwei von drei Zügen, mit weniger als vier Minuten Verspätung einzulaufen – bis zu diesem Wert gelten die Bahnen den Verkehrsverträgen zufolge noch als pünktlich. Landesweit galt das im Gesamtjahr 2025 für 79 Prozent der Züge im Regionalverkehr. 

Regionalverkehr: So hat sich die Pünktlichkeit entwickelt 

Bei der Pünktlichkeit mit fast 69 Prozent marginal besser, in der Gesamtwertung aber auf Platz 30 noch schlechter, steht das Netz Neckartal da. Im Zeitraum, den das Ranking betrachtet, wurde es noch von der landeseigenen SWEG betrieben. Seit Mitte 2025 hat die DB Regio dieses Netz übernommen, zu dem die Metropolexpress-Züge von Tübingen über Stuttgart nach Heilbronn und weiter nach Osterburken oder Mannheim gehören. 

Alle Betreiber haben mit demselben Problem zu kämpfen: Die Infrastruktur auf der sogenannten Frankenbahn zwischen Stuttgart und Heilbronn ist marode. Eine Vielzahl von Baustellen, auch im Zusammenhang mit Stuttgart 21, erschweren nach wie vor den Betrieb. 


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„Die Bahnbranche steht durch die gestiegenen Fahrgastzahlen, die marode und veraltete Infrastruktur sowie die knappen finanziellen Mittel vor großen Herausforderungen“, kommentiert Verkehrsminister Winfried Hermann die Ergebnisse des Rankings. „Wir erwarten eine verlässliche Baustellenplanung von der Infrago“, sieht der Grünen-Politiker das Infrastrukturunternehmen der Deutschen Bahn (DB) in der Pflicht.  

Deutsche Bahn verweist auf die Komplexität von Stuttgart 21

Auch Bahnunternehmen Arverio verweist auf Faktoren, die von den Betreibern nicht zu beeinflussen seien. „Generell“, so heißt es in einer Stellungnahme, „schneiden alle Linien aller Eisenbahnunternehmen, die Stuttgart tangieren, aufgrund der massiven externen Herausforderungen schlechter ab als andere Netze.“ Arverio macht eine eigene Statistik auf, sieht sich bei der sogenannten Eigenpünktlichkeit jenseits der 90 Prozent. Erst Baustellen, Störungen, Sperrungen und Co., auf die man selbst nicht einwirken könne, brächten die tatsächlichen, schlechten Pünktlichkeitswerte. 


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Die Deutsche Bahn verweist auf die nie „dagewesene Vielschichtigkeit an baulichen und betrieblichen Herausforderungen bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21“. Der S21-Start, vorgesehen für Dezember 2026, war zuletzt einmal mehr verschoben worden. Einen neuen Termin gibt es nicht. Die DB betont, man nehme nicht nur einen neuen Hauptbahnhof in Betrieb und schließe die Zulaufstrecken aufwendig an. Zusätzlich ist der Knoten ein Pilotprojekt für die Digitalisierung der Signaltechnik, das es in diesem Umfang noch nicht gab.   

Grünen-Politiker: „Bund lässt Region Heilbronn im Stich“

Auch im Landtagswahlkampf dürfte die regionale Bahn-Malaise eine Rolle spielen. In einem offenen Brief haben sich die Heilbronner Grünen-Landtagsabgeordnete Gudula Achterberg und Matthias Gastel, Bahnexperte der Bundestagsfraktion der Grünen, an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gewandt. „Der Bund zieht seit Jahrzehnten nicht mit und lässt Heilbronn in der Frage einer angemessenen Schienen-Infrastruktur und einer regulären Fernverkehrs-Anbindung im Stich“, heißt es in dem Schreiben. 

Die beiden fordern sofortige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, etwa ein separates Anschlussgleis an das Audi-Werk in Neckarsulm, um den Verkehr zu entflechten. Das sei nach Ansicht der Verfasser relativ schnell möglich. Außerdem müsste die Strecke an einigen Stellen ausgebaut werden, um Fahrzeiten zu verkürzen. Eine vom Land in Auftrag gegebene Studie hatte Möglichkeiten aufgezeigt, aber auch ergeben: Alles, was wirklich zu schnellerem Bahnverkehr auf der Frankenbahn führt, ist mit enormen Kosten verbunden. 

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